
Lange Zeit war Rost ein hartnäckiges Klischee, das italienischen Autos anhaftete. Alfa Romeo, Fiat oder Lancia wurden in den vergangenen Jahrzehnten oft mit dem Finger auf ihre Korrosionsanfälligkeit gezeigt. Doch im Jahr 2026 hat sich die Landschaft verändert ... und nun sind es einige chinesische Autos, die aus denselben Gründen ins Gerede kommen.
MG: erste Signale in Europa
In den letzten Monaten sind mehrere Berichte von europäischen Nutzern über Modelle der Marke MG aufgetaucht. Die Fälle betreffen insbesondere die Modelle MG ZS EV, MG4 und MG5, wobei immer wieder Beobachtungen an bestimmten empfindlichen Bereichen gemacht wurden: Unterboden, Schweißnähte, Schweller oder Strukturelemente.



Das Phänomen scheint in Ländern wie Großbritannien oder Deutschland besonders auffällig zu sein, wo Feuchtigkeit und die Verwendung von Salz auf den Straßen im Winter die Entstehung von Korrosion natürlich beschleunigen. Unter diesen Umständen empfehlen einige Besitzer sogar, nach dem Kauf einen zusätzlichen Korrosionsschutz aufzutragen. Ein wichtiger Punkt, der hervorgehoben werden sollte, ist, dass die von MG angebotene 7-jährige Korrosionsschutzgarantie hauptsächlich die Durchrostung der Karosserie abdeckt und nicht den Oberflächenrost. Eine Nuance, die für Besitzer, die mit solchen Unannehmlichkeiten konfrontiert sind, einen großen Unterschied ausmachen kann.
BYD: Einzelne Fälle, aber große Medienpräsenz
BYD ist seinerseits nicht ganz verschont geblieben. Das Modell Atto 3 machte kürzlich in Australien und Neuseeland von sich reden, nachdem Fotos veröffentlicht wurden, auf denen Roststellen an relativ neuen Fahrzeugen zu sehen waren.



In einem konkreten Fall musste ein neuseeländischer Besitzer einen großen Teil seines Fahrzeugs neu lackieren lassen, was mehrere tausend Euro kostete - und zwar vollständig vom Hersteller übernommen wurde. Die Befragung von Nutzern legte nahe, dass das Problem auf eine unzureichende Vorbereitung des Metalls vor dem Lackieren bei einigen der ersten Chargen zurückzuführen sein könnte. Andere Hypothesen waren im Umlauf: Steinschlag, Kratzer, Meeresumwelt oder Nutzungsbedingungen. Mehrere Zeugenaussagen belegen jedoch auch das Gegenteil: Zwei bis drei Jahre alte Fahrzeuge, die am Meer geparkt wurden, wiesen nicht die geringsten Korrosionsspuren auf.
Schnelle Reaktion der Hersteller
BYD reagierte schnell auf diese Vorwürfe. Der Hersteller behauptet, dass seine Fahrzeuge den höchsten internationalen Standards entsprechen und auf fortschrittlichen Schutzstandards basieren, einschließlich der Elektroverzinkung, bei der eine dünne Zinkschicht aufgetragen wird, um das Metall zu schützen.
In den gemeldeten Fällen übernahm die Marke die Reparaturen über die Garantie und mobilisierte sogar ihre lokalen Teams, um die Fälle weiterzuverfolgen. Diese Reaktionsfähigkeit zeigt, wie entscheidend die Kundenzufriedenheit für einen Hersteller ist, der weltweit expandiert.
Was diese Situation besonders interessant macht, ist ihr symbolischer Aspekt. Während italienische Hersteller ihre Fertigungsqualität und Korrosionsbeständigkeit über die Jahrzehnte hinweg stark verbessert haben, sind es nun einige neue Akteure auf dem Weltmarkt, die sich in diesen grundlegenden Aspekten bewähren müssen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle chinesischen Autos betroffen sind. Die Fälle sind derzeit noch relativ selten, und die insgesamt positiven Rückmeldungen von Besitzern von BYD-Modellen bestätigen dies. Aber in einem ultra-kompetitiven Markt, in dem das Markenimage auch über die Haltbarkeit entschieden wird, können solche Episoden schnell an Bedeutung gewinnen.
Der rasante Aufstieg der chinesischen Hersteller beruht zu einem großen Teil auf attraktiven Preisen. Doch dieser schnelle Aufstieg kann manchmal Kinderkrankheiten offenbaren, vor allem bei so kritischen Elementen wie dem Korrosionsschutz.