Stellantis fordert Elektroautos mit modernisiertem Euro-7-Dieselmotor heraus

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Während die europäische Automobilindustrie eine massive Elektrifizierung betreibt, Stellantis wählt einen pragmatischeren Weg. Der französisch-italienische Konzern verzichtet nicht auf den Elektroantrieb, lehnt es aber ab, ihn zur einzigen Antwort auf die Bedürfnisse des Marktes zu machen. Hinter dieser Kehrtwende steht ein technisches Projekt, das weitaus ehrgeiziger ist als eine einfache Rückkehr des Diesels: die Geburt eines Euro-7-Dieselmotors, der grundlegend modernisiert, elektrifiziert und auf Langlebigkeit ausgelegt ist. Diese Entscheidung markiert einen Bruch. Und vor allem sendet sie eine klare Botschaft: Nicht alle Kunden sind bereit oder gezwungen, auf einen elektrischen 100 % umzusteigen.

Ein Kontext, der Stellantis zum Umdenken zwingt

Die letzten Monate waren reich an schwachen Signalen, die nun offensichtlich geworden sind. Verlangsamter Verkauf von Elektroautos, zögerliche Privatkunden, anhaltende Zurückhaltung von Firmenflotten: Die Energiewende verläuft nicht nach dem erhofften Zeitplan. Bei Stellantis führte diese Realität zu mehreren strukturierenden Entscheidungen, darunter die Verschiebung der neuen Alfa Romeo Giulia und Stelvio auf 2028, um wieder einen Verbrennungsmotor unter der Motorhaube einzuführen.

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Das neue Management des Konzerns nimmt nun eine offenere Sichtweise an. Die Marken behalten eine gewisse technologische Freiheit, solange sie sich an die gesetzlichen Auflagen halten. In diesem Rahmen ist der Diesel nie ganz verschwunden. Er überlebt auch heute noch in einigen Modellen der Gruppe, wie dem Alfa Romeo Tonale, was beweist, dass es immer noch eine Nachfrage gibt, insbesondere bei Vielfahrern.

Das geplante Ende des BlueHDi

Diese Wiederbelebung wird jedoch nicht mit den Motoren der Vergangenheit erfolgen. Der Dieselmotor 1.5 BlueHDi, der noch aus der PSA-Ära stammt, hat seine letzten Monate hinter sich. Ursprünglich war geplant, diesen Motor zu aktualisieren, um die Euro 7-Norm zu erfüllen und seine Karriere bis 2030 zu verlängern, aber er wurde schließlich verworfen. Stellantis hat also entschieden. Die Zukunft des Diesels wird nicht mehr über Frankreich, sondern über Italien laufen. Der Konzern setzt nun auf eine wohlbekannte und als robust geltende Architektur: den Multijet-Motor.

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Das starke Comeback des Multijet... Version XXIᵉ Jahrhundert

Das Herzstück dieser neuen Strategie ist ein neuer 1,6-Liter-Diesel, der direkt von den letzten Multijet-Generationen abstammt. Ein Motor, der grundlegend überarbeitet wurde, um die Anforderungen der Euro 7-Norm zu erfüllen, aber auch um sich an eine Umgebung anzupassen, in der Verbrennungsmotoren allein keinen Platz mehr haben. Denn dieser neue Diesel wird niemals “einfach” sein. Er wird systematisch mit einer leichten Elektrifizierung kombiniert werden. Stellantis plant, sein eDCT6-Getriebe, ein automatisches Doppelkupplungsgetriebe, das bereits bei den Benzinhybriden des Konzerns eingesetzt wird, in den Diesel einzubauen.

Hier nimmt das Projekt eine wirklich disruptive Dimension an. Das eDCT6-Getriebe enthält einen Elektromotor mit 20 bis 28 PS, der von einer 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie gespeist wird. Diese Architektur ermöglicht es, den Verbrennungsmotor zu unterstützen, beim Bremsen Energie zurückzugewinnen und sogar sehr kurze Fahrten im 100 %-Elektro-Modus durchzuführen.

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In der Praxis verspricht dieser Mildhybrid-Diesel einen deutlich niedrigeren Verbrauch, geringere CO₂-Emissionen und volle Euro-7-Konformität, ohne Abstriche bei der Reichweite oder dem Fahrspaß auf der Autobahn zu machen. Eine nahezu ideale Gleichung für Firmenflotten, Vielfahrer und all jene, für die Elektroantrieb noch immer eine Einschränkung darstellt. Diese Entscheidung hat auch eine symbolische Konsequenz: Die Abkehr vom TCT-Getriebe bei einigen Marken, insbesondere Alfa Romeo, zugunsten einer gemeinsamen technischen Lösung für den gesamten Konzern.

Ein Diesel, der die gesamte Produktpalette durchdringen soll

Im Gegensatz zu früheren Generationen ist dieser neue Motor nicht für einige wenige isolierte Modelle bestimmt. Er soll die europäische Dieselbasis von Stellantis werden. Mehrere Quellen sprechen von einer Einführung ab 2026 in strategischen Modellen, insbesondere im künftigen DS Nº7 und im Lancia Gamma.

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Unterschwellig spiegelt diese Strategie eine nüchterne Feststellung wider. Der Elektroantrieb ist auf dem Vormarsch, aber nicht überall und nicht im gleichen Tempo. Die Infrastruktur ist nach wie vor uneinheitlich, die Kosten sind hoch und die gewerbliche Nutzung hängt noch weitgehend von Verbrennungsmotoren ab. Während sich die chinesische Konkurrenz auf Null-Emissionen konzentriert, entschied sich Stellantis dafür, sein Angebot zu diversifizieren. Der neue Euro-7-Hybriddiesel ist also kein Rückschritt. Er ist eine technische Antwort auf eine Energiewende, die langsamer und komplexer ist als erwartet.

Ein industrieller und symbolischer Wendepunkt

Wenn diese Informationen offiziell bestätigt werden, wird Stellantis sich nicht damit begnügen, das Leben des Diesels zu verlängern. Der Konzern könnte seine Rolle in der Zeit nach 2030 neu definieren, indem er auf eine dauerhafte Koexistenz von Elektro- und Hybridantrieb setzt. Und das Symbol ist stark: Nach mehreren Jahren, in denen französische Motoren dominierten, könnte italienische Ingenieurskunst das Rückgrat der neuen Dieselgeneration des Konzerns werden. Die offizielle Bestätigung könnte bereits am 21. Mai erfolgen, wenn Stellantis in den USA eine wichtige Industrieveranstaltung organisiert. Ein Termin, den man sehr genau im Auge behalten sollte.

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3 bewertungen auf "Stellantis défie les voitures électriques avec un moteur diesel Euro 7 modernisé"

  1. Eine gute Sache. Der 1,5-Liter-Motor, auch wenn er mit der neuen AAC-Kette zuverlässiger wurde, war zu leicht. Ursprünglich ersetzte er zwei Motoren. Den DV4 und den DV6. Das waren sehr gute Motoren. Aber sie zogen es vor, mit diesem DV5/DVR ein 2in1 zu machen. Das Verbesserungspotenzial ist mit diesem 1.6 FCA größer. Und ich denke, dass sowohl Peugeot als auch Fiat froh sein werden, ihn unter der Haube zu haben. Der 2.2 FCA ist bereits seit kurzem in den Nutzfahrzeugen des Konzerns zu finden. Der einzige Motor, der bei PSA noch gut lief, war der 2.0 HDi. Aber sie haben ihn vor ein oder zwei Jahren eingestellt...

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  2. Nachdem der umstrittene Puretech durch den Multijet II auf der Benzinseite ersetzt wurde, ist nun der blaue HDI an der Reihe und macht Platz für den Euro 7 e-Multijet.
    Es ist in der Tat eine Palastrevolution, die endgültig das Ende der Ära Tavares und die Vorherrschaft von Peugeot über die Marken Stellantis Europa markiert.

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  3. Trotzdem ist es eine ausgezeichnete Entscheidung. Die Kombination aus der Sparsamkeit eines guten modernen Dieselmotors und der Emissionsfreiheit bei niedrigen Geschwindigkeiten (vor allem in der Stadt) eines Elektromotors ist das Beste aus beiden Welten: keine oder nur geringe schädliche Emissionen in der Stadt bei einem sehr maßvollen Verbrauch außerhalb der Stadt.

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