
Jedes Frühjahr wird der ADAC-Reifentest als Barometer für die kommende Saison erwartet. Für 2026 hat der mächtige deutsche Automobilclub 16 Sommerreifen in der Größe 225/50 R17 unter die Lupe genommen, eine Größe, die bei Limousinen und Familienwagen im mittleren Segment weit verbreitet ist - von der Alfa Romeo Giulia über den Audi A4 (Testfahrzeug) bis hin zum BMW 3er oder dem Peugeot 3008.
Wie lautet das Urteil? Nur drei Modelle erhielten die Note «gut». Und inmitten der Premium-Marken hätte eine chinesische Marke fast für einen Paukenschlag gesorgt, fiel aber in der Rangliste weit zurück.
Continental als Referenz, Pirelli solide, Goodyear ausdauernd
Von den 16 getesteten Reifen verteilt der ADAC nur drei Noten «gut». Dabei ist zu beachten, dass je kleiner die Zahl, desto besser die Bewertung. Der große Sieger ist der Continental PremiumContact 7, der eine Gesamtnote von 1,9 erhält. Er zeichnet sich durch ein bemerkenswertes Gleichgewicht zwischen Sicherheit auf trockener und nasser Fahrbahn, ausgezeichneter Traktion, hohen Reserven bei dynamischer Fahrweise und geringem Abrieb aus. Er ist der homogenste Reifen im Test.
Dahinter landete der Pirelli Cinturato (C3) mit einer soliden 2,2. Der Reifen ist sehr sicher, leistungsstark bei Nässe und hat eine gute Haltbarkeit. Er bestätigt den Aufwärtstrend des italienischen Reifenherstellers bei PKWs. Auf nasser Fahrbahn ist er sogar etwas besser als der Goodyear.
Das Podium wird durch den Goodyear EfficientGrip Performance 2 mit der Note 2,3 komplettiert. Er ist bei Regen nicht so prägnant wie der Pirelli, beeindruckt aber vor allem durch seine Haltbarkeit. Der ADAC schätzt, dass er fast 58.000 km zurücklegen kann, bevor er die Verschleißgrenze erreicht - ein Wert, der in diesem Vergleich Maßstäbe setzt.
| Ranking | Modell | Starke Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Continental PremiumContact 7 | Maximale Sicherheit trocken/nass, sehr ausgewogen |
| 2 | Pirelli Cinturato (C3) | Sehr sicher, gute Leistung im Regen |
| 3 | Goodyear EfficientGrip Performance 2 | Rekordverdächtig langlebig, geringer Abrieb |
Linglong: Das nasse Genie... aber nur das nasse Genie
Dies ist die überraschendste Geschichte des Tests 2026. Der Linglong Sport Master, eine chinesische Marke, die im Economy-Segment positioniert ist, hat die Ingenieure bei den Tests auf nasser Fahrbahn regelrecht verblüfft. Beim Aquaplaning, beim Bremsen im Regen und beim dynamischen Verhalten erhielt er eine Teilnote von 1,5. Die beste Leistung im Test bei diesem Kriterium.
Auf dem Papier übertrifft er sogar einige große, etablierte Marken.
Aber der ADAC erinnert an eine Grundregel: Ein guter Reifen muss unter allen Bedingungen funktionieren. Nun, bei Trockenheit verändert sich der Linglong. Ungenaue Lenkung, schwammiges Verhalten bei Hitze, notwendige Korrekturen in der Kurve und eine ausgeprägte Tendenz zum Übersteuern bei Ausweichmanövern. Für einen ungeübten Fahrer kann die Situation heikel werden.
Hinzu kommen eine sehr schnelle Abnutzung und starker Abrieb. Das Ergebnis: eine schlechte Umweltnote, die in der Gesamtbewertung mit 30 % ins Gewicht fällt. Der Linglong landete mit einer Endnote von 4,2 und einer ungünstigen Empfehlung auf dem letzten Platz. Die Leistung bei Nässe ist nicht genug.
Eine große Mehrheit an «empfehlenswerten» Reifen»
Hinter dem Spitzentrio erhalten zehn Reifen das Prädikat befriedigend«. Dazu gehören unter anderem der Firestone Roadhawk 2, der Falken Ziex ZE320, der Bridgestone Turanza 6 oder der Michelin Primacy 5.
Einige sind hervorragend in der Langlebigkeit, wie Bridgestone oder Michelin, haben aber dynamische Einschränkungen bei Trockenheit. Andere bieten einen guten Kompromiss aus Sicherheit und Preis, versagen aber bei der Fahrpräzision oder der Aquaplaningresistenz. Der ADAC betont die Bedeutung der Gesamtbalance. Ein Reifen, der in einem Bereich sehr gut, in einem anderen aber nur durchschnittlich ist, kann in der Endabrechnung schnell Punkte verlieren.

Drei Modelle, die Sie vermeiden sollten
Neben dem Linglong schließen zwei weitere Reifen das Feld ab: der Leao Nova-Force Acro und der Lassa Revola.
Der ebenfalls aus China stammende Leao enttäuscht sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn und hat eine begrenzte Lebensdauer. Der Lassa, der in der Türkei hergestellt wird, ist bei Regen akzeptabel, weist aber auf trockener Fahrbahn erhebliche Schwächen auf.
