
Auf den ersten Blick ist das Jahr 2025 von Lamborghini könnte paradox erscheinen. In mehreren Schlüsselmärkten geht die Marke zurück, manchmal sogar stark. Und doch verzeichnet der Hersteller aus Sant'Agata Bolognese am Ende des Geschäftsjahres mit 10.747 weltweit ausgelieferten Fahrzeugen einen neuen historischen Rekord, gegenüber 10.687 im Jahr 2024. Auf dem Papier ein winziger Anstieg, aber höchst symbolisch, da er in einem ganz besonderen Kontext stattfindet.
Denn im Jahr 2025 spielte Lamborghini nicht wirklich unter gleichen Bedingungen. Das Jahr markierte das Ende der Karriere des Huracán, der durch den Temerario ersetzt wurde, dessen Auslieferung erst spät begann. Lamborghini absolvierte das Geschäftsjahr daher mit fast zwei statt drei Modellen. Trotzdem schnitt die Marke besser ab als im Vorjahr.
Die USA fallen zurück
Als weltweit größter Markt für Lamborghini beendeten die USA das Jahr 2025 mit 3.198 Zulassungen, was einem Rückgang von 9 % entspricht. Eine Zahl, die beunruhigen könnte, die jedoch weitgehend relativiert werden muss. Erstens, weil fast zwei Drittel der Verkäufe auf den Urus entfallen, was eine bewusste Abhängigkeit vom SUV bestätigt. Zweitens, weil der Rückgang in den USA für Lamborghini nicht dieselbe Bedeutung hat wie für Ferrari. Für Lamborghini ist die Lesart einfach: Die Marke lief das ganze Jahr über mit einer unvollständigen Produktpalette, wobei der Temerario erst ganz am Ende des Geschäftsjahres wirklich auf den Plan trat (Erstauslieferung im Dezember 2025).
Europa federt den Übergang ab
In Europa gelang es Lamborghini, einen Teil dieser Produktbeschränkung auszugleichen. Deutschland, der weltweit zweitgrößte Markt für die Marke, wuchs um 4 % mit 1.153 Zulassungen, was die solide Nachfrage bestätigt. Italien verzeichnete eine noch stärkere Performance mit 569 Fahrzeugen, was einem Anstieg von fast 20 % im Jahresvergleich entspricht. Die gleiche Dynamik herrschte in Frankreich, wo Lamborghini um 22 % auf 145 Zulassungen stieg.
In einigen kleineren Märkten ist das Wachstum spektakulär. In den Niederlanden verdoppelte sich das Volumen auf 106 Fahrzeuge, in Österreich stieg es um 152 % und in Spanien um 51 %. Im Gegensatz dazu verzeichnete Großbritannien einen deutlichen Rückgang auf 560 Zulassungen (-30 %), ein Trend, der alle Luxusmarken betrifft und nicht allein auf Lamborghini zurückgeführt werden kann.
Asien-Pazifik-Raum: solide Märkte
In Asien bestätigte Japan seine strategische Rolle mit 951 Zulassungen, ein Anstieg um 16 %. Auch Australien setzt seinen Aufwärtstrend mit 272 Fahrzeugen (+6 %) fort. Auch hier wurden diese Ergebnisse ohne den tatsächlichen Beitrag des Temerario erzielt, was die Annahme bestärkt, dass die strukturelle Nachfrage nach der Marke in der Region weiterhin sehr solide ist.
Teilweise Zahlen
Wenn man nur die von Italpassion genau beobachteten Länder zusammenzählt, kommt Lamborghini auf insgesamt 6.848 Zulassungen, ein leichter Rückgang um 3.%. Für sich genommen mag diese Zahl enttäuschend erscheinen. In Nordamerika wurden 3.347 Fahrzeuge ausgeliefert, in EMEA 4.650 und im asiatisch-pazifischen Raum 2.750. Insgesamt wurden weltweit 10.747 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem leichten Anstieg von 0,5% entspricht.

Mit anderen Worten: Lamborghini gelingt es, seine lokalen Rückgänge durch eine effizientere geografische Verteilung auszugleichen und gleichzeitig hohe Stückzahlen mit einer bewusst eingeschränkten Produktpalette zu halten. Einer der Schlüsselpunkte für 2025 liegt genau in dieser Produktumstellung. Lamborghini erzielte den Großteil seines Jahres mit dem Urus und dem Revuelto, während der Temerario, der Nachfolger des Huracán, erst im Sommer 2025 in Europa und dann im Dezember in den USA ausgeliefert wurde. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Trotz eines Modells weniger über den größten Teil des Jahres gelingt es der Marke, nicht nur die Stückzahlen zu halten, sondern auch den Durchschnittswert pro Auto zu steigern.
Klarer Kurs auf 2026
Mit 10.747 ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2025 liegt Lamborghini etwas besser als 2024 und setzt einen spektakulären Anstieg über fünfzehn Jahre fort: 1.600 Fahrzeuge im Jahr 2011, über 10.000 heute. Die 11.000 Einheiten pro Jahr erscheinen nun ab 2026 als realistisches Ziel, wobei der Temerario endlich über ein volles Jahr ausgeliefert wird. Mehr denn je nähert sich Lamborghini Ferrari an, das sich um die 13.000 Autos pro Jahr bewegt. Ohne den Rivalen kopieren zu wollen, beweist die Marke mit dem Stier, dass es möglich ist, im Luxusbereich etwas mehr zu verkaufen... mit weniger Autos im Katalog.

Die Gewinne der großen Weltkonzerne steigen und die Dividenden ebenfalls. Kurzum, es gibt immer mehr reiche Menschen, die ihr Geld ausgeben müssen, also auch für Luxusautos. Sie müssen es genießen, weil der Planet sonst unbewohnbar wird.