Stellantis bringt in den USA einen «neuen» Hybridmotor auf den Markt ... und die Technologie kommt von Peugeot und Toyota

Mehrere Monate nach seiner offiziellen Vorstellung ist der neue 1.6L Hybridmotor von Stellantis gibt endlich sein Debüt auf den amerikanischen Straßen. Die ersten Pressetests des Jeep Cherokee 2026 haben gerade in den USA begonnen und zeigen ein interessantes technisches Detail: Hinter dem als neuartig angepriesenen Antriebsstrang verbirgt sich in Wirklichkeit eine Mischung aus europäischer - und japanischer - Technologie.

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Denn während der Motor von Peugeot stammt, kommt das Hybridgetriebe von einem Lieferanten, der eng mit Toyota verbunden ist.

Ein französischer Motor im Herzen des amerikanischen Cherokee

Unter der Haube des neuen Jeep Cherokee verwendet Stellantis einen Motor, der europäischen Ingenieuren wohlbekannt ist: den 1,6-Liter-EP6, einen Vierzylinder-Turbomotor, der ursprünglich von PSA entwickelt wurde und bereits in mehreren Plug-in-Hybridmodellen von Peugeot zum Einsatz kommt.

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Für den nordamerikanischen Markt wurde dieser Motor zu einem einfachen Hybrid (HEV) umgebaut. Er leistet nun 177 PS im Verbrennungsmotor und erreicht eine kombinierte Leistung von 210 PS, wenn er mit dem elektrischen System kombiniert wird. Diese Konfiguration unterscheidet sich von der europäischen Plug-in-Hybridversion, bei der der Verbrennungsmotor in der Regel auf 150 PS beschränkt ist.

Dieser Motor, der im Werk Dundee in Michigan hergestellt wird, arbeitet im Miller-Zyklus und verfügt über einen Turbo, der einen Druck von etwa 2,6 bar erreichen kann. Die eigentliche Besonderheit dieser Motorisierung liegt jedoch nicht im Motor selbst.

Ein Hybridantrieb von Toyota

Um diesen Motor zu hybridisieren, hat Stellantis nicht seine eigene Technologie verwendet. Das Unternehmen wandte sich an einen externen Anbieter: Blue Nexus, ein japanisches Unternehmen, das 2019 gegründet wurde und sich teilweise im Besitz von Toyota befindet.

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Normalerweise liefert Blue Nexus seine Hybridsysteme an japanische Marken wie Toyota, Lexus, Subaru, Mazda oder Suzuki. Für den neuen Jeep Cherokee verwendet Stellantis ein Hybridsystem mit zwei Elektromotoren, die an ein Planetengetriebe gekoppelt sind, eine Architektur, die derjenigen sehr ähnlich ist, die Toyota seit langem in seinen Hybridmodellen verwendet.

Blue Nexus-Reihe
Internes Stellantis-Dokument erhalten von Italpassion

Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem eCVT: Das Getriebe teilt die Leistung des Verbrennungsmotors in zwei verschiedene Ströme auf, einen mechanischen und einen elektrischen. Die beiden Motor-Generatoren können entweder das Auto antreiben, Strom erzeugen, um die Batterie aufzuladen, oder den Verbrennungsmotor bei Beschleunigungsphasen unterstützen.

Beim Anfahren oder bei geringer Beanspruchung kann das Fahrzeug nur mithilfe des Haupt-Elektromotors fahren. Wenn der Verbrennungsmotor aktiviert wird, kann er sowohl die Räder antreiben als auch über den zweiten Motor-Generator Strom erzeugen. Beim Verzögern oder Bremsen wird die kinetische Energie zurückgewonnen, um die Batterie aufzuladen.

Mit anderen Worten: Die Technologie, die in diesem Jeep Cherokee zum Einsatz kommt, basiert direkt auf dem Hybridsystem, das seit über 20 Jahren durch den Toyota Prius populär ist.

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Erste Pressetests bestätigen die Effizienz

Die ersten Testfahrten der amerikanischen Journalisten haben gerade erst begonnen, und die Rückmeldungen heben vor allem einen Punkt hervor: die Effizienz des Hybridsystems. Einige Journalisten merkten an, dass der eCVT-Antrieb nicht unbedingt die beste Lösung für das traditionelle Image eines Jeep-SUV ist, das oft mit stärkeren Motoren oder klassischen Getrieben kombiniert wird. Andererseits betonen die ersten Tests den für ein Modell dieses Segments besonders niedrigen Verbrauch.

Stellantis gibt unter anderem eine Reichweite von bis zu über 800 km mit einer Tankfüllung an und einen geschätzten Verbrauch von rund 37 mpg, was etwa 6,3 L/100 km entspricht.

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Eine unterschiedliche Hybridstrategie in Europa und den USA

Diese technologische Wahl ist auch deshalb interessant, weil sie im Gegensatz zu der von Stellantis in Europa verfolgten Strategie steht.

Auf dem alten Kontinent stellt der Konzern seine eDCT-Hybridgetriebe, die vor allem mit dem 1.2L EB2-Motor verwendet werden, selbst her. Diese Getriebe werden in mehreren Werken hergestellt, darunter Metz, Mirafiori und bald auch Termoli, und könnten langfristig auch mit anderen Motoren wie dem 1.0L und 1.5L Firefly kombiniert werden.

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eDCT

In den USA war die Logik eine andere. Stellantis zog es vor, einen französischen 1.6L EP6-Motor mit japanischer Hybridtechnologie zu kombinieren, die von Blue Nexus geliefert wurde, und das Ganze in einem in Mexiko produzierten Jeep-Fahrzeug. Eine industrielle Mischung, die ziemlich aufschlussreich für die mittlerweile globale Dimension des Konzerns ist.

Und nach dem 1.6L?

Jetzt bleibt nur noch eine wichtige Frage für die Zukunft: die Hybridisierung der stärkeren Motoren von Stellantis. Die 2.0L- und 3.0L-GME-Motoren sowie der 3.0L-V6-Motor könnten in den kommenden Jahren ebenfalls eine Hybridisierung erhalten. Vor etwa einem Jahr berichteten wir über die Möglichkeit von mit ZF entwickelte Hybridgetriebe, Es gibt jedoch noch keine offizielle Bestätigung.

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In der Zwischenzeit führt der Cherokee also eine originelle Hybridarchitektur ein: ein europäischer Motor, ein japanisches Getriebe und ein amerikanisches SUV, das in Mexiko produziert wird. Eine Kombination, die Stellantis' globale Strategie im Zeitalter der Elektrifizierung perfekt veranschaulicht.

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