
L'Alfa Romeo 8C zeigt weiterhin, dass sie mittlerweile eine Sonderstellung auf dem Markt für Oldtimer einnimmt. In den USA wurde gerade ein Exemplar aus dem Jahr 2008 für 308.000 Dollar versteigert auf Bring a Trailer. Ein Ergebnis, das an sich schon bemerkenswert ist, aber noch bemerkenswerter wird, wenn man den Verlauf der Auktion betrachtet: Noch wenige Stunden vor Auktionsende schien dieser 8C für weniger als 200.000 Dollar den Besitzer zu wechseln. Und vor allem wies er einen «Mangel» auf, den Sammler in der Regel eher wenig schätzen: Er war einmal in einen Unfall verwickelt gewesen.
Das Exemplar hatte jedoch überzeugende Vorzüge. Es handelt sich um eines von nur 500 produzierten Coupés, von denen etwa 90 für den amerikanischen Markt bestimmt waren. In der Lackierung „Rosso 8C Competizione“ mit rotem Lederinterieur ausgestattet, weist es nur 3.900 Meilen auf, was etwa 6.300 km entspricht. Unter der Motorhaube verbirgt sich natürlich der 4,7-Liter-V8-Motor F136 mit 450 ch, gekoppelt an das automatisierte Sechsgang-Transaxle-Getriebe.


Ein 8C mit einem Unfall in der Fahrgeschichte
Bei einem Fahrzeug dieser Klasse kann die Fahrhistorie einen enormen Einfluss auf den Wert haben. Und die Fahrhistorie dieses 8C enthält einen Eintrag, der die Bieter hätte abschrecken können.
Im November 2016 war das Fahrzeug in einen Unfall (mit einem Ferrari) verwickelt, bei dem die Airbags ausgelöst wurden. Nach Angaben des Verkäufers betraf der Aufprall hauptsächlich die vordere Stoßstange. Die bereitgestellten Fotos zeigen übrigens den Schaden vor der Reparatur. Der Verkäufer versichert, dass die Scheinwerfer und die Kotflügel nicht beschädigt wurden und dass die Reparatur mit Originalteilen durchgeführt wurde.



Heute lässt sich diese Vergangenheit jedoch kaum noch erahnen, wenn man das Auto betrachtet. Mehrere Personen, die es während der Auktion begutachtet haben, sollen laut Angaben des Verkäufers keine sichtbaren Spuren der Reparatur gefunden haben. Der Unfall ist jedoch weiterhin im Carfax-Bericht vermerkt, was bei einem so seltenen Oldtimer in der Regel einen Wertverlust bedeutet.
Von 192.000 auf 308.000 Dollar innerhalb weniger Stunden
Genau das macht das Ende der Auktion so spektakulär. Am 26. August um 17:21 Uhr lag das Gebot noch bei 192.000 Dollar. Sieben Minuten später stieg es auf 220.000 Dollar. Dann ging alles ganz schnell.
In den letzten paar Dutzend Minuten lieferten sich die Bieter einen regelrechten Wettstreit: 250.000, 251.000, 270.000, 271.000, 275.000, 280.000 und schließlich 285.000 Dollar. Wenige Minuten vor Auktionsende wurde die 300.000-Dollar-Marke überschritten. Ein letztes Überbietungsgebot von 308.000 Dollar sicherte schließlich den Zuschlag für das Auto. Insgesamt verzeichnete die Auktion 30 Gebote, 15.472 Aufrufe und fast 1.500 Zuschauer.

Diese 308.000 Dollar liegen unter den Summen, die kürzlich für einige 8C mit äußerst geringer Laufleistung erzielt wurden, insbesondere für die Spider-Modelle, deren Preise bereits die 400.000-Dollar-Marke überschritten haben. Angesichts des gemeldeten Unfalls ist das Ergebnis jedoch besonders interessant.
Es zeigt vor allem, wie begehrt der Alfa Romeo 8C geworden ist. Er vereint heute fast alle Merkmale, die Sammler schätzen. Das ging so weit, dass die Käufer selbst bei einem wenig schmeichelhaften Eintrag im Carfax noch bereit waren, bis zur letzten Minute um den Zuschlag zu kämpfen, um die 300.000-Dollar-Marke zu überschreiten.
