
Erst vor einem Monat hatte sie erzählt, warum sie eine Ferrari Testarossa um jeden Tag zu fahren. Nicht, um sie unter einer Hülle aufzubewahren. Nicht, um sie in einer Garage zu betrachten. Sondern um sie zu leben.
Heute hat ihr Leben eine neue Wendung genommen. Victoria Bruno, die leidenschaftliche Mechanikerin, die mit ihrer Entscheidung, mit dem Auto zu fahren, einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Ferrari ehemalige Mitarbeiterin im Tagesgeschäft, hat gerade eine große Veränderung in ihrer Karriere angekündigt. Und sie fasst es in zwei einfachen, fast entwaffnenden Worten zusammen: «Ich habe einen neuen Job».
Vom Testarossa in der eigenen Garage zur beruflichen Wende
Wann erschien sie an der Seite von Jay Leno mit ihrem schwarzen Testarossa aus dem Jahr 1987 verkörperte Victoria Bruno bereits etwas anderes. Ein fast schon anti-konformistischer Ansatz der Ferrari klassisch. Sie träumte nicht von Ferrari. Sie fuhr ihn. Sie reparierte ihn selbst. Sie verstand ihn.

Schon ihr Werdegang war atypisch: Mit 27 Jahren kehrte sie zur Schule zurück, absolvierte eine anspruchsvolle Ausbildung am McPherson College und tauchte dann schnell in die sehr geschlossene Welt der gehobenen Autorestauration ein. Danach hatte sie bei der Patrick Ottis Company, einer kalifornischen Referenz für klassische Ferraris, gearbeitet, bevor sie mit Motori Bruno ihr eigenes Geschäft aufbaute. Doch im März 2026 beschleunigt sich alles.


«Dream big»: Die Ankündigung, die alles verändert
Auf Instagram ist die Nachricht kurz, aber bedeutungsvoll: «Dream big». Victoria Bruno gibt offiziell ihren Amtsantritt als Classic Mechanical & Heritage Director bei LAPIS Automotive bekannt, einem schnell wachsenden US-Konzern im Bereich Luxusautomobile.
Eine Position, die weit über die reine Mechanik hinausgeht. Denn hinter diesem Titel verbirgt sich eine strategische Verantwortung: das mechanische Erbe außergewöhnlicher Marken zu verwalten, zu bewahren und aufzuwerten und gleichzeitig die technischen Standards für oft seltene, komplexe und geschichtsträchtige Fahrzeuge zu betreuen.
Parallel dazu arbeitet sie als Technikerin bei Ferrari of Rancho Mirage, einem Autohaus, das zur LAPIS-Gruppe gehört. Eine Doppelrolle, die eines bestätigt: Sie ist nicht mehr nur eine leidenschaftliche Mechanikerin. Sie wird zu einer aufsteigenden Figur in der klassischen Ferrari-Welt.
Von der selbstständigen Mechanikerin zur Direktorin
Vor einem Monat erklärte sie, warum sie sich weigerte, ihren Testarossa zu heiligen. Heute muss sie genau das Gegenteil tun - nur in einem anderen Maßstab.


Das mechanische Erbe legendärer Marken bewahren, strukturieren und betreuen, dabei aber den pragmatischen Ansatz beibehalten, der sie ausmacht. Von «Ich repariere meinen Ferrari» zu «Ich betreue das mechanische Erbe von Ferrari und anderen Luxusmarken» übergehen.
Die Maschine verstehen. Sie zu respektieren. Und vor allem: niemals Angst davor haben, sie zu benutzen. Victoria Bruno hatte sich einen Testarossa gekauft, um ihren Traum zu leben. Einen Monat später ist es dieser Traum, der seine Karriere neu gestaltet. Bravo!
