
Im Vorfeld der regulatorischen Revolution im Jahr 2026 hat die Formel 1 lebt bereits unter Hochspannung. Und wie so oft ist es Ferrari, auf das sich alle konzentrieren. In Maranello werden die nächsten Wochen entscheidend sein, wenn es um den SF-26 geht, den Einsitzer, der die Wiedergeburt des Cavallino verkörpern soll. Mehrere übereinstimmende Quellen aus Italien berichten, dass sich das Projekt so sehr verzögert, dass Teamchef Fred Vasseur aus der Haut fährt.
Das symbolische Datum, das zur Quelle von Spannungen wurde
Ferrari plant die offizielle Enthüllung seines F1 2026 am 23. Januar, kurz vor den ersten privaten Testfahrten in Barcelona. Ein scheinbar klassisches Datum, das jedoch vor dem Hintergrund des maximalen Drucks eine besondere Dimension erhält. Die Scuderia beginnt einen neuen technischen Zyklus nach einer sehr enttäuschenden Saison 2025, die ohne Sieg und mit einem vierten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft abgeschlossen wurde. Laut Umberto Zapelloni, der normalerweise gute Quellen hat, entsprach der Stand der Arbeiten am SF-26 nicht dem ursprünglichen Zeitplan. So sehr, dass intern ein Satz wie eine Verpuffung gewirkt hätte: "Wir werden nicht bis zum 23. fertig sein". Diese Aussage hätte den Zorn von Fred Vasseur erregt, für den jede Verzögerung in diesem Stadium inakzeptabel ist.
Maranello unter Druck, Piloten in der Warteschleife
Diese Nervosität betrifft nicht nur die technische Leitung. Ferrari spielt mit seinem Fahrerduo hoch. Charles Leclerc, der seit mehreren Saisons eine tragende Säule des Projekts ist, sieht die Zeit ohne echte Titelchancen verstreichen. Lewis Hamilton, der mit dem klaren Ziel angetreten ist, seinen achten WM-Titel zu holen, kann es sich nicht leisten, ein Jahr in technischer Ungewissheit zu verlieren. Beide Fahrer hatten bereits ihre Kühlereinstellungen vorgenommen, das Chassis wäre validiert worden und die Priorität läge nun auf der Zuverlässigkeit des brandneuen Antriebsstrangs 2026. Das ungewöhnliche Fehlen eines Videos von der ersten Zündung des Motors nährt jedoch die Spekulationen und verstärkt die Vorstellung, dass das Programm am Rande des Zeitlimits durchgeführt wird.
Tatsächliche Verspätung oder aggressive Arbeitsmethode?
Nicht alle Quellen zeichnen jedoch ein so düsteres Bild. Andere Stimmen erklären diese Schwierigkeiten mit der Vasseur-Methode: die Teams an ihre Grenzen zu bringen, bis zum letzten Moment Lösungen zu finden, selbst wenn das Auto erst am Vorabend der Präsentation zusammengebaut wird. So könnte der SF-26 am 22. Januar, also nur 24 Stunden vor seiner offiziellen Vorstellung, zusammengebaut werden. Ferrari versichert intern, dass man zuversichtlich sei, am 26. Januar in Barcelona anwesend zu sein, selbst mit einer bewusst konservativen Konfiguration und einer "maskierten" Karosserie, eine Praxis, die im Fahrerlager mittlerweile üblich ist. In diesem Stadium würde das Ziel vor allem darin bestehen, die Grundlagen zu bestätigen, bevor im Februar die offiziellen Testfahrten in Bahrain stattfinden.
Ein Mediensturm, der relativiert werden muss?
Gleichzeitig machen die Konkurrenten Fortschritte. Audi hat seinen Motor bereits zum Laufen gebracht, Red Bull bereitet sich darauf vor, seine Partnerschaft mit Ford zu kommunizieren, und Mercedes wie auch McLaren wollen bei den ersten Tests kräftig zuschlagen. Jedes Gerücht rund um Ferrari nimmt ein überdimensionales Ausmaß an. Daher sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen. Maranello war schon immer eine Fabrik für Gerüchte, die manchmal - absichtlich oder unabsichtlich - genutzt wurden, um die Spuren zu verwischen oder zu destabilisieren. Vor der entscheidenden Saison 2026 ist es nicht ausgeschlossen, dass diese "Lecks" auch dazu dienen, den wahren Stand des Projekts zu verschleiern. Die Wahrheit wird, wie so oft in der Formel 1, erst beim ersten Grand Prix ans Licht kommen. Bis dahin wird der SF-26 weiterhin im Mittelpunkt aller Spekulationen stehen.
