
Einige Tage lang hatte Brabus sorgfältig den Druck erhöht. Zuerst gab es einen einfachen Teaser: Ein SUV, der in einem Brabus-LKW versteckt war, wurde in den sozialen Netzwerken gesichtet. Dann ein erstes offizielles Video, das eine völlig unerwartete Farbgebung enthüllte. Und vor wenigen Stunden dann die Bestätigung: Zum ersten Mal in seiner Geschichte wagt sich Brabus an einen Lkw. Lamborghini. Und zwar nicht irgendeine. Das Ergebnis hat einen Namen: BRABUS 900. Und es gibt ihn in zwei radikal gegensätzlichen Persönlichkeiten.
Ein historischer Meilenstein für Brabus... und für Lamborghini
Dies ist ein symbolischer Wendepunkt. Bisher hatte sich Brabus einen fast exklusiven Ruf rund um Mercedes-AMG aufgebaut. Indem er sich heute auf den Lamborghini Urus SEDer deutsche Tuner setzt neue Maßstäbe, indem er die DNA von Sant'Agata Bolognese mit seinem eigenen übermäßigen Know-how verbindet. Unter der Karosserie bleibt der Ausgangspunkt derselbe: der V8 4.0 Biturbo Plug-in-Hybrid aus dem Urus SE. Aber Brabus gibt sich natürlich nicht mit kosmetischen Retuschen zufrieden. Das Hybridsystem steigt auf 662 kW, also 900 PS, mit einem monumentalen Drehmoment von 1.050 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfolgt in 3,2 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 312 km/h begrenzt wird. Diese Zahlen versetzen den SUV in eine andere Dimension, weit jenseits jeglicher Vernunft.

BRABUS 900 MINT: Die selbstbewusste Extravaganz
Die erste Version, die enthüllt wurde, und zweifellos die spaltendste, heißt BRABUS 900 MINT. Hier ist alles eine Frage der ästhetischen Provokation. Die Karosserie ist streng monochromatisch und vollständig in der Brabus Signaturfarbe "Mint" gehalten. Vom kleinsten Karosserieteil bis zu den 24-Zoll-Monoblock-Z-Felgen ist alles in einer bewusst übertriebenen Harmonie behandelt. Das Aerodynamikpaket aus Karbon, die verbreiterten Radbögen, die dank der SportXtra-Federung um 20 mm niedrigere Körperhaltung: Jedes Detail trägt zu dem von Brabus geforderten "One-Second-Wow"-Effekt bei. Im Innenraum ist der Kontrast ebenso spektakulär. Die Sitze, Türverkleidungen und das Armaturenbrett sind mit "Stone Mint"-Leder überzogen, wodurch ein Innenraum entsteht, der an ein Konzeptfahrzeug erinnert.





BRABUS 900 SUPERBLACK: Die dunkle Seite der Macht
Im Gegensatz dazu hat Brabus auch den BRABUS 900 SUPERBLACK enthüllt. Die gleiche technische Basis, die gleiche verrückte Leistung, aber eine radikal andere Philosophie. Hier ist alles schwarz. Tiefschwarz, glänzendes Schwarz, mattes Schwarz. Die Farbe weicht dem Kontrast der Materialien. Die Karosserie verwendet das WIDESTAR-Paket mit Elementen aus Sichtcarbon, die in glänzender oder matter Ausführung erhältlich sind. Die Lufteinlässe, der Diffusor, der Heckspoiler und sogar die Radbögen verstärken den muskulösen und fast schon brutalen Look des Ganzen. Der Look erinnert eher an Motorsport als an schrillen Luxus. An Bord setzt sich das Thema fort. Schwarzes Leder, Alcantara, Ellipse-Nähte, geprägte Brabus-Logos und Karboneinsätze bilden einen bewusst dunklen Innenraum.





Ein Preis, der dem Übermaß gerecht wird
Der Wahnsinn hat natürlich seinen Preis. Für die SUPERBLACK-Version wird ein Preis von über 544.000 € (inkl. MwSt.) angegeben, ohne Sonderausstattungen und zusätzliche Personalisierungen. Für die MINT-Version liegt der Preis bei über 583.000 € (inkl. MwSt.). Ein stratosphärischer Betrag. Mint oder Superblack? Brabus stellt diese Frage absichtlich. Zwei gegensätzliche Interpretationen ein und desselben Konzepts, zwei Arten, die ultimative Kraft auf Lamborghini-Basis zum Ausdruck zu bringen.

