
Noch gestern war seine Identität eines der großen Rätsel der Monterey Car Week. Wer könnte wohl 40 Millionen Dollar für das Chassis 0 der Ferrari Luce, während die erste Ferrari Wussten Sie, dass der Wert des Elektroautos vor dem Verkauf auf rund 1,1 Millionen Dollar geschätzt wurde? Nun kennen wir den Namen des Verkäufers: Herbert «Herbie» Wertheim. Und sein Werdegang ist weitaus erstaunlicher als der eines einfachen Ferrari-Sammlers.
Der 87-jährige Amerikaner, dessen Vermögen auf rund 4,6 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist Optiker, Erfinder, Unternehmer, Investor und vor allem Philanthrop. In der Automobilwelt ist sein Name noch relativ unbekannt. Dennoch steht er bereits hinter zwei der spektakulärsten Verkäufe moderner Ferraris in der Geschichte.
Derselbe Mann hatte 26 Millionen für einen Daytona SP3 bezahlt
Nach dem Verkauf kamen Gerüchte auf: «Es ist derselbe Mann.» Und das aus gutem Grund. Ein Jahr zuvor hatte Herbert Wertheim genau an derselben Stelle die Ferrari Daytona SP3 Tailor Made «599+1» für 26 Millionen Dollar.


Dieses Unikat hatte damals einen Rekord für ein zeitgenössisches Auto bei einer Auktion aufgestellt. Einen Rekord, den Wertheim nun selbst gebrochen hat, indem er 40 Millionen für die Luce bezahlte.
Man könnte daraus leicht schließen, dass er eine riesige Sammlung von Supersportwagen besitzt. Doch nicht damit hat sich Wertheim einen Namen gemacht. Informationen über seine Garage sind sogar überraschend spärlich. Er wurde zwar am Steuer eines Ferrari Purosangue Bei der Cavalcade 2026 und auf seinem Ende 2025 für 61,75 Millionen Dollar erworbenen Anwesen in Florida würde er über eine klimatisierte Garage verfügen, in der mehr als dreizehn Autos Platz finden. Doch seine wahre Leidenschaft liegt woanders.
Sein Vermögen stammt aus dem Brillenhandel … und von der Börse
Herbert Wertheim wurde 1939 in Philadelphia in einer bescheidenen Familie geboren und diente unter anderem in der US-Marine, bevor er sich der Augenheilkunde zuwandte. Ende der 1960er Jahre führten ihn seine Forschungen zu den Auswirkungen von UV-Strahlung auf die Augen dazu, UV-absorbierende Farbstoffe für Kunststoffbrillengläser zu entwickeln.

Anschließend gründete er Brain Power Incorporated, ein auf Produkte für die optische Industrie spezialisiertes Unternehmen. Parallel dazu investierte Wertheim über mehrere Jahrzehnte hinweg an der Börse, insbesondere schon sehr früh in Technologieunternehmen, die später ein beträchtliches Wachstum verzeichnen sollten. Diese Strategie ermöglichte es ihm, ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar aufzubauen, von dem heute ein bedeutender Teil für philanthropische Zwecke verwendet wird. US-amerikanische Universitäten und medizinische Einrichtungen sind übrigens nach ihm benannt, nachdem er Spenden in Höhe von Dutzenden oder sogar Hunderten von Millionen Dollar geleistet hat.
Die 40 Millionen Dollar bekommen dann eine ganz andere Bedeutung
Genau das ermöglicht es, den Kauf des Ferrari Luce aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wie schon beim Daytona SP3 im letzten Jahr soll der gesamte Verkaufserlös an die Ferrari Foundation gespendet werden, um Bildungsinitiativen zu finanzieren.
Mit anderen Worten: Wertheim hat nicht einfach 40 Millionen Dollar für einen Elektro-Ferrari bezahlt, der nur einen Bruchteil davon wert ist. Für diesen Mann, der an spektakuläre Spenden gewöhnt ist, gleicht diese Auktion zudem einer neuen philanthropischen Aktion … bei der es diesmal um einen ganz besonderen Ferrari geht.
Zwei Jahre in Folge, 66 Millionen Dollar bei Ferrari ausgegeben, zwei Unikate und zwei Wohltätigkeitsauktionen: Herbert Wertheim war vielleicht nicht als Autosammler bekannt, doch in Maranello ist er mittlerweile kaum noch wegzudenken.