
Eine Ferrari wird oft als der Höhepunkt einer Autoleidenschaft angesehen. Doch selbst die prestigeträchtigsten Modelle sind nicht frei von Mängeln. Dies wollte Rob Ferretti, Sammler, Vermieter von Supersportwagen und Besitzer dieser Ferrari 458 von 2015 in einem Video, in dem er sich mit zwei wiederkehrenden Problemen befasst, die Ferraris seit Jahrzehnten plagen. Mängel, die so offensichtlich sind, dass er selbst zugibt, dass er sich «schämt, den Leuten das zu zeigen».
Ein wunderschöner Ferrari 458 ... bis man sich das Armaturenbrett ansieht
Rob Ferretti fährt nicht seinen ersten Ferrari. Im Laufe der Jahre hat er mehrere Modelle der italienischen Marke besessen und gibt bereitwillig alles zu, was ihm an Ferrari gefällt. Einige Probleme tauchen jedoch so oft auf, dass er sie nicht mehr rechtfertigen kann. Der Hauptschuldige? Das Armaturenbrett.
Bei seinem Ferrari 458 schrumpfte das Leder, mit dem das Armaturenbrett bedeckt ist, unter dem Einfluss von Hitze und Sonne allmählich. Das Ergebnis: Der Bezug löste sich, bildete unschöne Falten und löste sich schließlich sogar von einigen Teilen des Armaturenbretts. Für ihn ist das Ergebnis eindeutig. Dieses Phänomen hängt nicht mit dem Alter oder dem Kilometerstand des Fahrzeugs zusammen. Seiner Erfahrung nach leiden alle Ferraris, die regelmäßig der Sonne ausgesetzt sind, irgendwann unter demselben Problem. Im Schatten liegende Teile, wie das Handschuhfach oder die Mittelkonsole, bleiben dagegen völlig intakt.


Angesichts des Zustands seines Autos macht er keinen Hehl aus seiner Verärgerung:
« Ich schäme mich, das den Leuten zu zeigen ».»
Eine starke Aussage, wenn es sich um einen italienischen Sportwagen handelt, der auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen Wert von weit über 200.000 Euro hat.
Ein seit Jahrzehnten bekanntes Problem
Was den amerikanischen Besitzer besonders ärgert, ist, dass dieser Mangel nichts Neues ist. Seiner Meinung nach ist das Phänomen, dass sich das Leder zusammenzieht, schon seit mehreren Generationen von Ferraris bekannt. Er behauptet, das gleiche Problem bei viel älteren Modellen beobachtet zu haben und versteht nicht, warum der Hersteller nie eine dauerhafte Lösung gefunden hat.



Als er den oberen Teil des Armaturenbretts komplett zerlegt, entdeckt er die wahrscheinliche Ursache des Problems: Das Leder wird hauptsächlich durch Klebstoff zusammengehalten. Mit der Zeit und der Hitze verliert dieser Klebstoff seine Wirkung, während das Leder allmählich schrumpft. Die werkseitig getackerten Bereiche bleiben an Ort und Stelle, aber alle lediglich geklebten Teile lösen sich irgendwann ab. Sobald das Armaturenbrett entfernt wird, ist der Anblick noch beeindruckender. Die Falten und Verformungen erscheinen viel größer, als sie aussahen, als das Ganze in den Fahrgastraum eingebaut war.
Die berühmten klebrigen Knöpfe, ein weiterer Ferrari-Klassiker
Das zweite von Rob Ferretti angeprangerte Problem ist unter Ferrari-Besitzern ebenso berühmt: die klebrigen Knöpfe. Im Laufe der Jahre wird die Beschichtung auf einigen Bedienelementen abgenutzt und fühlt sich klebrig an. In seiner Demonstration zeigt er sogar, dass eine Karte an der Oberfläche eines Knopfes haften kann, weil diese so klebrig geworden ist. Auch hier ist er der Meinung, dass diese Art von Defekt bei einem Auto dieser Klasse kaum akzeptabel ist. Er vergleicht diese Beschädigung sogar mit dem, was man von einem alternden Sparauto aus den 1980er oder 1990er Jahren erwarten würde, aber sicher nicht von einem Ferrari, der 2015 produziert wird.
Eine Aufarbeitung durch einen Spezialisten statt eines überteuerten Ersatzes
Anstatt ein neues Armaturenbrett zu kaufen, dessen Kosten sehr hoch sein können, wählt der Besitzer eine andere Lösung. Das Leder wird vollständig entfernt und dann einem Spezialisten anvertraut, der die ursprünglichen Materialien und Nähte originalgetreu nachbilden kann. Einige Tage später war das Ergebnis spektakulär: Das Armaturenbrett sah wieder aus wie ab Werk, ohne sichtbare Falten oder Ablösungen.


Gleichzeitig tauscht er beschädigte Knöpfe aus und nutzt die Gelegenheit, um die Multimedia-Ausstattung seines Ferrari 458 durch die Installation eines drahtlosen Apple CarPlay- und Android Auto-Systems zu modernisieren. Seiner Meinung nach ist das ursprüngliche Infotainment heute eines der Elemente, die das Auto am meisten altern lassen.
Nach mehreren Tagen Arbeit und einem selbst durchgeführten Zusammenbau hat Rob Ferretti endlich wieder einen Ferrari 458, der seinem Bild von der Marke entspricht. Das Armaturenbrett ist perfekt gespannt, die klebrigen Oberflächen sind verschwunden und der Innenraum wirkt dank der Integration des aktuellen Multimediasystems wieder modern. Probleme mit eingezogenem Leder oder klebrigen Knöpfen, die immer noch für Diskussionen in den Besitzergruppen sorgen und offensichtlich nie ganz aus dem Ferrari-Universum verschwunden sind.
