
Mehrere Jahre lang schien das Schicksal des Fiat FireFly-Motors, der auch unter dem Namen GSE bekannt ist, besiegelt. Unauffällig, alternd und in der Produktstrategie von Stellantis an den Rand gedrängt, schien dieser italienische Benzinmotor zu einem langsamen Aussterben verurteilt zu sein. Und doch hat ihm der Automobilkonzern entgegen allen Erwartungen ein zweites Leben geschenkt. Eine Entscheidung von großer Bedeutung für die italienische Industrie... und für die Zukunft des Verbrennungsmotors in Europa.
Ein italienischer Motor wird in den Hintergrund gedrängt
Seit der Gründung von StellantisDer Kurs war klar: maximale Rationalisierung der Motorisierungen und Einführung des 1.2L EB2, des ehemaligen PureTech, der zum Referenz-Benzinmotor des Konzerns in Europa wurde.
In diesem Zusammenhang war der FireFly/GSE eine Ausnahme. Er wurde in Termoli, Italien, hergestellt und überlebte nur mühsam in einigen wenigen Modellen, wie dem Fiat Panda oder dem Alfa Romeo Tonale, ohne wirkliche Entwicklungsperspektiven. Die Situation des Werks in Termoli verstärkte das Gefühl, dass der Zyklus zu Ende war. Die Motorenproduktion, die über ACC in eine Gigafactory für Batterien umgewandelt werden sollte, schien dem Untergang geweiht zu sein. Auch wenn das Projekt mittlerweile auf Eis gelegt wurde, gab es keine klaren Signale, dass der FireFly in der europäischen Produktpalette von Stellantis noch eine Rolle spielen würde. Zumal die neuen Modelle Alfa Romeo Junior, Fiat 600 und Lancia Ypsilon alle mit dem EB2-Motor auf den Markt gebracht wurden. Und alles deutet darauf hin, dass die zukünftigen Lancia Gamma oder der kommende SUV Alfa Romeo A4U denselben Weg einschlagen werden, wenn nicht sogar den des 1.6L EP6.
Der Fiat 500 Hybrid, ein halbherziger Aufschub
Die einzige positive Meldung für Termoli in den letzten Monaten war gewesen die Wiederbelebung des Fiat 500 Hybriddie mit dem FireFly/GSE ausgestattet war. Das war zwar ein Sauerstoffstoß für die Fabrik, aber technisch enttäuschend. Mit 65 PS, einem sehr leichten Hybridantrieb und etwa 120 g CO₂/km blieb diese Variante angesichts einer Konkurrenz, die 2026 bereits viel weiter fortgeschritten ist, blass. Genug, um eine industrielle Aktivität aufrechtzuerhalten, aber eindeutig nicht, um die Zukunft des italienischen Verbrennungsmotors zu verkörpern.

Der Knaller: Der Euro-7-kompatible FireFly
Hier kippt das Szenario. Bei einem kürzlich abgehaltenen Automobil-Rundtischgespräch im italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy machte Stellantis eine unerwartete Entscheidung offiziell: Der GSE-Motor wird an die Euro-7-Norm angepasst. Mehr noch: Wie Emanuele Cappellano, CEO von Stellantis Europe, bestätigte, hat sich die Gruppe dafür entschieden, "in die Zukunft der GSE-Motoren zu investieren, um ihren Einsatz über das Jahr 2030 hinaus zu gewährleisten". Eine starke Erklärung, die die industrielle Lesart des Dossiers radikal verändert. Das FireFly/GSE ist also nicht mehr ein Triebwerk am Ende seiner Lebensdauer, sondern ein verlängertes, modernisiertes und in die langfristige Strategie von Stellantis eingebundenes Triebwerk. Eine strategische Kehrtwende, die die operative Kontinuität von Termoli unabhängig von der anhaltenden Unklarheit um die ACC-Gigafactory sicherstellt.
Termoli wird wieder zum strategischen Standort
Der CEO von Stellantis hatte dies bereits im Dezember 2025 angekündigt, Termoli bleibt ein wichtiger Schwerpunkt des Stellantis-Industrieplans. Und diese Entscheidung wird von einem weiteren Schlüsselelement begleitet: der Bestätigung, dass die Produktion von e-DCT-Getrieben in Termoli aufgenommen wird. Eine doppelte Zuweisung (Euro 7 GSE-Motoren und elektrifizierte Getriebe), die dem Standort eine echte industrielle Perspektive zurückgibt. Auf Gewerkschaftsseite ist weiterhin Vorsicht geboten, aber die Botschaft ist klar. Die Uilm bestätigt durch Rocco Palombella und Gianluca Ficco, dass die Vorarbeiten für e-DCT kurz vor dem Beginn stehen und dass die Entwicklung einer neuen Euro 7-Generation des GSE es dem Werk ermöglichen wird, über das Jahr 2030 hinaus zu gehen.
Und nun, welche Zukunft hat der Fiat-Motor?
Diese Ankündigung eröffnet ein völlig neues Feld der Möglichkeiten. Indem Stellantis den FireFly Euro 7-kompatibel macht, eröffnet sich die Möglichkeit, einen italienischen 100 %-Motor wieder in zukünftige europäische Modelle einzubauen, zumindest für die transalpinen Marken. Bleibt eine wesentliche Voraussetzung: die technologische Entwicklung. Um im nächsten Jahrzehnt glaubwürdig zu sein, muss der GSE weit über die derzeitige Mikro-Hybridisierung hinausgehen. Die Hoffnung besteht nun darin, dass er mit einem echten HEV-Hybridsystem kombiniert wird, das in Bezug auf Sparsamkeit und Leistung mit den besten Angeboten auf dem Markt konkurrieren kann. Wenn dies der Fall ist, könnte der todgeglaubte Motor zu einem Eckpfeiler der europäischen Automobiltransformation werden, da die Technologieneutralität wieder in den Mittelpunkt der politischen Debatte rückt. Der Fiat-Motor war dem Tod geweiht, doch vielleicht wurde er gerade wiedergeboren.
Es gibt wirklich gute Nachrichten, die von Stellantis positiv sind, die Basis Giorgio evo für die neuen Stelvio und Giulia, die Entwicklung des Firefly euro 7, die mir logisch erscheint und die ein strategischer Fehler von Tavares ist, der den Italienern nur PSA aufzwingen wollte.
Das sind einige gute Nachrichten in letzter Zeit. Als ob Stellantis nach einem katastrophalen Start, der aus vielen verrückten Entscheidungen resultierte, seinen Kopf wieder auf die Schultern legt und beschließt, ernsthaft zu arbeiten.