Stellantis setzte auf die Chinesen von Leapmotor ... und hat gerade den Beweis erhalten, dass dies die richtige Entscheidung war

Wenn Stellantis kündigte im Oktober 2023 seinen Investition von 1,5 Milliarden Euro in den chinesischen Hersteller Leapmotor, Viele sahen darin eine riskante Wette. Die Allianz zwischen einem westlichen Automobilriesen und einem chinesischen Elektroauto-Startup erschien damals überraschend und stand sogar im Widerspruch zu den kritischen Äußerungen von Carlos Tavares über die Offensive der chinesischen Hersteller.

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Zwei Jahre später werfen die jüngsten Finanzergebnisse von Leapmotor ein ganz anderes Licht auf diese Entscheidung. Und sie scheinen zu bestätigen, dass Stellantis vielleicht vor vielen anderen richtig gesehen hatte.

Leapmotor wird endlich profitabel

Leapmotor hat gerade seine Ergebnisse für das Jahr 2025 veröffentlicht, und sie stellen einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des chinesischen Herstellers dar. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung weist die Marke einen Jahresgewinn aus.

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Der Konzern verzeichnete einen Nettogewinn von 540 Millionen Yuan, was etwa 70 Millionen Euro entspricht. Eine spektakuläre Wende, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen im Jahr 2024 noch einen Verlust von 2,82 Milliarden Yuan verzeichnete. Leapmotor ist damit erst der zweite aufstrebende chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen, der in einem vollen Jahr die Gewinnzone erreicht.

Diese Leistung beruht vor allem auf einem extrem schnellen Wachstum des Geschäfts. Im Jahr 2025 verdoppelten sich die Einnahmen schlichtweg auf 64,73 Milliarden Yuan, was einem Anstieg von über 101 % im Jahresvergleich entspricht.

Auch die Rentabilität hat sich stark verbessert. Die Bruttomarge erreichte 14,5 %, gegenüber 8,4 % im Vorjahr, während das Unternehmen mit 177 Millionen Yuan wieder ein positives Betriebsergebnis erzielte, nachdem es 2024 noch einen Verlust von über 3 Milliarden Yuan verzeichnet hatte.

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Leapmotor erwirtschaftete außerdem einen freien Cashflow von 7,82 Milliarden Yuan und beendete das Jahr mit einem Kassenbestand von fast 38 Milliarden Yuan. Zahlen, die von einer finanziellen Stärke zeugen, die in der hart umkämpften Welt der chinesischen Automobil-Start-ups immer seltener wird.

Beeindruckendes Geschäftswachstum

Diese finanzielle Verbesserung stützt sich auf eine Explosion der Verkaufszahlen. Im Jahr 2025 lieferte Leapmotor weltweit 596.555 Fahrzeuge aus, mehr als doppelt so viele wie die 293.724 Einheiten, die 2024 verkauft wurden.

Mit diesem Volumen ist die Marke zum meistverkauften aufstrebenden Hersteller von Elektrofahrzeugen in China geworden. Ein bemerkenswertes Ergebnis in einem Markt, in dem der Wettbewerb mit Giganten wie BYD, Nio oder Xpeng besonders hart ist.

Auch die internationale Expansion beginnt sich auszuwirken. Im Jahr 2025 exportierte Leapmotor mehr als 67.000 Fahrzeuge aus China. Und Anfang 2026 lagen die kumulierten Exporte bereits bei über 100.000 Einheiten. Genau diese internationale Dimension ist eine der Säulen der mit Stellantis unterzeichneten Partnerschaft.

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Stellantis' Schlüsselrolle bei der globalen Expansion

Das Wachstum von Leapmotor im Ausland beruht weitgehend auf dem Joint Venture Leapmotor International, das mit Stellantis gegründet wurde. In dieser Struktur hält der französisch-italienisch-amerikanische Automobilkonzern 51 % der Anteile und kontrolliert die Export-, Verkaufs- und Produktionsaktivitäten der chinesischen Modelle außerhalb Chinas.

Dank des weltweiten Netzwerks von Stellantis verfügt Leapmotor heute über etwa 900 Verkaufs- und Servicestationen in 40 Märkten. In Europa befinden sich bereits über 800 Händler.

Nach Angaben des Unternehmens hat die Kombination aus der Technologie der Leapmotor-Modelle und der Stärke des Vertriebsnetzes von Stellantis dazu geführt, dass das Joint Venture bereits im zweiten Jahr seiner Tätigkeit die Gewinnzone erreicht hat. Dieser Erfolg bestätigt teilweise die von Stellantis vor zwei Jahren erdachte Strategie: die technologische Agilität eines chinesischen Herstellers zu nutzen und sich gleichzeitig auf sein eigenes globales Netzwerk zu stützen.

Eine Zusammenarbeit, die intensiviert werden soll

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen könnte in den kommenden Jahren übrigens noch viel weiter gehen.

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Leapmotor nutzte das Jahr 2025, um seine Produktpalette um mehrere neue Modelle zu erweitern, die auf der Technologieplattform LEAP 3.5 basieren. Diese Architektur umfasst unter anderem fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und elektrische Architekturen mit einer Spannung von bis zu 800 Volt.

Zu den neuen Modellen gehören der Elektro-SUV B10, die Limousine B01, das Coupé Lafa5, der Oberklasse-SUV D19 und der Minivan D99. Die europäische Expansion soll auch über eine lokale Produktion erfolgen. So könnte der SUV B10 ab 2026 im Stellantis-Werk in Saragossa, Spanien, montiert werden.

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Laut Leapmotor gehen die Gespräche mit Stellantis jedoch bereits über diese Industrieprojekte hinaus. Die beiden Unternehmen erkunden derzeit verschiedene Formen der Zusammenarbeit bei kompletten Fahrzeugen und Komponenten, wobei sich einige Projekte bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Verhandlungen befinden. Mit anderen Worten: Leapmotor könnte weit mehr als nur ein Geschäftspartner werden.

Eine strategische Wette, die Sinn macht

Für Stellantis kommen die Ergebnisse von Leapmotor zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Der Konzern sieht sich in Europa einem wachsenden Regulierungsdruck ausgesetzt, insbesondere durch die immer strengeren CO₂-Emissionsnormen. In diesem Zusammenhang ist es ein großer strategischer Vorteil, über einen Hersteller zu verfügen, der in der Lage ist, schnell wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge zu produzieren.

Die Leapmotor-Modelle könnten Stellantis nicht nur dabei helfen, sein Elektroangebot zu erweitern, sondern auch ein Volumen an emissionsfreien Fahrzeugen generieren, das die Emissionen seiner Modelle mit Verbrennungsmotor ausgleichen kann.

Was im Jahr 2023 als gewagte Wette erschien, sieht heute wie eine besonders pragmatische Entscheidung aus. Indem Stellantis auf Leapmotor setzte, bevor der chinesische Hersteller seine Rentabilität nachweisen konnte, hat sich Stellantis einen technologischen und industriellen Verbündeten geschaffen, der in der Lage ist, seinen Übergang zum Elektroantrieb zu beschleunigen ... und gleichzeitig die finanziellen Risiken im Zusammenhang mit den europäischen Vorschriften zu verringern.

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Zwei Jahre später scheinen die Zahlen eindeutig zu sein: Stellantis' China-Wette beginnt sich bereits auszuzahlen.

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