
Die Zahlen wurden vor einigen Wochen bekannt gegeben und wirkten wie ein Elektroschock: im Jahr 2025, Maserati lieferte weltweit nur 7.800 Autos aus. Ein historisch niedriges Volumen für die Marke mit dem Dreizack, so dass Ferrari mehr Autos als Maserati verkaufte - ein besonders harter Vergleich für einen Hersteller, der noch vor wenigen Jahren das Ziel hatte, mehr als 50.000 Autos pro Jahr zu produzieren.
In diesem heiklen Umfeld konnten sich einige Beobachter vorstellen, dass Maserati seine Investitionen verlangsamen oder bestimmte Projekte, insbesondere elektrische, auf Eis legen würde. Doch neue Spionagefotos zeigen genau das Gegenteil: Die Marke entwickelt ihren GranTurismo und GranCabrio weiter, auch in ihren elektrischen Folgore-Versionen.
Ein Update für GranTurismo und GranCabrio ist in Vorbereitung
Leicht getarnte Prototypen der Maserati GranTurismo und GranCabrio wurden bei Wintertests in Schweden gesichtet. Trotz Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt setzen die Ingenieure in Modena die Tests für das scheinbar für 2027 geplante Facelift fort.
Die Änderungen bleiben vorerst relativ unauffällig, sind aber auf den Fotos deutlich zu erkennen. Die Prototypen zeigen einen neuen vorderen Stoßfänger mit größeren Lufteinlässen und einen neu gestalteten Kühlergrill. Bei einigen Modellen scheinen auch die seitlichen Öffnungen überarbeitet worden zu sein, um die Bremsen besser zu kühlen.



Am Heck zeigt das getestete GranCabrio Folgore ebenfalls einen leicht veränderten Diffusor, während beim GranTurismo Trofeo ein Detail die Aufmerksamkeit auf sich zieht: transparente Rückleuchten, die eine Designänderung ankündigen könnten.
Der Innenraum, der sich weiterentwickeln könnte
Die Spionagefotos zeigen nicht das Innere, aber mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass die Entwicklung vor allem den technologischen Teil betreffen könnte.
Zukünftige Versionen könnten tatsächlich die von Stellantis entwickelte STLA SmartCockpit-Architektur enthalten. Diese Plattform markiert die Ankunft von Fahrzeugen, die stärker durch ihre Software definiert werden, mit einer Elektronik, die auf der STLA Brain-Architektur basiert.
Letztendlich könnte dies die Integration von größeren Bildschirmen ermöglichen, d. h. ein Bildschirm, der sich über das gesamte Armaturenbrett erstreckt. Künstliche Intelligenz an Bord und eine Vorbereitung auf autonomes Fahren der Stufe 3 gehören ebenfalls zu den Fähigkeiten, die Stellantis für diese Architektur angekündigt hat.
Angesichts der finanziellen Situation von Maserati ist es jedoch wahrscheinlich, dass die Entwicklungen im Innenraum maßvoll bleiben und vor allem neue Materialien, zusätzliche Optionen und mehr Möglichkeiten zur Personalisierung bieten.
Nettuno und Folgore: Verbrennungsmotor und Elektroantrieb weiterhin auf dem Programm
Besonders interessant an diesen Prototypen ist, dass die beiden Philosophien von Maserati bestätigt zu werden scheinen: Der Nettuno-Verbrennungsmotor und die Folgore-Elektrotechnologie werden auch weiterhin nebeneinander existieren.
Die Versionen Modena und Trofeo sollten weiterhin den Nettuno V6-Biturbo mit einer derzeitigen Leistung von 490 PS und 550 PS verwenden. Dieser Motor muss jedoch leicht weiterentwickelt werden, um die zukünftigen Euro-7-Normen zu erfüllen.
Auf der elektrischen Seite setzt Maserati die Entwicklung des Folgore, der technisch spektakulärsten Version, fort. Sein Antriebsstrang mit drei Elektromotoren leistet heute 760 PS. Trotz einer 83-kWh-Batterie, die theoretisch in der Lage wäre, mehr als 1.200 PS zu unterstützen, ist die Leistung heute durch die Entladerate begrenzt. Maserati könnte also das Restyling nutzen, um diesen Punkt zu verbessern.
Ein Versuch, das Interesse der Kunden wieder zu wecken
Die Herausforderung für Maserati bleibt jedoch immens. Die aktuellen Modelle GranTurismo und GranCabrio, die 2022 bzw. 2024 auf den Markt kommen, haben nicht den erhofften kommerziellen Erfolg erzielt.
Die Marke setzt heute stark auf ihr Personalisierungsprogramm Fuoriserie, mit einzigartigen Farben und maßgeschneiderten Innenkonfigurationen, um eine exklusivere Kundschaft anzuziehen. Bisher hat diese Strategie jedoch nicht ausgereicht, um die Verkaufszahlen anzukurbeln. Vor diesem Hintergrund könnte dieses Restyling dazu dienen, die Modelle wieder sichtbarer und attraktiver zu machen, ohne auf eine komplette neue Generation warten zu müssen.
Diese Spionagefotos senden auf jeden Fall eine klare Botschaft: Trotz eines extrem schwierigen Jahres 2025 scheint Maserati nicht bereit zu sein, seine technologischen Ambitionen aufzugeben. Die Marke arbeitet weiterhin an ihren Coupés und Cabriolets, während sie mit der Folgore-Reihe ihre Elektrifizierungsstrategie fortsetzt.


