
Der Virginia City Hill Climb ist ein Bergrennen im US-Bundesstaat Nevada, das auf der historischen Straße zwischen der Stadt Virginia City und dem umliegenden Tal stattfindet. Die Strecke ist etwa 8,4 km lang und umfasst mehr als 20 Kurven, wobei sich schnelle Abschnitte, technische Kombinationen und enge Haarnadeln abwechseln. Die Veranstaltung funktioniert wie ein Zeitfahren: Die Leistung hängt gleichermaßen von der Leistung und der Traktion, der Balance des Fahrwerks und dem Mut des Fahrers angesichts der engen Abschnitte ohne große Ausweichstellen ab.
Im Laufe der Jahre hat sich die Veranstaltung zu einer regionalen Referenz entwickelt, die sowohl moderne Hochleistungsfahrzeuge als auch stark modifizierte klassische Sportwagen anzieht. Im Jahr 2023 hatte der Pininfarina Battista den Sieg davongetragen.
Eine Liebe zu Ferrari
Bill Pound ist ein Ferrari-Enthusiast und Tuner, der an der Organisation des Virginia City HillClimb beteiligt ist. Seine Rennerfahrung reicht bis in die 1980er Jahre zurück, als er als "Crewchief" (Teamleiter der Mechaniker) an Ferrari arbeitete, die von Michelotto vorbereitet und in der IMSA eingesetzt wurden. Sein technisches Fachwissen und sein Engagement in Automobilclubs (insbesondere im Ferrari Owners Club) brachten ihn dazu, einen radikal umgebauten Ferrari 308 für Bergrennen zu entwerfen.
Die Grundlage dafür ist eine Ferrari 308 GTS aus dem Jahr 1982 mit der Fahrgestellnummer #40675. Der Ferrari, der Star von Magnum, wurde in seiner abnehmbaren Version im September 1977 auf der I.A.A. in Frankfurt vorgestellt, um die Lücke zu füllen, die drei Jahre zuvor durch die Einstellung des 246 GTS entstanden war. Der GTS besaß mechanische Unterschiede zu den GTBs mit einer Nasssumpfschmierung und zwei Zündverteilern statt nur einem.
Verdoppelte Leistung
Um 1986 herum begann Bill Pound mit der Vorbereitung, mit dem Ziel, eine Maschine zu bauen, die es im Hillclimb mit viel moderneren Autos aufnehmen konnte. Der Motor ist der berühmte F106AB V8 90° 3.0L 16-Ventiler, der mit dem Einbau eines B&M-Volumenverdichters, einer mechanischen Hilborn-Einspritzung und einer Methanolversorgung wie in der Indycar-Klasse grundlegend verändert wurde. Die geschätzte Leistung liegt zwischen 450 und 480 PS (oder mehr, wie einige inoffizielle Schätzungen besagen), also fast doppelt so viel wie beim ursprünglichen 308, der auf 255 PS kam. Das Getriebe wurde durch ein Transaxle-Getriebe des Ferrari 328 ersetzt, das besser für das höhere Drehmoment geeignet ist.



Die Arbeiten betrafen auch das Fahrwerk mit einer Aufhängung mit einstellbaren Koni-Stoßdämpfern, einer überarbeiteten Geometrie und verstärkten Bremsen mit Rennsportkomponenten (größere Scheiben und Wilwood-Bremssättel). Das Ziel war es, ein prägnantes Fahrverhalten zu erreichen, das eine hohe Kapazität der Beschleunigung am Ausgang einer Haarnadelkurve. Ein geschweißter Überrollbügel wurde in den Rahmen integriert, während der Fahrersitz abgesenkt wurde, um das Tragen eines Helms in der Rennkonfiguration zu ermöglichen.



Saugen!
Was natürlich sofort ins Auge sticht, ist der große Lufteinlass auf der Motorhaube, der das mechanische Biest kühlt, das keinen Ladeluftkühler hat. Er ist zwar nicht ästhetisch, aber auf jeden Fall auffällig!




Ein Versuchskaninchen
Obwohl das Auto für den Virginia City Hill Climb entwickelt wurde, erlebte es keine offizielle Karriere. Es soll insbesondere in Willow Springs getestet worden sein. Das Projekt blieb hauptsächlich experimentell und demonstrativ. Der 308 GTS Hillclimb Special stellt einen atypischen Fall im Ferrari-Universum dar: Es handelt sich weder um ein Werksmodell noch um eine limitierte Auflage, sondern um ein privates Projekt, das die Vorbereitung einer klassischen Limousine sehr weit vorantreibt.
Die jüngste Anzeige auf Ferrari Online zeigte den 308 GTS Special zu einem Preis von nur 34.950 $! Für weitere 13.000 $ gab es einen "neuen" Motor mit vier Ventilen pro Zylinder, originalen Borgo-11-1-Kolben und einem voll programmierbaren Motormanagementsystem, das auf einem 308-4V-Brückengetriebe von 1984 montiert war.