
Wenige Tage nach der Ankündigung des historischen «Resets» von Stellantis, Die Auswirkungen gehen bereits weit über den Automobilsektor hinaus. Diesmal betreffen die Auswirkungen direkt den französischen Staatshaushalt. Die öffentliche Investitionsbank Bpifrance, an der der Staat über eine Beteiligung von 6,65 TP3T am Automobilkonzern beteiligt ist, hat dies gerade in Zahlen belegt: Trotz eines Rekordjahres an Geschäftstätigkeit wird die Rentabilität des Konzerns bis 2025 um 44 TP3T einbrechen. Mit anderen Worten: Die Krise des Automobilkonzerns ist nicht nur eine Krise der Industrie oder der Börse. Sie wird zu einer makroökonomischen Krise.
Ein Rekordjahr ... mit einem schlechten Ende
Auf dem Papier sollte 2025 ein hervorragendes Jahr für Bpifrance werden. Die Institution pumpte 72 Milliarden Euro in die französische Wirtschaft, so viel wie nie zuvor, mit steigender Kreditvergabe an Unternehmen, massiver Unterstützung für die Industrie und verstärkten Investitionen in Innovation, KI und Energiewende.
Die Rolle der «antizyklischen Bank» funktionierte auf Hochtouren, mit Garantien von über 30 Milliarden Euro und einem auf 30 Milliarden Euro gestiegenen Eigenkapital. Doch wenn es ans Abrechnen geht, sieht die Realität ganz anders aus: Das Nettoergebnis fällt auf 501 Millionen Euro, gegenüber 896 Millionen im Vorjahr. Der Hauptgrund dafür liegt weder in den KMU, noch in der Innovation oder im ökologischen Übergang. Er ist in der Automobilbranche zu finden.
Stellantis als Hauptverantwortlicher für das Loch in den Büchern
Bpifrance ist nach Exor und EPF (Établissement Peugeot Frères) der drittgrößte Aktionär von Stellantis. Diese strategische Position bedeutet auch eine starke Abhängigkeit von den Dividenden des Konzerns. Diese sind jedoch brutal eingebrochen.
Die im Jahr 2025 ausgeschüttete Dividende wurde mehr als halbiert, was allein schon zu einer negativen Auswirkung von 168 Millionen Euro für die staatliche Bank führte. Und die Situation dürfte sich im neuen Jahr noch verschlechtern, da Stellantis bereits angekündigt hat, dass 2026 überhaupt keine Dividende gezahlt wird nach ein Nettoverlust aufgrund der 22 Milliarden Euro an außergewöhnlichen Belastungen.
Dies ist ein wesentlicher Punkt: Der Rückgang der Rentabilität von Bpifrance spiegelt nicht eine Verlangsamung der französischen Wirtschaft wider, sondern direkt die Schwierigkeiten eines Automobilherstellers. Generaldirektor Nicolas Dufourcq gibt es implizit zu: Um die intrinsische Leistung von Bpifrance zu verstehen, muss man einige große Beteiligungen quasi neutralisieren ... darunter Stellantis.
Der Dominoeffekt des strategischen «Resets
Der Zusammenhang mit den jüngsten Ankündigungen des von Antonio Filosa geleiteten Konzerns wird nun deutlich. Der Anfang Februar offiziell bekannt gegebene «Reset» (Aufgabe von Stromprojekten, massive Abschreibungen, Priorisierung der Bilanz und Aussetzung der Dividende) hatte zum Ziel, auf einer gesunden finanziellen Basis neu zu beginnen. Doch diese Strategie überträgt den Schmerz sofort auf seine Aktionäre, einschließlich der öffentlichen.
Im Gegensatz zu einem privaten Aktionär ist der französische Staat hier doppelt betroffen. Einerseits bleiben die europäischen Industriestandorte mit rückläufigen Volumina unter Druck. Auf der anderen Seite reduziert der Dividendenrückgang direkt die indirekten finanziellen Ressourcen der öffentlichen Hand. Die Automobilkrise wird somit zu einer Haushaltskrise.
Ein Symbol für die industriellen Schwächen Europas
Bpifrance wurde im Übrigen nicht nur von Stellantis bestraft. Auch die negativen Ergebnisse von STMicroelectronics und Soitec fielen schwer ins Gewicht, was beweist, dass der Abschwung die gesamte europäische Technologie-Industriekette betrifft. Der Automobilhersteller bleibt jedoch der Auslöser und der politisch sichtbarste Faktor. Denn durch ihn zeigt ein ganzer Bereich der europäischen Industriestrategie seine kurzfristigen finanziellen Grenzen auf.
Diese neue Episode verändert die Wahrnehmung des «Reset» von Stellantis. Bisher als interner strategischer Wendepunkt analysiert, wird er nun zu einem Thema von nationalem Interesse für Frankreich. Wenn die Dividende eines Automobilkonzerns die Rentabilität der öffentlichen Investitionsbank um 44 % zurückgehen lässt, geht die Frage über die Industrie hinaus. Sie berührt die Finanzierung der Wirtschaft, die Industriepolitik und die Rolle des Staates als Aktionär.
Der nächste Investorentag im Mai wird also nicht nur als Fahrplan für Stellantis gelten. Er könnte auch indirekt einen Teil des öffentlichen Finanzgleichgewichts in Frankreich für die nächsten Jahre bestimmen.