Stellantis ruft europaweit 9 Modelle mit dem 1.2L Hybridmotor wegen eines Problems zurück, das zu Überhitzung führen kann.

Nur wenige Tage nach einer Rückrufkampagne, die die 1.5L BlueHDi-Motoren betraf, Stellantis macht erneut mit einer großen Aktion von sich reden, die dieses Mal seinen 1,2-Liter-Mikrohybrid-Benzinmotor betrifft.

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Die ursprünglich von L'Argus aufgedeckte Kampagne betrifft mehr als 210.000 Fahrzeuge in Frankreich, genauer gesagt 211.725 Einheiten, die zwischen 2023 und 2026 produziert werden. Bei dem Motor handelt es sich um den Dreizylinder 1.2 PureTech der dritten Generation (EB2 Gen 3), der mittlerweile auch in den Mildhybridmodellen des Konzerns weit verbreitet ist.

Zunächst schien diese Transaktion auf den französischen Markt beschränkt zu sein, doch nun deuten mehrere Elemente darauf hin, dass sie weit darüber hinausgeht.

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Ein technischer Defekt, der zu einer Überhitzung führen kann

Im Gegensatz zu früheren Problemen, die beim PureTech bekannt wurden, ist dieses Mal nicht direkt der Motor schuld. Der identifizierte Fehler betrifft einen zu geringen Abstand zwischen zwei Schlüsselkomponenten: der Leitung des Partikelfilters und der Schutzkappe des 48V-Startergenerators (BSG).

Dieses fehlende Spiel kann dazu führen, dass sich die Teile aneinander reiben. Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Feuchtigkeit, kann dies zum Eindringen von Wasser führen, einen Lichtbogen erzeugen und dann zu einer Überhitzung führen. In den extremsten Fällen kann es zu einem Brandausbruch kommen.

Stellantis zählte 36 Vorfälle im Zusammenhang mit diesem Problem, von denen 12 zu einem beginnenden Brand im Motorraum führten. Es wurden jedoch keine Verletzten gemeldet, was den präventiven Charakter dieser Kampagne erklärt.

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Schnelle Intervention und Betreuung

Die technische Lösung ist relativ einfach. Sobald das Fahrzeug in der Werkstatt ist, tauschen die Techniker die Schutzkappe gegen ein verbessertes Modell aus, das eine bessere Abdichtung gewährleistet. Sie überprüfen auch den Abstand zwischen den Bauteilen und passen ihn gegebenenfalls an. Der Vorgang dauert etwa 30 Minuten und wird vollständig vom Hersteller übernommen. Die betroffenen Hausbesitzer werden nach und nach kontaktiert, um einen Einsatz zu planen.

Eine Kampagne bereits über Frankreich hinaus

Die interessanteste Information kommt jedoch aus einer anderen Richtung. Während L'Argus nur Frankreich erwähnte, ändern Aussagen aus Italien die Lage.

Besitzer des neuen Lancia Ypsilon berichteten nämlich, dass sie eine Benachrichtigung im Zusammenhang mit der Rückrufaktion F60E erhalten hatten. Diese betraf genau das gleiche technische Problem: Anpassung des Abstands zwischen dem Partikelfilter und dem 48V-Hybridsystem mit Austausch der Schutzkappe. In Italien sollen bereits 911 Fahrzeuge betroffen sein, mit Modellen, die zwischen 2024 und 2026 produziert wurden. Diese Bestätigung legt nahe, dass die Kampagne in Wirklichkeit europaweit ist und nicht auf ein einzelnes Land beschränkt ist.

Eine potenziell viel größere Liste von Modellen

In Frankreich ist die Liste der betroffenen Fahrzeuge bereits beeindruckend. Sie umfasst fast alle Modelle, die mit dem 1.2L Hybridmotor mit 110 PS und 145 PS in der Stellantis-Gruppe ausgestattet sind.

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Dazu gehören Modelle von Alfa Romeo, Citroën, DS, Fiat, Jeep, Lancia, Opel und vor allem Peugeot, auf den allein mehr als die Hälfte der betroffenen Fahrzeuge entfällt.

Wenn sich jedoch die Ausweitung auf Italien bestätigt, was bereits der Fall zu sein scheint, ist es sehr wahrscheinlich, dass alle europäischen Märkte betroffen sein werden. Das bedeutet, dass die Gesamtzahl der betroffenen Fahrzeuge weit über die ursprünglich angekündigten 211 000 Einheiten hinausgehen könnte.

Ein weiterer schwerer Schlag für den 1.2L-Motor

Dieser Rückruf erfolgt in einem bereits heiklen Kontext für den 1.2 PureTech-Motor, der in den letzten Jahren mehrere Polemiken erlebt hat, insbesondere bei seinen älteren Generationen. Stellantis steht nun vor einer doppelten Herausforderung: Er muss den Kunden die Zuverlässigkeit dieser Schlüsselmotorisierung versichern und gleichzeitig eine Rückrufkampagne effizient managen, die schnell eine kontinentale Dimension annehmen könnte.

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