
Nach Fiat, Alfa Romeo und Maserati ist nun auch Lancia die Zahlen unter die Lupe zu nehmen. Eine mythische Marke mit einer glorreichen Vergangenheit, deren Wiedergeburt in Europa derzeit eher einem Balanceakt als einem echten Aufbruch gleicht.
Eine ehrgeizige Wiedergeburt ... aber mit Hindernissen gespickt
Lange Jahre überlebte Lancia fast autark, beschränkt auf den italienischen Markt, mit einem einzigen Auto: dem alten Ypsilon. Ein in die Jahre gekommenes Stadtauto, das seinem lokalen Publikum jedoch erstaunlich treu blieb. Dann kam die Zeit des großen Relaunchs, getragen von der Stellantis-Gruppe, mit einem klaren Ziel: Lancia als italienische Premiummarke neu zu positionieren, die weit über die Landesgrenzen hinaus begeistern kann.
Das Symbol dieser neuen Ära ist der neue Lancia Ypsilon. Ein Modell, das einen völligen Bruch mit der Vergangenheit darstellt. Wechsel des Segments, der Philosophie und des Preises. Der Ypsilon verlässt das A-Segment und tritt in das B-Segment ein, mit einem Einstiegspreis von nunmehr über 25.000 Euro. Ein Schock, wenn man sich daran erinnert, dass der alte Ypsilon vor zehn Jahren noch für rund 15.000 Euro gehandelt wurde. Hinzu kommen mehrere Entscheidungen, die die Debatten angeheizt haben: ein Design, das als spaltend empfunden wird, eine technische Basis, die vom Peugeot 208 stammt, eine Produktion in Spanien, Motorisierungen, die nicht unumstritten sind, und vor allem das fast völlige Fehlen einer Werbekampagne in den meisten europäischen Ländern. Einzeln betrachtet kann jedes dieser Elemente für sich genommen verteidigt werden. Zusammengenommen stellen sie einen wahren Hindernislauf für eine Marke dar, die sich gerade im Wiederaufbau befindet.
Italien als schwacher, aber unverzichtbarer Pfeiler
Wenig überraschend bleibt Italien der größte Markt für Lancia. Im Jahr 2025 wird die Marke dort insgesamt 9.710 Neuzulassungen verzeichnen. Eine Zahl, die angesichts der vergangenen Situation ehrenhaft erscheinen mag, die aber auch die derzeitigen Grenzen des Aufschwungs aufzeigt. Auf seinem Heimatmarkt verkauft Lancia weniger Autos als Honda, Mazda, Tesla, Volvo, Mini oder Suzuki. Sie kann sich jedoch damit beruhigen, dass sie vor Porsche, DS oder Lexus liegt, was beweist, dass ihre lokale Verankerung weiterhin solide ist. In der Rangliste der Verkäufe nach Modellen landete der Lancia Ypsilon in Italien auf dem 44. Platz, knapp vor dem Audi A1, aber hinter allgemeinen Stadtfahrzeugen wie dem Suzuki Swift. Von den gesamten italienischen Verkäufen waren nur 951 Ypsilon elektrisch angetrieben, was etwa 10 % der Zulassungen entspricht. Ein bescheidenes Verhältnis, das sowohl die Positionierung des Modells als auch die anhaltende Zurückhaltung gegenüber Elektrofahrzeugen in diesem Segment widerspiegelt.

Eine noch sehr diskrete europäische Präsenz
Außerhalb Italiens ist die Realität brutaler. In Frankreich schließt Lancia das Jahr 2025 mit 850 Neuzulassungen ab. Der Dezember mit 147 Einheiten erscheint fast wie ein Lichtblick. Bemerkenswert ist, dass 71 % dieser Zulassungen auf Privatkunden entfielen. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Verkäufen betrug 17 %, was etwas besser als in Italien ist, aber immer noch weit von den Zielen entfernt ist.
In Spanien, dem Land, in dem der Ypsilon produziert wird, verzeichnete Lancia im Jahresverlauf insgesamt 625 Neuzulassungen. Ein paradoxerweise schwaches Ergebnis, trotz eines dynamischeren Monats April. In Belgien erreichte die Marke im Jahr 2025 241 Zulassungen, während sie sich in den Niederlanden auf 165 Einheiten beschränkte. Dies sind sehr bescheidene Volumina, die verdeutlichen, wie sehr der europäische Aufschwung noch in den Kinderschuhen steckt. Deutschland und Luxemburg sind noch nicht vertreten.
2026, das Jahr der Wahrheit für Lancia
In den fünf beobachteten Hauptmärkten kommt Lancia bis 2025 auf insgesamt 11.591 Neuzulassungen. Diese Zahl bestätigt eine Tatsache, die schwer zu ignorieren ist: Der Aufschwung ist im Gange, aber er bleibt fragil, langsam und kostspielig für das Image.
Dennoch könnte das Jahr 2026 alles verändern. Die offizielle Rückkehr von Lancia in die WRC2Die Sportart, die untrennbar mit ihrer sportlichen DNA verbunden ist, stellt einen starken emotionalen Hebel dar. Hinzu kommt die erwartete Einführung des SUV Lancia Gamma, eines strategischen Modells, das der Produktpalette endlich mehr Substanz verleihen und die Premium-Positionierung der Marke glaubwürdig machen soll. Lancia spielt jetzt hoch. 2025 war ein Übergangsjahr, das aus Versuchen und kontrastreichen Signalen bestand. Das Jahr 2026 wird keinen Platz mehr für die Ausrede eines Neuanfangs lassen. Dann muss die Marke beweisen, dass sie in der Lage ist, ihr Erbe in einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln.
| 2025 | |
|---|---|
| Italien | 9710 |
| Frankreich | 850 |
| Spanien | 625 |
| Belgien | 241 |
| Niederlande | 165 |
Dem Lancia Ypsilon fehlen zwei Dinge: andere Verbrennungsmotoren als der PureTech und Verkaufsstellen (die bei den meisten Fiat-Alfa-Jeep-Abarth-Händlern praktisch nicht vorhanden sind, man fragt sich warum?)
Ansonsten ist es ein ausgezeichnetes Auto mit einem guten Fahrverhalten, einem gelungenen Design und einer ausgezeichneten Verarbeitung.
Es ist wirklich eine Verschwendung, so viel schlechten Willen in die Wiederbelebung einer Marke zu stecken. Ich bin ein ehemaliger "Lancist" und würde niemals etwas zusammengebasteltes wie den Ypsilon kaufen. Ich hatte früher einen der ersten Y und er war eindeutig hochwertiger als der Punto.