
Das erste elektrische Modell 100 % von Ferrari ist noch nicht einmal offiziell vorgestellt, da könnte es bereits ein unerwartetes Problem geben. Die Marke aus Maranello hatte vor kurzem den Namen Luce für ihr zukünftiges Elektromodell enthüllt, doch diese Wahl könnte nun in Frage gestellt werden. Der Grund dafür? Der japanische Hersteller Mazda hat ebenfalls einen Antrag gestellt, um genau denselben Namen zu schützen.
Dies könnte zu einem unerwarteten Rechtskonflikt führen und zwingen Ferrari ihre Pläne zu überarbeiten, je nachdem, wie sich das Markenanmeldeverfahren entwickelt.
Ferrari enthüllt den Namen Luce für sein erstes Elektromodell
Anfang Februar 2026 begann Ferrari, sein allererstes vollelektrisches Modell anzuteasern, indem es enthüllte insbesondere das Innere des Fahrzeugs. Bei dieser Gelegenheit erwähnte die italienische Marke zum ersten Mal den Namen Luce.
Kurz nach dieser Ankündigung meldete Ferrari den Markennamen am 9. Februar offiziell in Italien an. Der Name, der auf Italienisch «Licht» bedeutet, schien perfekt in die Strategie der Marke zu passen: ein neues technologisches Zeitalter zu symbolisieren und gleichzeitig eine starke italienische Identität zu bewahren.
Das zukünftige Elektromodell von Ferrari soll besonders ehrgeizig sein. Ersten Informationen zufolge soll es mit vier Elektromotoren ausgestattet sein, die den Sprint von 0 auf 100 km/h in ca. 2,5 Sekunden schaffen und eine Höchstgeschwindigkeit von fast 310 km/h erreichen. Die Energie würde von einer Batterie mit ca. 122 kWh geliefert, die eine geschätzte Reichweite von 530 km ermöglichen würde, mit der Möglichkeit des schnellen Aufladens auf bis zu 350 kW.
Mazda meldet auch die Marke Luce an
Doch nur wenige Wochen nach Ferraris Vorstoß lud sich ein weiterer Hersteller in die Geschichte ein. Am 4. März 2026 reichte auch Mazda einen Antrag ein, um den Namen Luce zu schützen, diesmal beim japanischen Patentamt.
Diese Anmeldung könnte die Verwendung des Namens durch Ferrari in bestimmten Märkten erschweren, je nachdem, wie die Behörden über die verschiedenen Anträge entscheiden werden.
Für die Liebhaber der japanischen Marke ist diese Wahl kein Zufall. Der Name Luce ist Teil der Geschichte von Mazda: Er wurde für eine große Luxuslimousine verwendet, die von den 1960er Jahren bis Anfang der 1990er Jahre produziert wurde. In einigen Ländern war dieses Modell auch unter dem Namen Mazda 929 bekannt, doch die Bezeichnung Luce hat für den Hersteller nach wie vor einen historischen Wert.
Mazda hatte den Namen übrigens schon 2017 wieder ins Rampenlicht gerückt, mit dem Konzept Vision Schnitt, Das Design war eine Hommage an den Luce Rotary Coupe von 1969.
Ein Timing, das herausfordert
In der Automobilindustrie ist es nicht ungewöhnlich, dass Hersteller alte Marken anmelden oder erneuern, einfach um ihr Erbe zu schützen und andere Marken daran zu hindern, sie zu verwenden.
Mazda könnte also einfach nur versuchen, einen historischen Namen zu sichern. Der Zeitpunkt der Anmeldung lässt jedoch zwangsläufig aufhorchen: Der Antrag wurde kurz nachdem Ferrari den Namen seines zukünftigen Elektromodells enthüllt hatte, eingereicht.
Sollte Mazda die Rechte für bestimmte Märkte erhalten, könnte Ferrari gezwungen sein, in diesen Regionen einen anderen Namen für sein Elektroauto zu verwenden oder sogar den Namen vor der kommerziellen Einführung komplett zu ändern.
Namensänderungen sind in der Automobilbranche nicht ungewöhnlich
Diese Situation ist in der Automobilgeschichte bereits mehrfach eingetreten. In jüngerer Zeit musste Alfa Romeo seinen Crossover Milano in Junior umbenennen kurz nach seiner Vorstellung unter dem politischen Druck, der damit verbunden war, dass das Modell nicht in Italien produziert wurde.
Ein berühmter Fall geht ebenfalls auf das Jahr 1963 zurück, als Porsche den Namen 901 für sein neues Sportmodell aufgeben musste. Peugeot besaß bereits die Rechte an dreistelligen Bezeichnungen mit einer Null in der Mitte, woraus schließlich der berühmte Name 911 entstand.
Es bleibt nun abzuwarten, ob Ferrari und Mazda eine gemeinsame Basis finden werden oder ob die italienische Marke eine neue Identität für ihr erstes Elektroauto suchen muss. Eines ist sicher: Schon vor seiner offiziellen Vorstellung, die für die nächsten Monate geplant ist, macht dieser elektrische Ferrari von sich reden.