«Ein teures Hobby»: Lamborghini CEO verabschiedet sich vom elektrischen 100 %!

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Es war eines der kühnsten Projekte des Jahrzehnts für Lamborghini : ein elektrischer Crossover mit über 1300 PS, der es mit den Hypercars mit Verbrennungsmotor aufnehmen kann und gleichzeitig eine neue emissionsfreie Ära einläutet. Drei Jahre nach die Vorstellung des Lanzador-Konzepts in Monterey macht der italienische Hersteller eine Kehrtwende. Der 100 % mit Elektroantrieb ist vom Tisch. Und die Worte des CEO sind eindeutig: Die Entwicklung eines elektrischen Lamborghini könnte zu einem “teuren Hobby” werden.

Der elektrische Traum von Lanzador erlischt

Der Lanzador wurde 2023 auf der Monterey Car Week vorgestellt und sollte die vierte Modellreihe des Herstellers verkörpern. Dieser elektrisch angetriebene 2+2 Ultra GT versprach eine spektakuläre Leistung: über ein Megawatt Leistung, was etwa 1340 PS entspricht, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 2,4 Sekunden und eine angekündigte Höchstgeschwindigkeit von rund 350 km/h.

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Lamborghini beschrieb ihn als ein “alltagstaugliches Raumschiff”. Das Image war stark. Der Ehrgeiz auch. Ursprünglich sollte das Modell 2028, dann 2029 auf den Markt kommen. Doch hinter den Kulissen, Zweifel kamen auf.

In einem Interview mit der Sunday Times gab CEO Stephan Winkelmann zu, dass die Akzeptanzkurve von Elektrofahrzeugen bei den Kunden der Marke “nahe Null” sei. Für eine Marke, deren DNA auf Emotionen, Sound und mechanischer Brutalität beruht, ist das Fehlen des Brüllens ein Problem.

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Emotion vor Dekarbonisierung

Bei Lamborghini ist die Mechanik nicht nur ein Antriebsmittel, sondern eine sensorische Signatur. Das Geräusch eines V10 oder V12 ist ein integraler Bestandteil des Erlebnisses. Laut Winkelmann haben Elektrofahrzeuge in ihrer derzeitigen Form jedoch Schwierigkeiten, diese emotionale Bindung wiederherzustellen. Die wohlhabenden Kunden der Marke suchen nicht nur nach Leistung in Zahlen, sondern nach mechanischer Intensität, Vibration und Klang.

Die Entscheidung, den elektrischen Lanzador aufzugeben, fiel nicht von heute auf morgen. Sie war das Ergebnis von über einem Jahr interner Diskussionen, Gesprächen mit Kunden und Händlern sowie Marktanalysen. Massive Investitionen in ein Modell, das von den Kunden nicht nachgefragt wird, wären nach Ansicht des Markenchefs finanziell unverantwortlich gewesen.

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Vollhybrid bis 2030

Diese Kehrtwende bedeutet jedoch keine völlige Rückbesinnung. Lamborghini bestätigt seine Strategie der Elektrifizierung... aber nur über Plug-in-Hybride.

Bis 2030 wird die gesamte Modellpalette aus PHEVs bestehen. Dies ist bereits der Fall beim Lamborghini Revuelto, Das erste Plug-in-Hybridmodell der Marke, das einen 6,5-Liter-V12-Saugmotor mit drei Elektromotoren kombiniert und eine kombinierte Leistung von 1.015 PS erreicht. Sogar der zukünftige SUV Lamborghini Urus, der derzeit etwa 60 % der Verkäufe ausmacht, wird nun doch nicht auf 100 % Elektroantrieb umgestellt. Eine Plug-in-Hybridversion wird die ursprünglichen Ambitionen eines Urus EV ersetzen. Die Botschaft ist klar: Lamborghini wird “so lange wie möglich” weiterhin Verbrennungsmotoren produzieren.

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Ferrari setzt seinen elektrischen Weg fort

Während Lamborghini einen Rückzieher macht, treibt sein historischer Rivale Ferrari seinen Zeitplan voran. Die Marke aus Maranello bereitet immer noch ihr erstes Modell 100 % mit Elektroantrieb vor, dessen offizielle Vorstellung in den nächsten Monaten erwartet wird. Der Kontrast ist krass. Auf der einen Seite ist Lamborghini der Meinung, dass die Nachfrage im Segment der elektrischen Luxus-Supersportwagen zusammenbricht. Auf der anderen Seite scheint Ferrari davon überzeugt zu sein, dass sein Image und seine Positionierung es ihm ermöglichen werden, dort erfolgreich zu sein, wo andere zögern.

Ein breiterer wirtschaftlicher Kontext

Die Entscheidung von Lamborghini ist auch in einem globaleren Kontext zu sehen. Mehrere große Automobilkonzerne haben in letzter Zeit angesichts einer hinter den Erwartungen zurückbleibenden Nachfrage und enormer Entwicklungskosten die Segel bei ihren Elektroprogrammen gestrichen. Lamborghini, eine Tochtergesellschaft von Audi innerhalb des Volkswagenkonzerns, ist nach wie vor ein Hersteller mit geringem Volumen. Im Jahr 2025 wird die Marke lieferte einen Rekord von 10.747 Autos aus. Eine solide Leistung, die jedoch bei jeder strategischen Entscheidung Vorsicht und Kosteneffizienz erfordert.

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Winkelmann brachte es unverblümt auf den Punkt: Wenn der Markt nicht bereit ist, wäre es gefährlich, den Übergang zu erzwingen.

Ein vorsichtiges “nie sagen nie”.

Sollte man die Idee eines elektrischen Lamborghini 100 % endgültig begraben? Nicht ganz und gar. Der CEO lässt die Tür einen Spalt breit offen: “Never say never”. Aber nur, wenn die Zeit reif ist. Im Moment liegen die Prioritäten anderswo. Die finanzielle Basis zu konsolidieren, in die Hybridisierung zu investieren und die emotionale DNA der Marke zu bewahren.

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Der Lanzador verschwindet vielleicht nicht ganz. Sein Name könnte auf einer Hybridversion wieder auftauchen, die von der Technologie des Revuelto oder des Temerario. Die Ära des elektrischen Lamborghini wird jedoch noch warten müssen.


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