
Lange Zeit war der Preis das Argument Nummer eins gegen das Elektroauto. Zu teuer, nur für wohlhabende Kunden und abhängig von staatlichen Zuschüssen. Im Jahr 2025 beginnt dieses Argument jedoch ernsthaft zu bröckeln. In Deutschland, dem größten Automarkt Europas, zeigt eine Studie des Center Automotive Research (CAR) in Bochum, dass sich der Preisunterschied zwischen Elektroautos und vergleichbaren Modellen mit Verbrennungsmotor innerhalb eines Jahres stark verringert hat, und das ohne jegliche staatliche Unterstützung. Ein starkes Signal ... das jedoch differenziert betrachtet werden muss, wenn man den Fall unserer italienischen Hersteller betrachtet.
Deutschland als Labor für Preiskonvergenz
Laut CAR kostete ein Elektroauto Anfang 2025 im Durchschnitt immer noch über 7.300 € mehr als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Im Dezember betrug dieser Unterschied nur noch 1.340 €. Die Studie basiert auf einer Analyse der von den Käufern tatsächlich gezahlten Transaktionspreise für die 20 meistverkauften Elektro- und Verbrennungsmodelle in Deutschland. Die Hersteller gewährten auf beiden Seiten hohe Rabatte: durchschnittlich 18,1 % für Elektroautos und 19,3 % für Verbrennermodelle. Das Ergebnis: In Deutschland stieg der Marktanteil von Elektroautos innerhalb eines Jahres von 13 % auf über 22 %, und das ohne Kaufprämie und ohne nennenswerte Beschleunigung der Ladeinfrastruktur. Für Ferdinand Dudenhöffer, den Direktor des CAR, ist die Schlussfolgerung klar: Das Elektroauto hat seinen Platz auf dem Markt gefunden, und weitere Subventionen wären unnötig, wenn nicht sogar kontraproduktiv.
Italienische Marken vor der Realität der Listenpreise
Aber entspricht dieses schmeichelhafte Bild des deutschen Marktes wirklich der Realität der italienischen Modelle? Um dies zu überprüfen, haben wir unsere eigene Analyse durchgeführt und gleichwertige Modelle verglichen, die sowohl mit Elektro- als auch mit Hybridantrieb angeboten werden. Auf dem Papier ist das Ergebnis eindeutig: Der Preisunterschied ist immer noch erheblich. Der Fiat Grande Panda mit Elektroantrieb kostet 22.400 €, die Hybridversion 18.400 €, was einem Preisunterschied von etwa 22 % entspricht. Der Fiat 600 mit Elektroantrieb steigt auf 30.900 €, während die Hybridversion bei 24.799 € beginnt, was einen Unterschied von fast 24 1TTP3T ausmacht. Bei Alfa Romeo kostet der elektrische Junior 38.500 €, während der Hybrid 30.250 € kostet, was einem Unterschied von 27 % entspricht. Der elektrische Lancia Ypsilon schließlich kostet 34.800 €, während die Hybridversion bei 24.800 € beginnt, was einem spektakulären Unterschied von 40 % entspricht. Bei diesen vier Modellen, die für die italienische Wiedergeburt stehen, beträgt der durchschnittliche Abstand also immer noch 28 %. Ein Wert, der weit von der auf der anderen Seite des Rheins beobachteten Quasi-Parität entfernt ist. Natürlich sind dies die Preise ohne Rabatte. Um mit der deutschen Studie übereinzustimmen, müsste man den Preis kennen, den die Käufer nach Preisnachlässen tatsächlich zahlen.
Ein Abstand, der sich verringert... aber nicht im gleichen Tempo
Ein Punkt sollte jedoch besonders hervorgehoben werden. Das Modell mit der geringsten Abweichung ist auch das neueste: der Fiat Grande Panda, der 2025 eingeführt wurde. Umgekehrt sind die größten Abweichungen bei Modellen zu verzeichnen, die früher, nämlich 2023 oder 2024, eingeführt wurden, wie der Lancia Ypsilon, der Alfa Romeo Junior oder der Fiat 600. Dies deutet auf einen klaren Trend hin: Je neuer ein Modell ist, desto mehr nähert sich die Preisstrategie zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor tendenziell an. Größenvorteile, allmählich sinkende Batteriekosten und optimierte Plattformen spielen den Neueinführungen in die Hände. Bei Modellen, die bereits auf dem Markt sind, vollzieht sich die Angleichung jedoch langsamer.
Es gibt auch eine große Verzerrung bei der Gesamtlektüre dieser Studien. Wenn sich der Abstand zwischen Autos mit Verbrennungsmotor und Elektroautos verringert, liegt das nicht nur daran, dass Elektroautos billiger werden. Es ist auch, und vielleicht vor allem, weil die Preise für Autos mit Benzinmotor in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Strengere Normen (CAFE, GSR 2, EURO 7), steigende Industriekosten, komplexere Hybridantriebe: Der Verbrennungsmotor ist nicht mehr die "billige" Lösung von gestern. Diese mechanische Inflation trägt mechanisch dazu bei, dass sich die beiden Technologien einander annähern, selbst wenn es keine Preisrevolution auf der elektrischen Seite gibt.
Auf dem Weg zu echter Parität... aber noch nicht für alle
Der Kurs ist klar: Der Markt bewegt sich in den nächsten Jahren auf eine Preisparität zwischen Elektro- und Verbrennungsmotoren zu. Einige Ausnahmen gibt es bereits, wie der von CAR zitierte Mini Cooper. Für die italienischen Marken bleibt die Realität jedoch uneinheitlich. Im Jahr 2025 bleibt der Elektroantrieb eine deutlich teurere Wahl beim Kauf, insbesondere bei Modellen, die vor der letzten Welle der industriellen Optimierung auf den Markt gebracht wurden.
Der Verkaufspreis ist nur ein Argument unter vielen. Der Unterschied zwischen Elektroautos und Autos mit Verbrennungsmotor von 20 bis 301 T3T spielt nicht unbedingt eine Rolle, solange die praktischen Probleme und die Reichweite nicht gelöst sind.