Zwei Besitzer, 20 Jahre Rennsport – dieser Alfa Romeo GTV lässt seinen V6-Busso-Motor nach wie vor aufheulen

An den Starts der britischen Alfa Racer Championship steht eine Alfa Romeo GTV 916 Gelb bleibt nicht unbemerkt. Mit ihren verbreiterten Kotflügeln, dem bodennahen Frontspoiler, dem großen Heckflügel und dem charakteristischen Klang des V6-Busso-Motors scheint sie aus einer anderen Zeit zu stammen. Und das aus gutem Grund: Dieser Alfa Romeo GTV ist kein einfacher, für die Rennstrecke umgebauter Clubwagen, sondern blickt auf eine über zwanzigjährige Geschichte zurück. Er wurde Anfang der 2000er Jahre für die britische LMA Euro Saloons-Meisterschaft gebaut, von Tony Soper weiterentwickelt, dann in Vergessenheit geraten und erst kürzlich dank der Arbeit von Bianco Motorsport – das zahlreiche Fahrzeuge für die britische Alfa Romeo-Meisterschaft vorbereitet – sowie seines neuen Fahrers Mark Skeggs wieder zum Leben erweckt.

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Ein GTV, der von Anfang an für den Rennsport konzipiert wurde

Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre genoss der Alfa Romeo GTV 916 einen ausgeprägten sportlichen Ruf. Sein Busso-V6-Motor, das von Pininfarina entworfene Design und sein ausgewogenes Fahrverhalten machten ihn zu einer interessanten Basis für den Rennsport. In Großbritannien begannen daraufhin mehrere Tuner, sich für dieses Auto zu interessieren. Die LMA Euro Saloons-Meisterschaft bot hierfür ein besonders günstiges Umfeld: Im Gegensatz zu Markenpokal-Serien waren in dieser Serie sehr unterschiedliche, oft stark modifizierte Fahrzeuge zugelassen. Man fand dort BMW, Nissan, Ford, Honda oder auch Alfa Romeo die nach ganz unterschiedlichen Philosophien zubereitet werden.

Vor diesem Hintergrund entstand das Projekt LMA Motorsport. Das Fahrzeug wird von Mark Fish Motorsport auf Basis einer relativ neuen Straßenkarosserie gebaut und zu einer Maschine umgebaut, die einem Renn-Tourenwagen ähnelt. Der GTV ist kein Serienwagen, der mit einigen Rennteilen aufgerüstet wurde. Er wurde von Anfang an als Fahrzeug konzipiert, das es mit den besten Vorbereitungen im Starterfeld aufnehmen kann.

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Eine Konstruktion, die einem Tourenwagen würdig ist

Die Karosserie wird durch den Einbau eines durchgehenden Überrollbügels und die Anpassung der für den intensiven Einsatz auf der Rennstrecke erforderlichen Komponenten erheblich versteift. Das Fahrwerk wird grundlegend umgebaut: Rennfahrwerk, spezielle Geometrie, verstärkte Bremsanlage, renntaugliche Räder und Reifen, Sperrdifferenzial, allgemeine Gewichtsreduzierung. Der GTV 916 verfügt dank seiner kompakten Bauweise und des vorne angeordneten Motors über eine hervorragende natürliche Balance, doch der Frontantrieb erfordert umfangreiche Arbeiten an der Traktion und der Steuerung der Vorderachse.

Das Fahrzeug verfügt über einen Alfa Romeo Busso V6 mit 24 Ventilen – einen Motor, der unter Liebhabern aufgrund seines Klangs und seines Charakters legendär geworden ist. Der 3-Liter-Motor kam 1997 auf den Markt, während die 3,2-Liter-Version erst 2003 erschien. Die Rennsportarchive weisen für den von Tony Soper eingesetzten GTV eine V6-24V-Konfiguration aus. Der genaue Hubraum des Fahrzeugs zu jener Zeit lässt sich jedoch nur schwer mit Sicherheit bestätigen.

Die wahrscheinlichste Konfiguration bei der Erstauslieferung ist ein 3,0-Liter-V6-Motor mit 24 Ventilen, der bei britischen Alfa-Tunern zu Beginn der 2000er Jahre sehr verbreitet war.Spätere Weiterentwicklungen hin zu größeren Hubräumen sind ebenfalls möglich, da einige Alfa-Rennprojekte mit 3,2-Liter-Motoren oder 3,3-Liter-Tuningvarianten ausgestattet wurden. Die genaue Leistung ist in den derzeit verfügbaren Quellen nicht offiziell dokumentiert, doch eine Schätzung von rund 300 Pferdestärken entspricht den von einem solchen Umbau zu erwartenden Fahrleistungen.

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Die Wiedergeburt: Bianco Motorsport und Mark Skeggs

Im Jahr 2022 kündigte eine im britischen Alfa-Universum veröffentlichte Nachricht seine Rückkehr an: « »Der alte LMA Motorsport GTV ist wieder auf der Rennstrecke!“ Als der ehemalige GTV von LMA Motorsport Anfang der 2020er Jahre wieder auf die Rennstrecken zurückkehrte, wurde die Instandsetzung Bianco Motorsport anvertraut, einer britischen Werkstatt, die auf die Vorbereitung und Wartung von Alfa Romeo-Rennwagen spezialisiert ist.

Foto: ARIIC
Foto: ARIIC

Seit seiner Rückkehr in den Rennsport wird der GTV von Mark Skeggs in der Kategorie “Modified” gefahren. Während bei den britischen Alfa-Meisterschaften heute modernere Fahrzeuge wie der Alfa Romeo 4C oder die getunte Giulietta an den Start gehen, hat es einen echten symbolischen Wert, einen GTV 916 weiterhin auf der Rennstrecke kämpfen zu sehen. Das Wettrüsten, das durch das Auftauchen von 4C-Modellen ausgelöst wurde, die quasi zu “Mini-GT3” umgebaut wurden und oft mehr als 400/450 ch leisten, macht die Aufgabe natürlich schwieriger. Auch aus diesem Grund startet der GTV nun in der Klasse “Power Trophy”, die strenge Leistungsvorgaben macht: Das Leistungsgewicht beträgt dort 240 PS pro 1.000 kg. Dies lässt vermuten, dass der GTV von Mark Skeggs mit einem 3,2-Liter-V6-Busso-Motor ausgestattet ist, dessen serienmäßige Leistung beibehalten wurde.

Mehr als zwanzig Jahre nach ihrer Entstehung ist sie immer noch fahrbereit. Sie erinnert uns auch daran, dass sich die Automobilgeschichte nicht nur auf die Autos beschränkt, die die größten Meisterschaften gewonnen haben. Ein Alfa, der für den Rennsport gebaut und gerettet wurde, um weiter Rennen zu fahren, und der noch heute den Klang des V6-Busso-Motors in den Kurven der britischen Rennstrecken erklingen lässt – im Wettstreit mit moderneren Fahrzeugen wie der Giulietta TCR und dem 4C. Wann kommt der Nachfolger?

Zum Vergnügen zeigen wir Ihnen hier ein Video von der Alfa Romeo & Italian Intermarque Championship, einer Meisterschaft, an der dieser Alfa Romeo GTV 916 teilnimmt.

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