Sie fuhr 18 Jahre lang mit ihrem Mann einen Porsche 911 ... sie war es, die darauf bestand, einen Ferrari zu kaufen: «Mit 70 Jahren ist es vielleicht zu spät»

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Fast zwei Jahrzehnte lang drehte sich ihr Autoleben nur um ein einziges Modell: den Porsche 911. Eine bewusste, fast philosophische Entscheidung für dieses international anerkannte japanische Architektenpaar. Doch nach 18 Jahren Treue zu dem deutschen Sportwagen haben sie beschlossen, alles zu ändern. Und zwar radikal. Ihr neuer Weggefährte? Eine Ferrari. Und zwar nicht irgendeine. Eine Geschichte, die von der Zeitschrift Engine.

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Der Porsche 911 polyvalent dann der Ruf Italiens

Kenichi Yokobori und Tomoko Komata sind keine gewöhnlichen Autofahrer. Als renommierte Architekten werden ihre Arbeiten regelmäßig international gelobt, insbesondere in Großbritannien, wo einige ihrer Projekte preisgekrönt wurden.

18 Jahre lang trafen sie eine einfache Wahl: Sie besaßen nur ein einziges Auto. Einen Porsche 911. Er war vielseitig, leistungsstark und alltagstauglich und stellte für sie das perfekte Gleichgewicht zwischen Spaß und Rationalität dar. Sie nutzten ihn für alles. Sowohl für alltägliche Fahrten als auch für Ausflüge in die Ferne. Ein einzigartiges Auto, das alle Bedürfnisse erfüllen konnte, in bester deutscher Tradition. Doch mit der Zeit passte etwas nicht mehr so richtig.

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Das Paar hat aus seiner Verbundenheit mit Italien nie einen Hehl gemacht. Beide arbeiteten im Tokioter Büro des berühmten italienischen Architekten Aldo Rossi und ihr Stil ist bis heute von ihm inspiriert: elegant, ausdrucksstark, fast theatralisch. Eine Welt, die meilenweit von der deutschen Strenge entfernt ist.

Denn während der Porsche 911 sie dynamisch zufrieden stellte, widersprach sein strenges und funktionales schwarzes Interieur ihrem künstlerischen Empfinden. Dies gilt insbesondere für Tomoko Komata, die sich auf Innenarchitektur spezialisiert hat. Sie spürte einen Mangel. Sie wollte ihren Alltag sinnlicher und emotionaler erleben. «Wir haben ein gewisses Alter erreicht. Wenn man 70 Jahre alt ist, ist es vielleicht zu schwierig, einen Ferrari zu fahren. Wir dachten, es wäre ein guter Zeitpunkt, es auszuprobieren», sagt sie.

Der große Sprung: ein Ferrari California T

Dann macht es sofort Klick. Der Porsche 911 ist out. Das Paar macht sich auf die Suche nach einem Ferrari, der noch alltagstauglich ist. Drei Modelle werden in Betracht gezogen: California, Portofino und Roma. Die Fristen für einen neuen Roma sind jedoch zu lang. Schließlich entscheiden sie sich für eine Ferrari California T von 2017.

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Ein Modell, das alles andere als harmlos ist. Mit seinem 3,9-Liter-V8-Biturbo, der über 500 PS leistet, ist der California T ein echter Sportwagen. Aber er zeichnet sich auch durch seine Vielseitigkeit, sein versenkbares Dach und seine 2+2-Architektur aus, die ihn alltagstauglicher machen.

Was Kenichi Yokobori überzeugt hat? Die Linie. Seiner Meinung nach hat Ferrari das Kunststück vollbracht, einem Auto mit Frontmotor durch subtile Arbeit an den Proportionen das Aussehen eines Modells mit Mittelmotor zu verleihen. Für Tomoko Komata war es jedoch der Innenraum, der alles verändert hat.

Das Auto wird zur Quelle der Inspiration

Der California T, den sie vorfinden, ist alles andere als alltäglich. Seine Konfiguration ist einzigartig: eine blassblaue Außenfarbe mit subtilem Grau, kombiniert mit einem schwarzen Dach, und vor allem eine zweifarbige Innenausstattung in Beige und Hellblau. Eine raffinierte Welt, fast schon Couture.

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Das komplett mit Leder verkleidete Armaturenbrett, die Nähte, die Details ... alles trägt dazu bei, eine Atmosphäre zu schaffen, die man in einem Auto nur selten findet. «Diese Art der Ausstattung verbessert nicht die Leistung. Aber in meinem Beruf ist diese Vision von entscheidender Bedeutung. Mit einem Ferrari im Alltag zu leben, ist für einen Architekten eine wertvolle Erfahrung», erklärt sie. Das geht so weit, dass ihr Alltag davon beeinflusst wird. Sie sagt sogar, dass sie mehr blaue Kleidung kauft, die zu ihrem Auto passt.

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Eine neue Art, das Auto zu erleben

Ein Jahr nach der Ankunft des Ferraris ist die Veränderung tiefgreifend. Ohne unbedingt die langen Fahrten zu vermehren, hat das Paar bereits mehr als 10 000 km zurückgelegt. Vor allem aber hat sich ihre Sicht auf das Auto weiterentwickelt. Wo der Porsche eine einzige, rationale Lösung verkörperte, hat der Ferrari die Tür zu einem emotionaleren Ansatz geöffnet. Das Ergebnis: Sie haben nun einen Maserati Grecale SUV in ihre Garage gestellt.

Unter der Woche ist Platz für die Vielseitigkeit des SUV. Am Wochenende genießen sie den Ferrari, fahren oft mit offenem Dach, selbst bei mäßigem Tempo, einfach um die Lichter der Stadt zu genießen. Sie haben sogar begonnen, eine Welt zu erkunden, die ihnen völlig fremd war: die Welt der Rennstrecken. Ein Besuch auf dem Fuji Speedway mit anschließendem GT-Rennen war ein echter Auslöser. Nun planen sie den nächsten Schritt.

Als Kenichi Yokobori und Tomoko Komata Porsche nach 18 Jahren verließen, wechselten sie nicht einfach nur das Auto. Sie wechselten auch ihre Philosophie. Die deutsche Rationalität ist einer italienischen Emotion gewichen. Und vor allem einer Form von Dringlichkeit: der Dringlichkeit, bestimmte Erfahrungen zu machen, solange noch Zeit ist.

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