
Täglich mit dem Maserati Quattroporte Ein V8 aus dem Jahr 2011 mit über 220.000 km auf dem Tacho – ist das wirklich vernünftig? Tristan, Mitglied der Italpassion-Community, berichtet von seinen Erfahrungen am Steuer dieser großen italienischen Limousine mit dem 4,7-Liter-V8-Saugmotor. Leistung, Sound, Komfort, Verbrauch, Zuverlässigkeit und Wartungskosten: Er gibt uns einen unverfälschten Einblick in ein Auto, das er vor allem für seine Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz nutzt.
Es gibt Autos, die man wegen ihres Komforts wählt, andere wegen ihrer Technik. Und dann gibt es solche, die man vor allem aus Leidenschaft kauft, wie diesen Maserati Quattroporte der fünften Generation.
Tristan kennt sich gut mit italienischen Autos aus. Nachdem er unter anderem einen Alfa Romeo 147eine GT und eine Giulietta (er ist aber auch schon einen Renault Clio und einen Avantime gefahren), fährt er heute einen Maserati Quattroporte S aus dem Jahr 2011. Unter seiner langen Motorhaube verbirgt sich ein 4,7-Liter-V8-Saugmotor, der mit einem ZF-Automatikgetriebe kombiniert ist.
Sein Auto zeigt nun an 221.914 km auf dem Tacho, davon 90.000 km, die Tristan nach eigenen Angaben zurückgelegt hat. Eine besonders interessante Kilometerleistung, um zu beurteilen, wie sich diese italienische Luxuslimousine im Laufe der Zeit bewährt. Und auf die Frage, ob er auch die großen deutschen Limousinen in Betracht gezogen habe, antwortet er ohne Umschweife: «Ich habe nicht lange gezögert, ob ich mich für einen BMW 7er oder einen Mercedes der S-Klasse entscheiden soll.»
Tristans Maserati Quattroporte S in Zahlen
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Modell | Maserati Quattroporte S |
| Erstzulassung | 8. Juni 2011 |
| Motorisierung | 4,7-Liter-V8-Saugmotor |
| Leistung | 430 ch |
| Übertragung | ZF-Automatikgetriebe |
| Kilometerstand | 221.914 km |
| Von Tristan zurückgelegte Kilometer | 90.000 km |
| Hauptverwendungszweck | Pendelfahrten |
| Angegebener Durchschnittsverbrauch | 15 l/100 km |
Ein V8-Saugmotor, der Lust auf eine Spritztour macht
Das ist natürlich einer der Hauptgründe, sich für einen Maserati Quattroporte S zu entscheiden: sein Motor. Mit seinem 4,7-Liter-V8-Saugmotor, der 430 ch leistet, bietet diese große Limousine ein Fahrerlebnis, das in der modernen Automobilwelt mittlerweile selten geworden ist. Trotz seiner imposanten Größe schätzt Tristan besonders die Spontaneität des Motors, sowohl in der Stadt als auch auf der Landstraße.

«Der Motor bietet ein großartiges Fahrgefühl und lässt sich in der Stadt gut fahren, vorausgesetzt, man schaltet auf manuell. Auf der Landstraße reicht ein Tritt aufs Gaspedal, und schon geht es los. Sobald man einmal Fahrt aufgenommen hat, hat man tatsächlich das Gefühl, dass es keine Grenzen gibt.»
Der Besitzer empfiehlt daher, im Stadtverkehr vorrangig den manuellen Modus zu nutzen. Was das ZF-Automatikgetriebe angeht, das bei Enthusiasten manchmal weniger beliebt ist als das frühere DuoSelect-Automatikgetriebe, findet es in seinen Augen doch Anklang. «Das ZF-Getriebe ist leistungsstark, auch wenn Puristen im Vergleich zum F1-Getriebe etwas anderes behaupten», erklärt er.
Doch abgesehen von den Beschleunigungen ist es vor allem der Klang, der dieses Maserati besonders. Bei niedriger Drehzahl bleibt der Motor relativ unauffällig, ohne sich jedoch völlig in den Hintergrund zu drängen. Steigt die Drehzahl, ändert er seinen Charakter. «Das Geräusch ist unverwechselbar, man hört es immer. Wenn man jetzt gemächlich fährt, schnurrt er leise vor sich hin. Ab 5.000 Umdrehungen hört man den V8 richtig.» Ein Antrieb, der offenbar auch nach mehr als 220.000 km nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt hat.
Sportliches Fahrverhalten, aber Komfort, bei dem man Abstriche machen muss
Der Quattroporte ist nicht einfach nur eine große, luxuriöse Limousine mit einem starken Motor. Maserati hat sich auch bemüht, ihm ein dynamisches Fahrverhalten zu verleihen, und genau diesen Aspekt schätzt Tristan besonders. «Das Auto liegt wie angegossen auf der Straße, man spürt jede Unebenheit der Fahrbahn», fasst er zusammen.


Die Lenkung gilt als präzise, und der Sportmodus verstärkt das Fahrgefühl noch zusätzlich. Dieses Fahrverhalten hat jedoch auch seine Kehrseite: Der Maserati kommt auf schlechten Straßen nicht besonders gut zurecht.
Aufgrund der Niederquerschnittsreifen und der geringen Bodenfreiheit muss man bei Fahrbahnschwellen und Schlaglöchern stets besonders aufmerksam sein. «Über Fahrbahnschwellen sollte man nicht mit 30 fahren, sonst hört man, wie die Vorderachse beim Überqueren leicht den Boden berührt. Angesichts der geringen Reifenhöhe sind Schlaglöcher der Feind.» Tristan berichtet sogar, dass er drei Reifenpannen hatte, darunter auch bei niedriger Geschwindigkeit. Ein Problem, das die Einschränkungen beim Einsatz dieser großen Limousine auf bestimmten Straßen verdeutlicht.
Auch das Bremsverhalten wird positiv bewertet. Der Besitzer hebt insbesondere die Sechs-Kolben-Bremssättel an der Vorderachse hervor, die er angesichts der Leistung und des Gewichts des Fahrzeugs für unverzichtbar hält. Letztendlich legt der Quattroporte eindeutig mehr Wert auf das Fahrgefühl als auf die vollständige Isolierung seiner Insassen. Ein Charakterzug, der ihn von den eher auf Komfort ausgerichteten Luxuslimousinen unterscheidet.
Im Innenraum: Leder, das gut altert, klebrige Kunststoffe und ein paar elektronische Macken
Im Innenraum erinnert der Maserati Quattroporte sofort an seine Positionierung im Premiumsegment. Leder, Holzverkleidungen, eine Uhr in der Mitte des Armaturenbretts und ein traditionelles Ambiente sorgen für einen Innenraum, der sich deutlich von dem moderner Limousinen unterscheidet. Mit mehr als 220.000 km auf dem Tacho lässt Tristans Auto zudem erkennen, wie gut die Materialien den Zahn der Zeit überstehen.


Und die Bilanz fällt gemischt aus. «Es bewegt sich nichts, italienische Kunststoffe aus dieser Zeit haben einen schlechten Ruf, sie kleben … Das trübt das Erlebnis. Ansonsten altert das Poltrona-Leder hervorragend.»
Die berühmten klebrigen Kunststoffteile, die den Besitzern bestimmter italienischer Autos dieser Generation nur allzu gut bekannt sind, stellen somit einen der größten Mängel im Innenraum dar. Die Lederpolster hingegen scheinen den Zahn der Zeit gut überstanden zu haben.
Ein weiteres Merkmal, das das Alter des Fahrzeugs verrät: das serienmäßige Multimediasystem. Tristan hat sich dafür entschieden, es durch einen 10-Zoll-Touchscreen zu ersetzen, um seinen Quattroporte zu modernisieren. Die allgemeine Ergonomie gefällt ihm, auch wenn dieses Auto seiner Meinung nach nicht dazu einlädt, während der Fahrt häufig Bedienelemente zu betätigen. «Was beim Fahren wirklich griffbereit ist, sind die Schaltwippen», betont er.

Was die Elektronik angeht, so hält sie manchmal einige Überraschungen bereit. «Italien und Elektronik – das ist eine Geschichte für sich … Manchmal leuchten die Kontrollleuchten auf und erlöschen wieder … Das Auto lebt!» Eine humorvoll formulierte Bemerkung, die jedoch daran erinnert, dass eine italienische Limousine dieser Generation eine gewisse Toleranz gegenüber kleinen elektrischen Macken erfordern kann.
Was den Komfort angeht, schätzt Tristan besonders die Vordersitze, die er als bequem und gut gestaltet empfindet. Er räumt jedoch ein, dass er die Rücksitze als Beifahrer noch nie wirklich getestet hat.


Der Kofferraum stellt eine weitere Einschränkung dieser großen Limousine dar. Trotz der großzügigen Abmessungen des Quattroporte wird sein Volumen durch die Anordnung des Tanks hinter der Rückbank beeinträchtigt. Tristan schätzt dennoch das zusätzliche Stauraumangebot unter dem Boden.

Verbrauch, Wartung und Zuverlässigkeit: Der Preis der Leidenschaft
Das ist wahrscheinlich der interessanteste Teil dieses Erfahrungsberichts. Denn auch wenn der Kauf eines gebrauchten Maserati Quattroporte V8 im Vergleich zum Neupreis erschwinglich erscheinen mag, ist der Alltag damit eine ganz andere Geschichte. Tristan versucht nicht, den Verbrauch seines V8-Saugmotors herunterzuspielen. Die Zahlen, die er nennt, lassen keinen Zweifel zu.
Die von Tristan erfassten tatsächlichen Verbrauchswerte
| Art der Strecke | Verbrauch |
|---|---|
| Stadt | 18 l/100 km |
| Autobahn mit 130 km/h | 13 l/100 km |
| Durchschnitt | 15 l/100 km |
Bei einem Durchschnittsverbrauch von 15 l/100 km werden für eine Strecke von 10.000 km etwa 1.500 Liter Kraftstoff benötigt. Bei einem Preis von 2 € pro Liter entspräche dies beispielsweise 3.000 € Kraftstoffkosten für 10.000 km.
Doch der Kraftstoffverbrauch ist nicht der einzige zu berücksichtigende Kostenpunkt. In seiner Bilanz über fünf Jahre erwähnt Tristan mehrere mechanische Eingriffe: die Klimaanlage, den Kühler und das Motorsteuergerät. Er gibt zwar keine genauen Kosten für diese Reparaturen an, doch sie zeigen, dass ein Quattroporte dieses Alters und mit dieser Laufleistung ein angemessenes Wartungsbudget erfordert.
Ein weiterer besonders wichtiger Punkt: die Reifen. «Die Vorderreifen halten 20.000 und die Hinterreifen 10.000.» Eine relativ kurze Lebensdauer, insbesondere an den Hinterrädern, zu der noch die drei bereits erwähnten Reifenpannen hinzukommen. Die Reifen stellen daher für Tristan einen wiederkehrenden Kostenfaktor dar.
Was die Wartung angeht, hat er sich dafür entschieden, nicht auf das offizielle Maserati-Netzwerk zurückzugreifen. Sein Quattroporte wird in einer unabhängigen Fachwerkstatt gewartet. Eine Entscheidung, mit der sich bestimmte Kosten in Grenzen halten lassen – vorausgesetzt, man vertraut das Auto einem Fachmann an, der sich mit dieser Technik und ihren Besonderheiten gut auskennt. Trotz der anfallenden Reparaturen scheint Tristan seine Entscheidung nicht zu bereuen.
Warum ein Maserati statt eines BMW 7er oder eines Mercedes der S-Klasse?
Auf dem Papier bewegt sich der Maserati Quattroporte im Segment der großen Luxuslimousinen, wo er insbesondere mit der BMW 7er-Reihe und der Mercedes S-Klasse konkurriert. Doch für Tristan hat sich dieser Vergleich offenbar nie in dieser Form gestellt.
«Ich habe nicht lange gezögert, ob ich mich für einen BMW 7er oder einen Mercedes der S-Klasse entscheiden soll.» Was ihn am Maserati reizt, ist nicht unbedingt die Suche nach dem besten Kompromiss zwischen Komfort, Technik und Betriebskosten. Es ist vor allem sein Charakter.
Auf die Frage, was seinem Quattroporte das gewisse Etwas verleiht, antwortet er schlicht: «Zeitlose Linienführung und ein klangvoller Klang.»


Zwei Eigenschaften, die den Reiz dieser Generation recht gut auf den Punkt bringen. Der von Pininfarina entworfene Quattroporte besticht durch eine Silhouette, die auf den ersten Blick unverkennbar ist, während sein Saug-V8-Motor ihm einen Klangcharakter verleiht, den man bei den heutigen großen Limousinen nur noch selten findet.
Das erklärt auch, warum manche Liebhaber seine Schwächen in Kauf nehmen: einen hohen Kraftstoffverbrauch, einen hohen Wartungsaufwand, eine manchmal launische Elektronik und einen straffen Fahrkomfort auf schlechten Straßen.
Fazit: Ein Maserati mit über 220.000 km auf dem Tacho, der nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat
Nach 90.000 km am Steuer liefert Tristan einen besonders interessanten Erfahrungsbericht zum Maserati Quattroporte S. Sein Auto hat bereits mehr als 220.000 km zurückgelegt, und dennoch sind die Eigenschaften, die er am meisten hervorhebt, nach wie vor jene, die den Ruf des Modells ausmachen: der V8-Motor, der Klang, das präzise Fahrverhalten und das Design.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Klebrige Kunststoffteile, blinkende Kontrollleuchten, mechanische Reparaturen und vor allem der schnelle Reifenverschleiß machen deutlich, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche Limousine handelt, deren Wartung unkompliziert ist. Was jedoch aus dieser Erfahrung hervorgeht, ist, dass ein Quattroporte auch bei hoher Kilometerleistung noch viel Freude bereiten kann – vorausgesetzt, man akzeptiert seine Einschränkungen und plant das nötige Budget ein.
Der Maserati Quattroporte S ist also nicht gerade das vernünftigste Auto für den Alltag. Aber vielleicht macht genau das seinen Reiz aus: Er verwandelt eine gewöhnliche Fahrt in ein Erlebnis, an dem sein Besitzer auch nach Zehntausenden von Kilometern noch Freude hat.
Vielen Dank an Tristan, ein Mitglied der Italpassion-Community, für seinen Erfahrungsbericht und die Fotos seines Maserati Quattroporte S. Auch Sie können, eine Probefahrt mit Ihrem italienischen Auto vereinbaren damit er auf Italpassion veröffentlicht wird.