Lamborghini hat sein zukünftiges Elektroauto abgesagt... und will nun seinen «Gran Turismo» auf den Markt bringen»

Noch vor wenigen Monaten, Lamborghini schien bereit für den Eintritt in das elektrische 100 %-Zeitalter mit dem Konzept Lanzador. Ein ehrgeiziges, fast schon radikales Projekt, das die vierte Modellreihe des italienischen Herstellers verkörpern sollte. Doch seither hat sich alles verändert.

Werbung

Der Elektro-SUV wurde aufgegeben. Und diese strategische Kehrtwende öffnet jetzt die Tür für eine ganz andere, fast unerwartete Idee: die Rückkehr eines echten Lamborghini “Gran Turismo”.

Eine strategische Wende nach der Aufgabe von Lanzador

Das Lanzador-Projekt war mehr als nur ein Konzept. Er sollte 2023 vorgestellt werden und mit einer elektrischen 100 %-Architektur und außergewöhnlichen Leistungen einen Bruch in der Geschichte von Lamborghini darstellen. Doch trotz aller Versprechungen holte die Realität des Marktes die Marke schließlich ein.

Werbung
lamborghini lanzador

Wie Stephan Winkelmann einräumte, das Interesse der Kunden an einem elektrischen Lamborghini einfach “nahe Null” war. Eine starke Aussage, die dazu führte, dass das Projekt im letzten Monat schlicht und einfach eingestellt wurde. Diese Entscheidung zwang Lamborghini dazu, seine Roadmap komplett zu überarbeiten. Denn eine Frage war noch offen: Was wird das vierte Modell neben dem Revuelto, dem Temerario und dem Urus sein?

Lamborghini kehrt zu seinen Grundlagen zurück

Anstatt auf einer ungewissen Richtung zu beharren, beschloss Lamborghini, einen Blick ... in seine eigene Vergangenheit zu werfen.

Bei den 12 Stunden von Sebring bestätigte Stephan Winkelmann, dass mehrere Möglichkeiten untersucht wurden. Ein kompakterer SUV? Wurde verworfen. Eine viertürige Limousine im Stil des Estoque von 2008? Ebenfalls verworfen, vor allem wegen eines Segments, das als rückläufig gilt.

Werbung

Doch eine Idee hielt allen Analysen stand: die Idee eines Gran Turismo. “Was heute fehlt und was der Ausgangspunkt unseres Unternehmens war, ist ein GT”, erklärte der CEO. Ein Satz, der alles andere als harmlos ist. Denn bevor Lamborghini zum Symbol für extreme Supersportwagen wurde, war es eben eine Marke für GTs.

Ein zukünftiger Lamborghini 2+2 in Planung?

Das Projekt nimmt nun Gestalt an und basiert auf einem einfachen, aber strategischen Konzept: ein zweitüriger Lamborghini mit vier Sitzen, also ein 2+2.

Ein Format, das bereits von mehreren direkten Konkurrenten erfolgreich genutzt wird. Ferrari, Maserati, Aston Martin und Bentley bieten alle Modelle an, die hohe Leistung mit Langstreckenkomfort kombinieren können. Ein Terrain, auf dem Lamborghini derzeit völlig abwesend ist.

Das zukünftige Modell könnte diese Lücke füllen, indem es einen vielseitigeren Ansatz verfolgt als die aktuellen Supersportwagen. Weniger radikal als ein Revuelto, aber immer noch der DNA der Marke verpflichtet. Und vor allem würde es im Gegensatz zum Lanzador nicht 100 elektrische % sein.

Werbung

Die Inspiration des Asterion und der Hybridisierung

Um sich diesen zukünftigen GT vorzustellen, muss Lamborghini nicht einmal mit einem weißen Blatt Papier beginnen. Die Marke hat diesen Weg bereits mit dem Asterion, einem Plug-in-Hybrid-Konzept, das 2014 vorgestellt wurde, beschritten.

Damals wurde dieses unauffälligere, für einen Lamborghini fast schon brave Modell nicht für die Produktion ausgewählt. Heute erscheint es jedoch als eine glaubwürdige Grundlage für Überlegungen.

Zumal die gesamte aktuelle Produktpalette von Lamborghini mittlerweile elektrifiziert ist - allerdings über Hybridantriebe. Revuelto, Temerario, Urus alle kombinieren Verbrennungsmotor und Elektroantrieb. Der zukünftige Gran Turismo könnte also dieses Rezept übernehmen, mit einem Plug-in-Hybridantrieb, der Leistung, Reichweite und vor allem mechanische Emotionen unter einen Hut bringt.

Diese Neupositionierung ist nicht unbedeutend. Sie findet in einem Kontext statt, in dem selbst die renommiertesten Marken ihre Elektroambitionen neu bewerten. Und in dieser Landschaft könnte sich ein GT 2+2 als selbstverständlich durchsetzen. Dies gilt umso mehr, als sich bestimmte Segmente schnell weiterentwickeln. Ferrari zum Beispiel entfernt sich allmählich von dieser Art von Modellen und hinterlässt eine Lücke, die Lamborghini nutzen könnte.

Werbung

Intern sind die Überlegungen bereits fortgeschritten. Und Synergien mit dem Volkswagen-Konzern könnten sogar in Betracht gezogen werden, insbesondere über gemeinsame Plattformen mit Porsche oder Bentley.

Im Grunde genommen fühlt sich dieses Gran-Turismo-Projekt fast wie eine Rückkehr zu den Wurzeln an. Vor dem Miura und der Ära der Supersportwagen baute Lamborghini elegante und kraftvolle GTs, die dafür gedacht waren, lange Strecken mit hoher Geschwindigkeit zurückzulegen. Modelle wie der 350 GT oder 400 GTV legten den Grundstein für die Marke.

Werbung

Heute, fast 60 Jahre später, scheint Lamborghini bereit, an dieses Erbe anzuknüpfen. Der Lanzador sollte eine neue elektrische Ära einläuten. Letztendlich könnte seine Aufgabe dazu führen, dass Lamborghini einen Teil seiner Identität wiedererlangt.

YouTube #!trpst#trp-gettext data-trpgettextoriginal=7385#!trpen#Video#!trpst#/trp-gettext#!trpen#
Werbung

Gefällt dir dieser Beitrag? Teile es!

Eine Bewertung hinterlassen