Ein Tesla der Luxusklasse? Ferrai geht mit dem Neo-Retro-Innenraum seines Elektroautos eine kalkulierte Wette ein

Werbung

Einige Monate, nachdem er versucht hatte, alle zu beruhigen indem er das Datenblatt seines zukünftigen Elektroautos enthüllte, Ferrari steckt wieder ein Teil in die Maschine. Dieses Mal lüftet die Marke aus Maranello einen Teil des Schleiers über etwas, das viel sensibler ist: das Lenkrad und das Armaturenbrett. Und natürlich wurde mir mehrmals die Frage gestellt: Was denke ich darüber? Was man entdeckt, ist alles andere als harmlos. Ferrari zeigt nicht nur ein Interieur, sondern sendet auch eine Botschaft. Eine sehr durchdachte Botschaft.

Die Wahl des Neo-Retro

Vor kurzem haben wir bereits darüber berichtet: Dieses Armaturenbrett setzt eindeutig auf Neo-Retro und Schlichtheit. Diese Richtung ist bei den Elektroautos mittlerweile fast selbstverständlich. Das beste Beispiel dafür ist wohl der Renault R5, der diese Mischung aus Modernität und Verweisen auf die Vergangenheit voll und ganz annimmt.

Werbung

Bei Ferrari ist das Rezept ähnlich, aber mit einer wichtigen Nuance. Ja, es gibt Digitaltechnik, Bildschirme und eine Schnittstelle, die wie ein technisches Objekt gedacht ist. Aber die Marke behält bewusst ein Dreispeichenlenkrad, physische Zeiger und Knöpfe bei. Eine Art der Beruhigung, um die Verbindung mit dem "lebendigen" Automobil aufrechtzuerhalten, das man anfasst und spürt.

Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Ergebnis zufällig zustande gekommen ist. Offensichtlich wurde alles bis ins kleinste Detail durchdacht, mit Hilfe von Jony Ive und seinem Studio LoveFrom. Das Ziel ist klar: Effizienz, Lesbarkeit, Konsistenz. Keine unnötigen Schnörkel.

Werbung

Ein Innenraum, der wirklich für Ferrari-Kunden gemacht ist?

Hier beginnt die Debatte erst richtig. Richtet sich diese Innenausstattung an die historische Kundschaft von Ferrari? Diejenige, die an luxuriöse Materialien, Sichtkarbon, Alcantara, ein sehr sportliches Ambiente und bewusst unauffällige Bildschirme gewöhnt ist? Das ist nicht sicher. Und genau das hat die Reaktionen hervorgerufen. In den sozialen Netzwerken waren es vor allem technikaffine Profile, die Beifall spendeten. "Großartig", "ein Banger", "die perfekte Schnittstelle", "endlich ein modernes, aber nicht steriles Cockpit". Die Reaktionen sind begeistert, aber sie kommen oft von Personen, die nicht unbedingt der traditionellen Kernzielgruppe von Ferrari entsprechen. Und doch scheint all dies perfekt angenommen zu werden.

Ferrari weiß sehr wohl, mit wem sie spricht

Meiner Meinung nach weiß Ferrari genau, was sie tun. Die Marke weiß, dass dieser elektrische Ferrari und damit auch die neue Innenausstattung nicht für Kunden gedacht ist, die in erster Linie einen Supersportwagen und das dazugehörige radikale Ambiente suchen. Dieser elektrische Ferrari wird ein Alltagsauto sein. Ein "Casual"-Ferrari, praktisch, alltagstauglich. Er zielt auf eine jüngere, sehr technikaffine und extrem wohlhabende Kundschaft ab. Eine Kundschaft, die gewissermaßen einen Luxus-Tesla haben möchte. Die gleichen Leute, die ohne mit der Wimper zu zucken einen Tesla Cybertruck gekauft haben. Die gleichen Leute, die ihren blutleeren Ferrari durch ein Tesla Model Y für den täglichen Gebrauch. Kunden, für die das technologische Erlebnis weit über die edlen Materialien hinausgeht.

Werbung

Ein elektrischer Ferrari, der nicht versucht, es allen recht zu machen

Umgekehrt könnten Kunden, die eher Sammler sind und Wert auf eine als "authentischer" empfundene Atmosphäre legen, dem Interieur gegenüber völlig hermetisch bleiben. Aber im Grunde genommen spricht der elektrische Ferrari wahrscheinlich auch nicht zu ihnen. Und Ferrari hat das perfekt verinnerlicht. Die Argumentation ist fast schon mathematisch. Durch Iteration hat sich die Marke wahrscheinlich folgende Frage gestellt: Wer sind die reichen Kunden, die einen elektrischen Ferrari kaufen könnten? Sobald die Antwort gefunden war, ergab sich das Cockpit von selbst. Was nützen dieser technikbegeisterten Kundschaft Alcantara, vollnarbiges Leder oder Sichtkarbon? Das Interesse ist begrenzt. Was sie suchen, ist eine klare, moderne, effiziente und technologisch aufwertende Benutzeroberfläche. Das Ferrari-Logo tut sein Übriges.

Eine kalkulierte Wette

Letztendlich könnte sich diese Entscheidung als klug erweisen. Ferrari verleugnet seine DNA nicht, sondern segmentiert sie. Sie akzeptieren, dass ihr Elektroauto nicht universell einsetzbar ist, nicht einmal innerhalb ihrer eigenen Kundschaft. Es bleibt eine Unbekannte, die wichtigste: die Zeit. Sie wird zeigen, ob das Paket aus Ferrari-Logo, Hochleistungs-Elektroauto und schlichter, technologischer Innenausstattung diese neue Kundschaft wirklich ansprechen wird. Eines ist jedoch sicher: Dies ist weder ein Zufall noch ein Fehler. Es ist eine Wette. Und sie ist eindeutig kalkuliert.

Werbung

Gefällt dir dieser Beitrag? Teile es!

Werbung

2 bewertungen auf "Une Tesla de luxe ? Ferrai fait un pari calculé avec l’intérieur neo-retro de sa voiture électrique"

  1. Im Grunde ein moderner Ferrari für normale Menschen des 21. Jahrhunderts, die nicht den IQ einer Auster haben 🤣. Das Armaturenbrett ist wunderschön und modern (ich kann nicht wirklich Retro darin erkennen, wenn ich es mit dem eines 308 mit Vergaser vergleiche, den ich gerade an diesem Wochenende gefahren bin😎).

    Antworten

Eine Bewertung hinterlassen