Als ich ihn gekauft habe, war er in einem ziemlich katastrophalen Zustand: unvollständige Innenausstattung, zahlreiche anstehende Reparaturen und mehrere Probleme, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten. Aber ich habe nur 4.500 $ dafür bezahlt, was für einen Maserati mit Ferrari-V8-Motor und einem echten Schaltgetriebe eine unglaubliche Gelegenheit war.
Genau das macht diese Version so besonders. Die meisten 4200 Coupé waren mit dem automatisierten Cambiocorsa-Getriebe ausgestattet. Mein Exemplar ist ein seltener GT mit einem echten 6-Gang-Schaltgetriebe und Kupplungspedal. Es ist sogar der letzte Maserati, der mit einem Schaltgetriebe angeboten wurde.
Die absolute Stärke dieses Autos ist nach wie vor sein Motor. Der von Ferrari stammende V8-Saugmotor ist ein wahres Wunderwerk. Jedes Anlassen ist ein Vergnügen, und sobald sich der Drehzahlzeiger den 8.000 U/min nähert, macht der Klang einfach süchtig. Ehrlich gesagt, viele kleine Mängel sind wie weggeblasen, sobald man diesen Motor singen hört.
Entgegen seinem Ruf hat sich das Auto mechanisch als recht zuverlässig erwiesen. Ich nutze es regelmäßig für Treffen, Ausfahrten und sogar für einige Runden auf der Rennstrecke. Der einzige wirklich nennenswerte Vorfall war ein gebrochenes Schaltgestänge bei einem Tag auf der Rennstrecke. Abgesehen davon hatte ich vor allem mit kleinen elektronischen Problemen und der Instandsetzung von Teilen zu tun, die von den Vorbesitzern beschädigt worden waren.
Man muss sich jedoch einer Sache bewusst sein: Die Wartungskosten entsprechen nach wie vor denen eines Ferraris. Eine Kupplung kann leicht mehrere Tausend Euro kosten, und schon der kleinste Eingriff hat seinen Preis. Das Problem ist, dass der Wiederverkaufswert im Gegensatz zu einem Ferrari nicht unbedingt mithalten kann. Man zahlt Ferrari-Rechnungen für ein Auto, das auf dem Markt noch zwischen 15.000 und 20.000 Dollar wert ist.
Auch der Innenraum gefällt mir sehr gut. Hier findet man diese typisch italienische Atmosphäre der frühen 2000er Jahre wieder, mit Leder überall: Armaturenbrett, Türverkleidungen, Dachhimmel, Mittelkonsole. Auch wenn einige Elemente im Laufe der Zeit etwas in Mitleidenschaft gezogen wurden, bleibt die Atmosphäre doch etwas ganz Besonderes.
Letztendlich ist dieser Maserati nicht perfekt. Er erfordert Aufmerksamkeit, Geduld und ein Wartungsbudget, das seinem Stammbaum gerecht wird. Aber zum Preis eines neueren Stadtautos bietet er einen Ferrari-V8-Saugmotor, ein Schaltgetriebe, ein originelles Design und ein Fahrerlebnis, das heutzutage fast nicht mehr zu finden ist. Allein schon wegen des Motorengeräuschs bereue ich meinen Kauf absolut nicht.
