
In Maranello sind manche Neuheiten keine Überraschung - aber sie sind immer noch ein Ereignis. Weniger als ein Jahr nach der Vorstellung des Ferrari Amalfi, Die italienische Marke enthüllt nun die Spider-Version. Eine logische Entwicklung, denn der Vorgänger Ferrari Roma gab es bereits als Coupé und Cabriolet.
Aber dieser Amalfi Spider entfernt nicht nur das Dach. Er korrigiert auch ein viel kritisiertes ästhetisches Detail des Roma Spider, während er die Innenausstattung verbessert und die beeindruckende Leistung des V8-Biturbos beibehält.
Ein Design, das endlich den Schwachpunkt des Roma Spider behebt
Als der Roma Spider vorgestellt wurde, sorgte sein geteiltes Styling für Diskussionen. Während die Linien insgesamt elegant waren, hatte die Frontpartie und vor allem der in die Stoßstange integrierte Grill gemischte Reaktionen hervorgerufen. Mit dem Amalfi Spider, Ferrari scheint diese Kritik gehört zu haben.


Die neue Frontpartie hat ein klareres und konventionelleres Design mit einem schmalen schwarzen Streifen und einem neu gestalteten Stoßfänger, der die visuelle Signatur vereinfacht. Das Ergebnis ist zeitloser und weniger klassenkämpferisch als das des Roma Spider, dessen Frontdesign nicht für Begeisterung sorgte.

Bei der restlichen Karosserie bleibt die Abstammung offensichtlich. Die allgemeinen Proportionen wie die Position der Räder, die Windschutzscheibe, die Türen und der Bereich hinter den Kopfstützen sind weitgehend mit der Architektur des Roma Spider identisch. Ferrari hat jedoch einige Elemente überarbeitet: Die Flanken zeigen nun eine Wellenlinie im Bereich der Türen, und das Heck behält die hohe Silhouette bei, die für moderne Ferrari-Cabriolets charakteristisch ist.
Ein Spider, der für den Fahrspaß unter freiem Himmel gedacht ist
Wie bei jedem Ferrari Cabrio bleibt das zentrale Element natürlich das Dach. Der Amalfi Spider verfügt über ein Stoffverdeck, das in verschiedenen Farben erhältlich ist und sich in 13,5 Sekunden öffnen oder schließen lässt. Und vor allem kann der Vorgang während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h durchgeführt werden, so dass man die Sonne genießen oder sich bei launischem Wetter schnell schützen kann. Trotz dieses weichen Daches gibt Ferrari an, dass die Wärme- und Schalldämmung mit der seiner Modelle mit versenkbarem Hardtop vergleichbar ist.


Die Architektur bleibt die einer sogenannten «2+»-Konfiguration. Die beiden kleinen Rücksitze sind immer noch vorhanden, mehr um auszuhelfen oder Gepäck zu transportieren, als um wirklich erwachsene Passagiere aufzunehmen. Dies ist ein Kompromiss, der bereits aus dem Roma Spider bekannt ist, aber zusätzlichen Stauraum bietet. So bietet der Kofferraum 255 Liter bei geschlossenem Dach und 172 Liter bei eingeklapptem Verdeck.

Ein V8-Biturbo immer dabei
Unter der Motorhaube bleibt Ferrari einem bewährten Rezept treu. Der Amalfi Spider hat den 3,9-Liter-V8-Biturbo aus der F154-Familie an Bord. Dieser Motor leistet 640 PS und 760 Nm Drehmoment, was eine leichte Steigerung gegenüber dem Roma Spider darstellt.


In Kombination mit einem 8-Gang-Doppelkupplungs-Automatikgetriebe, das vom SF90 Stradale abgeleitet ist, liefert dieser Motor die Leistung eines echten Supersportwagens: Von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in etwa 3,3 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit 320 km/h beträgt. Selbst innerhalb der Ferrari-Reihe ist der Amalfi Spider also alles andere als ein “ruhiges” Auto.
Ein zutiefst modernisiertes Interieur
An Bord ist die Entwicklung am deutlichsten sichtbar. Der Amalfi Spider übernimmt den völlig neu gestalteten Innenraum der Coupé-Version. Das Cockpit nimmt eine minimalistische Architektur mit drei Bildschirmen an: ein 15,6-Zoll-Digitalkombi für den Fahrer, einen 10,25-Zoll-Mittelbildschirm für das Multimediasystem und einen 8,8-Zoll-Beifahrerbildschirm.

Ferrari markiert auch eine beliebte Rückkehr: die der physischen Tasten am Lenkrad und des Startknopfes aus Aluminium. Eine indirekte Antwort auf die Kritik an der Ergonomie früherer Ferraris mit berührungsempfindlichen Bedienelementen. Das Ganze behält die von der Marke geliebte «Dual-Cockpit»-Philosophie bei, die den Fahrer- und den Beifahrerbereich optisch voneinander trennt.
Ein Ferrari, der für den großen Tourismus gedacht ist... Version Dolce Vita
Der Ferrari Amalfi Spider gehört zu einer ziemlich einzigartigen Kategorie: die der offenen sportlichen GTs mit V8-Motor, der in der vorderen Mitte platziert ist. In diesem Segment finden sich Modelle wie das Porsche 911 Turbo S Cabriolet, der Aston Martin V8 Vantage Roadster oder auch der Bentley Continental GTC. Ferrari behält hier jedoch einen exotischeren und emotionaleren Ansatz bei.
Die Preise wurden noch nicht offiziell bestätigt, aber Schätzungen gehen von einem Preis nahe 270.000 bis 300.000 Euro aus, also etwa 30.000 Euro mehr als die Coupé-Version.
Mit dem Amalfi Spider revolutioniert Ferrari das Rezept des Roma nicht... aber er verbessert es, wo es nötig war. Ein weniger kontroverses Frontdesign, ein modernisierter Innenraum und immer noch der V8-Biturbo, der jede Fahrt zu einem Erlebnis macht.
