
Nur wenige Tage, nachdem er ein fulminantes Comeback mit zwei Siege in Italien und Frankreich, Lancia erreicht einen neuen Meilenstein. Diesmal setzt sich die italienische Marke auf der Weltbühne durch. In Kroatien erringt sie ihren ersten Sieg bei der Rallye-Weltmeisterschaft ... und bestätigt dies mit einer beeindruckenden Gesamtleistung.
Ein globaler Sieg, der alles verändert
Auf den anspruchsvollen Straßen der Rally Croatia hat Lancia nicht nur geglänzt, sondern auch dominiert. Das Duo Yohan Rossel und Arnaud Dunand, das in der WRC2-Klasse antrat, lieferte eine von Anfang bis Ende kontrollierte Leistung ab. Schon die ersten Wertungsprüfungen gaben den Ton an. Sechs Bestzeiten an den ersten beiden Tagen, eine perfekte Verwaltung des Abstandes und kein einziger Fehler bei einer Rallye, die für ihre Komplexität bekannt ist. Am Ende der 20 Wertungsprüfungen gewann Rossel mit einem Vorsprung von 38,8 Sekunden auf seinen direkten Verfolger. Ein klarer, unangefochtener Sieg, der vor allem die Rückkehr von Lancia auf das höchste Niveau der Welt nach jahrzehntelanger Abwesenheit markiert.



Ein fast perfekter Doppelsieg für Lancia Corse HF
Doch dieser Erfolg war keine einmalige Leistung. Das andere Lancia-Team, Nikolay Gryazin und Konstantin Aleksandrov, setzte ebenfalls ein Zeichen. Gryazin war das ganze Wochenende über sehr schnell und erzielte sogar sieben Bestzeiten. Ein technisches Problem auf WP 14 warf ihn vorübergehend aus dem Kampf um den Sieg, aber seine Aufholjagd am Sonntag war beeindruckend: Er gewann alle WPs des Tages und holte sich schließlich den verdienten dritten Platz. Ohne diesen Zwischenfall hätte Lancia höchstwahrscheinlich einen Doppelsieg eingefahren.



Ein Ypsilon Rally2 bereits an der Spitze
Im Mittelpunkt dieses Erfolgs steht ein Auto: der Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale. Auf den 300 gezeiteten Kilometern der Rallye hat sie sich als absoluter Maßstab durchgesetzt. Dreizehn von zwanzig Wertungsprüfungen wurden gewonnen, eine bemerkenswerte Konstanz und die Fähigkeit, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen - die Demonstration war komplett.

Doch neben der WRC2 beeindruckt vor allem die Gesamtwertung. Indem sie sich unter die Rally1 mischten, belegten die Ypsilons den vierten und sechsten Gesamtrang, wobei sie sich gegen weitaus stärkere Autos wie den Toyota GR Yaris Rally1 oder den Hyundai i20 N Rally1 durchsetzen konnten. Eine seltene Leistung für einen Rally2, die das Potenzial des Lancia Corse HF-Projekts bestätigt.
Eine auffällige Präsenz in der Gesamtwertung
In der Scratch-Wertung ging der Sieg an Takamoto Katsuta vor Sami Pajari und Hayden Paddon. Doch direkt hinter diesem Trio der Rally1 gab es eine große Überraschung: Yohan Rossel hievte seinen Lancia auf den vierten Platz. Er lässt insbesondere mehrere Referenzen der WRC2 hinter sich und bestätigt, dass dieser Sieg nicht nur an der Kategorie liegt ... sondern an der reinen Leistung. Sein Bruder, Léo Rossel, wurde Fünfter, während Gryazin das Bild mit einem sechsten Platz in der Gesamtwertung abrundete. Drei Autos der WRC2 in den Top 6, darunter zwei Lancia: ein starkes Signal.
- Yohan Rossel - Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale - 02:56:35.7
- Léo Rossel - Citroën C3 - +38.8
- Nikolay Gryazin - Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale - +57.9
- Alejandro Cachón - Toyota GR Yaris - +1:22.9
- Roope Korhonen - Toyota GR Yaris - +1:34.1
- Roberto Daprà - Skoda Fabia RS - +2:18.2
- Emil Lindholm - Skoda Fabia RS - +4:00.6
- Kajetan Kajetanowicz - Toyota GR Yaris - +4:49.0
- Taylor Gill - Toyota GR Yaris - +4:54.5
- Romet Jürgenson - Ford Fiesta Mk II - +5:01.4
- Andreas Mikkelsen - Skoda Fabia RS - +6:58.2
- Viliam Prodan - Skoda Fabia RS - +13:19.7
- Johannes Keferböck - Toyota GR Yaris - +19:11.7 (+10s Strafe eingeschlossen)
- Ugur Soylu - Skoda Fabia RS - +26:25.8
- Bernhard Ten Brinke - Toyota GR Yaris - +58:28.6
- Henk Vossen - Hyundai i20 N - +1:02:20.9 (+1:10 Strafe eingeschlossen)
- Mille Johansson - Ford Fiesta Mk II - +1:10:12.2

Lancia übernimmt die Führung in der Meisterschaft
Mit diesem Ergebnis setzt sich Lancia Corse HF mit 84 Punkten an die Spitze der Teamwertung der WRC2. Auf der Fahrerseite verbesserte sich Yohan Rossel auf den dritten Platz in der Meisterschaft, während Gryazin nun auf dem fünften Rang liegt.
Abgesehen von den Zahlen ist es eine Dynamik, die sich entwickelt. Nach dem ermutigenden Monte Carlo, den nationalen Siegen und dem Erfolg in Kroatien geht es schnell voran - und beeindruckend. Noch vor einigen Wochen konnte die Rückkehr von Lancia in den Rallyesport vor allem nach Marketing klingen. Heute gibt es keine Zweifel mehr.
Die Marke ist nicht nur dabei, sie gewinnt auch. Und vor allem dominiert sie bereits eine so wettbewerbsfähige Kategorie wie die WRC2 und bringt die Hierarchie in der Gesamtwertung durcheinander. Die Fortsetzung folgt sehr schnell mit der Rallye Islas Canarias in Spanien. Nach mehr als 30 Jahren Abwesenheit von der Spitze ist Lancia wieder da. Und dieses Mal ist es erst der Anfang.

