
Knapp zwei Wochen nach ihrer offiziellen Vorstellung in Italien wurde die Ferrari Luce macht bereits wieder von sich reden. Nicht wegen seiner Leistung, Technologie oder Steuerung, sondern einfach, weil er bei einem Werbedreh in den Straßen von San Francisco gesichtet wurde. Ein Auftritt, der die Gelegenheit bietet, den ersten elektrisch betriebenen Ferrari 100 % in einer realen Umgebung zu sehen, weit weg vom Scheinwerferlicht seiner offiziellen Präsentation. Und das Ergebnis ist überraschend: Selbst in Bewegung, selbst im Alltagsverkehr, löst der Luce noch immer das gleiche Gefühl aus wie am ersten Tag. Das eines Autos, das man spontan nur schwer mit Ferrari in Verbindung bringen kann.
Ein Ferrari, der weiterhin spaltet
Vorgelegt am 26. Mai 2026, Der Ferrari Luce ist wahrscheinlich einer der beliebtesten Ferrari der umstrittensten Fahrzeuge in der jüngeren Geschichte der Marke. Mit einer Länge von 5 Metern, fünf Sitzen, vier Elektromotoren mit 1050 PS und einer 122-kWh-Batterie stellt er einen völligen Bruch mit allem dar, was Ferrari bislang angeboten hat.
Es war jedoch nicht das technische Datenblatt, das für die größte Aufregung sorgte. Seit seiner Enthüllung waren es vor allem sein Design und seine Positionierung, die besonders heftige Reaktionen hervorgerufen haben. In den Foren der Ferrari-Besitzer wurde viel Kritik geäußert. Viele waren der Meinung, dass das Auto einfach nicht wie ein Ferrari aussieht. Einige verglichen ihn mit japanischen Modellen oder allgemeinen Elektrolimousinen, während andere den völligen Verlust der stilistischen Identität von Maranello beklagten.
Selbst unter den größten Sammlern der Marke war die Skepsis weit verbreitet. Mehrere Beobachter wiesen auch darauf hin, dass der Luce eher darauf ausgelegt zu sein schien, eine neue, technikaffine Klientel anzusprechen als die alteingesessenen Kunden von Ferrari. Ein Gefühl, das durch die Beteiligung des LoveFrom-Studios von Jony Ive, dem ehemaligen ikonischen Apple-Designer, noch verstärkt wurde.
Überraschung in San Francisco
Genau diesen Ferrari Luce traf der Autojournalist Jason Cammisa zufällig auf den Straßen von San Francisco. Das Auto war nicht nur für eine einfache Fahrt da. Um ihn herum befand sich ein Team von Fotografen, mehrere Techniker und vor allem ein Fahrzeug mit einem Roboterarm, der eine professionelle Kamera trug. Kein Zweifel: Ferrari befand sich mitten in einem Werbedreh.




Die Bilder zeigen den Luce aus allen Blickwinkeln in den Straßen der kalifornischen Innenstadt. Eine moderne städtische Umgebung, die perfekt zur Positionierung dieses elektrischen Ferraris passt und es ermöglicht, ihn in einem viel natürlicheren Kontext als bei seiner offiziellen Präsentation zu erleben.
Und doch bleibt das Gefühl gleich
Dies ist vielleicht der interessanteste Aspekt der neuen Bilder. Bei der Enthüllung hatten einige Beobachter die Meinung vertreten, dass die offiziellen Fotos dem Auto nicht gerecht würden. Dass die Proportionen in Wirklichkeit harmonischer sein würden. Der Luce würde mehr Präsenz zeigen, wenn er auf der Straße gesehen würde.
Doch nach den ersten Bildern, die in der Realität aufgenommen wurden, scheint sich der Gesamteindruck kaum zu verändern. Die Seitenansicht zeigt weiterhin eine ungewöhnliche Mischung aus Crossover, Limousine und Coupé. Vorne erinnern die horizontale Lichtsignatur und das klare Gesicht weiterhin eher an ein technisches Objekt als an einen traditionellen italienischen Sportwagen. Am Heck erinnern die vier runden Leuchten zwar an das Ferrari-Erbe, wirken aber inmitten des bewusst minimalistischen Designs fast isoliert.


Neue Kundschaft statt Tifosi?
Vielleicht ist das genau das Ziel, das Ferrari verfolgt. Die Marke hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie mit diesem ersten Elektroauto ihren Kundenstamm erweitern und sich auf die Zukunft vorbereiten will. Offizielle Prognosen gehen davon aus, dass Ferrari im Jahr 2030 40 % Modelle mit Verbrennungsmotor, 40 % Hybridmodelle und 20 % Elektroautos verkaufen wird.
In dieser Logik ist der Ferrari Luce vielleicht nicht dazu bestimmt, in erster Linie die Besitzer von V12-Saugmotoren oder die historischen Sammler der Marke anzusprechen. Vielmehr könnte er auf eine neue Kundschaft aus der Welt der Technologie abzielen, die für minimalistisches Design und Innovation empfänglich ist.
Zwei Wochen nach seiner Präsentation scheinen die Bilder aus San Francisco eines zu bestätigen: Der Ferrari Luce sorgt weiterhin für mehr Diskussionen über seine Identität als über seine Leistung. Die Auftragslage wird bald zeigen, ob diese Seltsamkeit ein Problem ist... oder im Gegenteil der Schlüssel zu seinem Erfolg.