
Die Sommerpause hat nur einen Augenblick gedauert. Nach der Rückkehr aus den Ferien beginnt der neue Schuljahrsbeginn für Stellantis in Italien. Von Termoli bis Mirafiori, von Pomigliano bis Modena, überall herrscht die gleiche Sorge: Die Produktion geht zurück, die Solidaritätsverträge werden immer länger und die Zukunft der Industrie ist immer noch ohne klaren Kompass. Sogar die Kirche ist durch den Bischof von Termoli auf die Barrikaden gegangen, um die Würde der Arbeiter zu verteidigen.
Termoli: Vom Versprechen der Gigafactory zur erzwungenen Solidarität
In Termoli hat sich die Hoffnung auf eine Gigafactory in Luft aufgelöst. Ab dem 1. September werden die 1.823 Angestellte werden alle von einem Solidaritätsvertrag betroffen sein, der bis August 2026 verlängert wurde. Eine Maßnahme, die die Stellen teilweise schützt, aber die Löhne kürzt und die Unsicherheit verlängert.
Für die Gewerkschaft USB ist dies "ein angekündigter Tod": "Stellantis vernachlässigt nicht nur Termoli, sondern opfert weiterhin ganze italienische Fabriken. Die Arbeiter sind die Opfer eines Krieges zwischen den Armen, während ein Industrieplan den anderen jagt, ohne jemals in die Tat umgesetzt zu werden."
Selbst die Lokalpolitik schlägt Alarm. Der Präsident der Region Molise, Francesco Roberti, fordert, die Rolle des Werks zu überdenken, nicht mehr nur als Batteriepol, sondern als Standort, der in der Lage ist, Verbrennungsmotoren zu produzieren, die noch bis 2030 benötigt werden.
Claudio Palumbo, Bischof von Termoli-Larino, sagte: "Der Moment, in dem die Arbeiter und ihre Familien leben, ist dramatisch. Der Profit darf nicht der einzige Kompass sein: Im Zentrum müssen die Menschen und ihre Würde bleiben." Eine bedeutungsschwere Aussage, die den Ernst der Lage verdeutlicht.
Der Bischof sowie alle kirchlichen Gemeinschaften der Diözese fordern die lokalen, regionalen, nationalen und europäischen Institutionen auf, gefährliche Fehlentwicklungen zu verhindern und alles für die Zukunft der Automobilindustrie zu tun, indem sie die Entscheidungen mit den Arbeitnehmern teilen und nicht nur den (wenn auch legitimen) Profit, sondern vor allem die Arbeitnehmer und ihre Familien in den Mittelpunkt der Unternehmensentscheidungen stellen. Die Arbeitnehmer erwarten dringende und konkrete Antworten und können nicht in ständiger Angst vor leider immer unsichereren Arbeitsplätzen ohne Zukunftsperspektiven leben.
Mirafiori: 2.300 Beschäftigte erneut in Solidarität
In Turin hat die Rückkehr aus dem Urlaub ebenfalls einen bitteren Beigeschmack. 2.297 Beschäftigte von Mirafiori (2.043 Arbeiter und 254 Angestellte) werden bis zum Ende des Jahres in Solidaritätsverträgen untergebracht. Die betroffenen Bereiche reichen von der elektrischen Fiat 500-Linie bis hin zu den Werkzeugwerkstätten.
"Die Agonie von Mirafiori dauert nun schon 18 Jahre", erinnert Fiom-Cgil. Nach Ansicht der Gewerkschaften kann nur die Zuweisung eines neuen Modells, das neben dem 500er produziert werden soll, dem Standort und der gesamten Region Turin wieder eine Zukunft geben.
Pomigliano: Der Schatten, der schwebt
Auch das neapolitanische Werk in Pomigliano, in dem unter anderem der Panda und der Alfa Romeo Tonale hergestellt werden, bleibt von den Kürzungen nicht verschont. Für Fim-Cisl ist "die Lage kritisch und es bedarf dringend eines echten Industrieplans für Italien, da die Standorte sonst zu einer langsamen Erosion verurteilt sind". In einigen Wochen soll eine neu gestaltete Version des Tonale vorgestellt werden, aber es ist nicht garantiert, dass dies ausreichen wird, um das Verkaufsvolumen deutlich zu steigern.
Modena: Maserati in offener Krise
In Modena, der historischen Hochburg von Maserati, sprechen die Zahlen für sich: 140 Millionen Euro operativer Verlust und -41,5 % Umsatz in der ersten Hälfte des Jahres 2025. Die Beschäftigten, die sich bereits in Kurzarbeit befinden, befürchten einen Verlust der Zentralität des Trident im Motor Valley.
Die Regionalrätin Maria Costi (PD) fordert die Aufnahme von Gesprächen mit Stellantis und der Regierung. Ähnlich klingt es auf der rechten Seite, wo Senator Michele Barcaiuolo verspricht, Minister Urso anzusprechen: "Maserati ist ein exzellentes Erbe, das ein starkes und gemeinsames Engagement verdient."
Ein Schulanfang unter Hochspannung
Hinter den Ankündigungen zeichnet sich die gleiche Realität ab: ein Konzern in Italien in großen Schwierigkeiten, mit einem schrumpfenden europäischen Markt und industriellen Entscheidungen, die nur schwer zu überzeugen sind (Produktion in Polen, Serbien, Marokko, Algerien...). Die Gewerkschaften fordern einen klaren und gemeinsamen nationalen Plan, während die Lokalpolitiker die Alarmglocken schrillen lassen.
Wenn selbst die Kirche Stellantis daran erinnert, dass Arbeit nicht nur ein Instrument des Profits, sondern der Menschenwürde ist, dann ist die Lage ernst.
Der Vatikan hat den Fuhrpark auf Volkswagen umgestellt, weiß das der Bischof?
Der Vatikan hat seine Flotte von Fahrzeugen auf Volkswagen umgestellt, lo sa il vescovo?
Das Italien von Frau Meloni muss die Kontrolle über Fiat zurückgewinnen! Und zwar schnell! Die italienische Automobilindustrie muss ihren Platz in der hyperleistungsfähigen und innovativen Automobilindustrie wieder einnehmen, wie sie es einst mit ihren revolutionären Maschinenbauern war, die Mopeds, Motorräder und Sportmotorräder, Motorroller und einfache, leistungsstarke Autos schufen, die von den Japanern kopiert wurden. Schnell!
Danke Thank you Danke an Sie und an Alle