Sie stehlen einen 400.000 € teuren Ferrari, benutzen ihn als Rammbock ... und zerstören ihn

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In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar spielte sich in der französischen Stadt Cahors eine Szene ab, die einem Actionfilm alle Ehre machen würde. Doch hier gab es weder millimetergenaue Stunts noch einen charismatischen Helden, sondern nur einen gestohlenen 720 PS starken Supersportwagen, der als Zerstörungswerkzeug benutzt wurde, bevor er als verkohltes Gerippe am Straßenrand landete. Eine Geschichte, die von der Zeitung La Dépêche enthüllt wurde und schnell die Runde in den Medien machte.

Ein gezielter, langwieriger und methodischer Einbruch

Es war gegen 2.15 Uhr morgens, als zwei Personen mit Handschuhen und Masken in die Autowerkstatt ILM Auto in der Avenue Anatole-de-Monzie in Cahors einbrachen. Wie die Zeitung La Dépêche berichtete, verschafften sich die Diebe über die Dachterrasse Zugang zu den Räumlichkeiten. Fast 45 Minuten lang durchsuchen sie methodisch die Büros, schlagen eine Scheibe ein, werfen Akten und Mobiliar um, auf der Suche nach einem ganz bestimmten Ziel. Schließlich wird der Alarm ausgelöst. Die Eindringlinge halten inne, warten und beobachten. Es passiert nichts. Dann setzen sie ihre Aktion fort, weil sie überzeugt sind, dass sie noch freie Bahn haben.

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"Sie hatten es eindeutig auf den Ferrari abgesehen".

Im Showroom befinden sich mehrere wertvolle Fahrzeuge. Dennoch zieht ein einziges Auto ihre Aufmerksamkeit auf sich. "Das ist eindeutig der Ferrari auf die sie es abgesehen hatten", erklärte Nathan Azaïs, der Chef von ILM Auto, später. Die Schlüssel zu anderen Modellen werden gefunden, aber am Tatort zurückgelassen. Ihre Wahl ist eindeutig: ein Ferrari 488 Pista, der auf fast 400.000 € geschätzt wird. Der ursprüngliche Plan schien einfach: Das Auto sollte unauffällig aus dem Showroom herausgeschmuggelt werden. Doch nichts läuft wie geplant. Die Diebe können die mobile Trennwand nicht öffnen und treffen eine radikale und zerstörerische Entscheidung.

Ferrari 488 Pista

Der Ferrari, der in einen Rammbock verwandelt wurde

Da die Täter nicht sauber aussteigen können, benutzen sie den Supersportwagen als Rammbock. Der Ferrari wird gegen die Fensterfront der Garage geschleudert und pulverisiert die Fassade. Die Szene ist brutal. Es ist etwa 3 Uhr morgens, als die beiden Männer in Richtung Süden flüchten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Notrufzentrale bereits den Besitzer der Garage und die Polizei alarmiert.

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Anzeige des Ferrari 488 Pista auf der ILM-Auto-Website
Anzeige des Ferrari 488 Pista auf der ILM-Auto-Website

720 Pferde in falschen Händen

Einen Ferrari dieses Kalibers zu stehlen bedeutet jedoch nicht, ihn auch fahren zu können. "Ein solches Auto fährt man nicht wie jedes andere. Man muss es kennen", sagte Nathan Azaïs bitter. Mit seinen 720 PS und einer Leistung von bis zu 300 km/h ist der Ferrari 488 Pista ein anspruchsvolles Fahrzeug, das für erfahrene Fahrer konzipiert wurde. In dieser Nacht macht der Regen die Fahrbahn auf der RD820, einer kurvenreichen Straße in der Nähe von Caussade, rutschig. Einige Kilometer weiter, auf der Höhe von Montpezat-de-Quercy im Departement Tarn-et-Garonne, geht die Flucht jedoch schief. Nach ersten Erkenntnissen soll der Ferrari gegen eine Leitplanke geprallt sein, was zu einem plötzlichen Kontrollverlust führte. Der Aufprall ist heftig. Sehr schnell geht das Fahrzeug in Flammen auf. Als die Gendarmen am Unfallort eintrafen, war nur noch ein verkohltes Wrack übrig. Die Insassen waren verschwunden. Das Feuer hat alles zerstört und einen Großteil der materiellen Spuren vernichtet.

Eine Untersuchung eingeleitet, ein Schock für die Werkstatt

Die Ermittlungen wurden der Polizeistation in Cahors übertragen. Überwachungskameras, Bilder von der Straße, eventuell verwertbare Spuren: Die Ermittler versuchen nun, den Weg der Diebe zu rekonstruieren und die Verantwortlichen zu identifizieren. Für ILM Auto ist der Schock riesig. In den 15 Jahren, in denen die Werkstatt bestand, davon neun an diesem Standort, war noch nie eingebrochen worden. Abgesehen von dem finanziellen Verlust müssen auch die Sicherheitsvorkehrungen in Frage gestellt werden.

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