
Nun ist es offiziell: Die Scuderia Ferrari bestätigte, dass Riccardo Adami seinen Posten als Renningenieur von Lewis Hamilton verlassen wird. Ab dem 16. Januar 2026 wird der italienische Ingenieur nicht mehr die Stimme des Autos mit der Nummer 44 im Funk sein. Eine Entscheidung, die als einfacher Rollenwechsel dargestellt wird, aber nach einer Saison 2025 kommt, die von einer nie wirklich reibungslosen Arbeitsbeziehung geprägt war. Ferrari spricht von einer strategischen Neuorganisation, der Aufwertung von Kompetenzen und interner Kontinuität. Dennoch ist es schwer, darin nicht das logische Ergebnis einer Partnerschaft zu sehen, die trotz der auf beiden Seiten zur Schau gestellten Professionalität nie ihren Rhythmus gefunden hat.
Eine Zusammenarbeit, die nie richtig in Schwung kam
Schon bei den ersten Rennen der Saison 2025 erregte der Funkverkehr zwischen Hamilton und Adami Aufmerksamkeit. Abgehackte Nachrichten, peinliches Schweigen, taktische Missverständnisse... Ein Grand Prix folgte auf den anderen, ohne dass die natürliche Verbindung, die zwischen einem Fahrer und seinem Renningenieur so wichtig ist, wirklich zustande kam. Wo Hamilton bei Mercedes eine fast telepathische Beziehung zu Peter Bonnington aufgebaut hatte, fand er sich bei Ferrari mit einem Ingenieur wieder, der einen ganz anderen Stil hatte: technischer, selektiver in der Information, manchmal als distanziert wahrgenommen. Umgekehrt ist der Brite dafür bekannt, dass er einen ständigen Datenfluss und Austausch benötigt. Zwei Methoden, zwei Kulturen, zwei Sprachen, die sich im Laufe der Saison oft zu kreuzen schienen, ohne sich jemals zu treffen.
"Es war eine lange Saison, Leute": ein bedeutungsschwangeres letztes Radio
Das Symbol dieser gescheiterten Zusammenarbeit kam zweifellos beim letzten Grand Prix der Saison in Abu Dhabi zum Vorschein. Nach dem Fallen der Zielflagge ließ Hamilton über Funk eine Botschaft los, die von Müdigkeit und Dankbarkeit geprägt war: "Es war eine lange Saison, Jungs. Danke für eure Arbeit, ich werde euch immer dankbar sein". Einige Sekunden Schweigen. Dann ein fast verlegenes Nachhaken des Fahrers und eine verspätete Antwort von Adami. Ein scheinbar harmloser Austausch, der aber allein schon 24 Rennen einer Beziehung ohne echte Chemie zusammenfasst. Die Beziehung war bis zum Schluss professionell, aber nie offensichtlich.
Eine neue Rolle für Riccardo Adami
Ferrari betont: Es handelt sich nicht um eine Ausgrenzung. Riccardo Adami tritt der Ferrari Driver Academy als Leiter des TPC-Programms (Test Previous Cars) und als akademischer Manager bei. Eine Schlüsselfunktion, die darauf abzielt, seine immense Erfahrung auf der Rennstrecke an die jungen Talente in Maranello weiterzugeben. In seiner neuen Position wird Adami die Aufgabe haben, die Ausbildung zu strukturieren, die aufstrebenden Fahrer zu betreuen und die Leistungskultur innerhalb der Scuderia zu stärken. Eine wichtige Rolle, da Ferrari sich auf die großen regulatorischen Umwälzungen im Jahr 2026 vorbereitet.

Wer soll nun Adamis Nachfolger bei Hamilton werden?
Im Moment hält Ferrari die Spannung aufrecht. Es wurden noch keine Namen über den zukünftigen Renningenieur von Lewis Hamilton bekannt gegeben. Eines ist sicher: Vor der entscheidenden Saison 2026, die von einer großen Regeländerung geprägt ist und vielleicht eine der letzten Chancen für Hamilton ist, einen achten Weltmeistertitel anzustreben, wird die Wahl entscheidend sein. Der siebenfache Weltmeister braucht eine Stimme, der er instinktiv zuhört, die er versteht und respektiert. Ferrari weiß das. Die Trennung, selbst wenn sie diplomatisch präsentiert wird, wirkt wie ein klarer Versuch, alle Chancen wieder auf seine Seite zu bringen.