Dieser Maserati Quattroporte V8 war ein Kindheitstraum und außerdem der billigste im Internet: "Was für ein unglaublicher Sound mit dem Originalauspuff!"

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"Neulich war ich im Internet ... und habe das gekauft." Die Art von Satz, die wie ein Witz klingt, bis zu dem Moment, in dem sich die Kamera auf eine Maserati Quattroporte. Nicht eine Maserati "modern", kein SUV: ein Quattroporte V8 von 2007, der, der eine ganze Generation von Maseratisten geprägt hat. Der, den wir als Kinder in Top Gear gesehen haben. Den, den wir als Poster hatten, manchmal sogar in der Hot Wheels-Version. Und das Verrückteste an dieser Geschichte ist nicht nur, dass er sich seinen Kindheitstraum erfüllt hat, sondern dass es das billigste Auto im Internet war. Ein Quattroporte V8 zum Schnäppchenpreis. Zwangsläufig gibt es bei diesem Preis einen weiteren Satz, der die Aufregung begleitet: "Was steckt dahinter?".

Ein letzter Duft eines "echten" Maserati unter Ferrari-Einfluss

Der Quattroporte, um den es hier geht, ist ein 2007er Modell. Er stammt aus einer Zeit, in der Maserati noch eng mit Ferrari verbunden war und die Idee einer Luxuslimousine mit dem Herz eines Supersportwagens nicht nur ein Marketing-Slogan war. Unter der Motorhaube befindet sich ein 4,2-Liter-V8-Saugmotor von Ferrari, der bis zu 7000 Umdrehungen pro Minute hochdrehen kann. Ein Triebwerk, das man mit einer Epoche, einem Klang und einer Philosophie verbindet: Es lebt, es vibriert, es schreit danach, dass man eher nach der Musik als nach dem Drehmoment sucht.

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Auf dem Papier sprechen wir von ca. 400 PS und ca. 460 Nm, mit dem für Saugmotoren typischen Gefühl: Je höher man steigt, desto intensiver wird es. Der Besitzer sagt es übrigens ganz unverblümt: Um das Beste aus dem Wagen herauszuholen, muss man ihn "atmen lassen", wie einen Ferrari. Und genau das macht das Auto liebenswert: Es ist keine Limousine, die vorgibt, sportlich zu sein, es ist ein großer Italiener, der voll und ganz zu seiner DNA steht.

Ein weiteres wichtiges Detail: Dieser Quattroporte hat das 6-Gang-Automatikgetriebe von ZF, das bei einigen Jahrgängen das berühmte DuoSelect (automatisiertes Getriebe vom Typ F1) ersetzt hat. Denn die ersten Quattroporte, so faszinierend sie auch waren, hatten einen Ruf für ihre Sanftheit... relativ und für eine empfindlichere Zuverlässigkeit beim Getriebe. Hier ist das Ziel klar: ein flüssigeres Fahrerlebnis im Alltag und eine höhere mechanische Gelassenheit.

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Der Traumpreis: Executive GT!

Als Neuwagen kostete die Limousine etwa 85 000 £, was nach seinen Angaben fast 150 000 £ heute entspricht. Kurz gesagt: ein Objekt des Luxus, der Macht und des Status. Und dann, Jahre später, kauft sie jemand für eine Summe, die angesichts des Datenblatts fast absurd erscheint: 3.500 £!

Die Realität lässt sich natürlich in den Details ablesen. Das Auto wird in der Nacht auf einem Tablett geliefert. Im Dunkeln springt es an, es "klingt" richtig, mechanisch sieht es gesund aus. Dann kommt der Morgen. Und mit der Sonne kommt die Wahrheit. Das Metallic-Blau, das doch so schön ist, ist gezeichnet: Mikrokratzer, Spuren, gestörte Reflexionen, ein Lack, der gelebt hat. An manchen Stellen ist dies sofort zu erkennen. An anderen Stellen muss man sich um die Karosserie herum bewegen, um zu verstehen, dass etwas aufgenommen, neu lackiert, nachgeholt wurde.

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Bei diesem Exemplar handelt es sich um einen Executive GT, eine Ausstattung, die den Quattroporte in die Nähe einer Chauffeurslimousine rückt - nur dass er unter der Motorhaube nicht die Absicht hat, sich wie eine gemütliche Limousine zu verhalten. Im Innenraum geht es eher touristisch zu: Schiebedach, Lederpolsterung, Ablagen im Fond, Klimaanlage und sogar Details, die für ein Auto aus dieser Zeit unerwartet sind, wie eine verstellbare Oberschenkelauflage im Fond. Der Besitzer liebt übrigens die Farbkombination: eine zweifarbige Innenausstattung mit einem blau/grauen Farbton und einer dunkleren Oberseite des Armaturenbretts, begleitet von einem schwarzen Einsatz in Klavierlackoptik, der nicht "plastisch", sondern eher "holzig" aussieht. Das ist nicht das aggressive Karbonambiente eines Sportwagens, sondern der italienische Luxus einer Limousine, die sowohl durch die Inszenierung als auch durch den Motor verführen will.

Die dunkle Seite des "billigsten Internets".

An dieser Stelle müssen wir darüber sprechen, was den Preis rechtfertigt. Denn ja, es gibt einen Ferrari V8, ja, das Design stammt von Pininfarina, und ja, das Auto sieht toll aus. Aber da sind auch die Narben. Zunächst das Heck: Beide Rücklichter sind kaputt. Der "Reparateur" des Augenblicks hat die einfachste Lösung hervorgeholt: Klebeband. Es mag ein Lächeln hervorrufen, aber diese Rückleuchten sind extrem schwer zu bekommen und weisen auf dem Gebrauchtmarkt hohe Preise auf.

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Dann die Anzeichen eines Aufpralls: seltsame Abstände der Verkleidungen, eine fragwürdige Passung um einige Teile herum, eine Hecklackierung mit "Orangenhaut"-Effekt und Hinweise auf eine Lackierung, die ohne Ausbau vorgenommen wurde. Sogar die Parksensoren sehen aus, als wären sie lackiert worden - was erklärt, warum sie fehlerhaft sind. Und dann sind da noch die Reifen, müde und rissig, mit sogar einem vermuteten Plattfuß an einem der hinteren. Auch das ist nicht glamourös, aber es ist typisch für die Art von Posten, die schnell passieren, wenn man ein Auto in dieser Preisklasse kauft... vor allem einen Italiener mit 115.000 Meilen (185.000 km).

An Bord: Italienischer Charme

Das Interieur ist eine köstliche Mischung aus "Wow" und "Oh nein". Das "Wow" ist die Maserati-Atmosphäre: die bläulichen Zähler, die Logos überall, das Armaturenbrett, das Sie jede Sekunde daran zu erinnern scheint, dass Sie in einem besonderen Auto sitzen. Das Schiebedach funktioniert, die elektrische Jalousie auch, und das Heck ist sogar ziemlich gut erhalten.

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Das "Oh nein" sind die Elektronik und die typischen Materialien der frühen 2000er Jahre: Knöpfe, die klebrig geworden sind "wie Kaugummi", Chrom, der anfängt zu pieksen, Kunststoffe und Verkleidungen, die nach einer gründlichen Reinigung verlangen. Das Infotainment funktioniert nicht. Das Fenster auf der Beifahrerseite hat seinen eigenen Charakter: Es fährt von selbst hoch und runter.

"Was für ein unglaubliches Geräusch mit dem Originalauspuff!"

Und dann kommt der Moment, der alles rechtfertigt: der Start. Selbst wenn man vernünftig bleibt, selbst wenn man nicht nach Leistung strebt, spricht das Auto. Es hat diesen rauen, edlen, fast "metallischen" Ton, den man mit den italienischen V8-Saugmotoren verbindet. Er selbst sagt es überrascht: Der Sound ist unglaublich... mit dem Originalauspuff.

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Bei langsamer Fahrt knistert er, er hat Charakter bei niedrigen Drehzahlen wie bei halber Last. Mit diesem Auto kann man den Motor genießen, ohne sich bei jeder Beschleunigung sofort als Gesetzloser zu fühlen. Man kann die Mechanik, das weiche ZF-Getriebe und das Gefühl einer großen Limousine, die erst schnurrt und dann singt, genießen.

Dieser Quattroporte ist nicht einfach ein "Schnäppchen". Er ist unvollkommen, er ist pingelig, er hat sichtbare Mängel und nervtötende Bugs. Für neue Besitzer ist das Programm bereits geschrieben: würdige Rückleuchten finden, die Elektronik in Ordnung bringen, der Karosserie eine echte Detailarbeit gönnen, die Federung überprüfen, eine ernsthafte Inspektion durchführen... und im Sommer mit einem Quattroporte ankommen, der endlich so aussieht, wie er immer war: eine italienische Luxuslimousine mit Ferrari-Herz. Und wenn Sie interessiert sind, entdecken Sie unseren Einkaufsführer, der dem Maserati Quattroporte gewidmet ist.

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