
Als es so aussah, als würde der Diesel in einer von der Elektrifizierung dominierten Autolandschaft allmählich verschwinden, könnte Stellantis mit der Ankündigung eines neuer elektrifizierter Euro-7-Dieselmotor, basierend auf der italienischen Multijet-Architektur. Eine strategische Entscheidung, die vor dem Hintergrund einer langsamer als erwartet verlaufenden Energiewende getroffen wurde. Und wie ein unerwartetes Symbol wurde zur gleichen Zeit eine Alfa Romeo mehr als zwanzig Jahre alt ist, macht wieder von sich reden. Nicht wegen seines Designs oder seiner Seltenheit, sondern wegen seiner Ausdauer.
800.000 km für einen Alfa Romeo 156 JTD
In den sozialen Netzwerken teilte der ungarische Besitzer eines Alfa Romeo 156 mit dem Motor 1.9 JTD 8v kürzlich ein Foto, das sofort Aufmerksamkeit erregte: Der Tacho zeigt jetzt über 800.000 Kilometer an.


Eine bemerkenswerte Leistung für eine Diesel-Limousine aus den frühen 2000er Jahren. Sein Besitzer, Zoltán Zsótér, erzählt, dass er diesen 156er 2004 in Mailand erworben hat. Seitdem ist der Wagen unfallfrei und hat immer noch seine Originallackierung, ein weißes “Bianco Polare”. Das Fahrgestell, so erklärt er, sei trotz der Jahre in einem hervorragenden Zustand geblieben, nur die Karosserie habe einige Spuren des berühmten “italienischen Parkhausstils” abbekommen.
Das Auto wurde mehrere Winter lang in Österreich gefahren und hatte dank der sorgfältigen Pflege, die auf dem regelmäßigen Auftragen von Bitumen- oder Wachsschutz auf den Unterboden beruhte, nie größere Korrosionsschäden erlitten.
Eine bewährte Mechanik ... aber nicht starr
Das Erreichen einer solchen Distanz war natürlich nicht ohne mechanische Eingriffe möglich. Laut Aussage des Besitzers wurde am Motor selbst nur ein Turbo benötigt, während das Getriebe zwei Kupplungen und ein Schwungrad erhielt. Die Einspritzdüsen wurden einmal ausgetauscht, ebenso wie das AGR-Ventil. Die Aufhängungs- und Verschleißelemente wurden im Laufe der Kilometer ausgetauscht, darunter zwei komplette Sätze Dreieckslenker, Lager, Stoßdämpfer oder auch Federn. Die Wartung war streng, mit Ölwechseln alle 8.000 bis 12.000 km und regelmäßigem Filterwechsel.

Aber das Wichtigste ist anderswo: Der 1.9 JTD-Motor ist immer noch da. Immer noch funktionstüchtig. Immer noch in der Lage, das Auto Kurve um Kurve auf die Straße zu bringen, wie sein Besitzer mit Humor betont.
Das Symbol des Multijets zum Zeitpunkt seiner Rückkehr
Diese Aussage kommt zu einem fast ironischen Zeitpunkt in den Nachrichten der Industrie. Denn Stellantis, der mit dem nachlassenden Absatz von Elektrofahrzeugen und den anhaltenden Erwartungen von Vielfahrern konfrontiert ist, bereitet gerade die Rückkehr des Diesels vor - in modernisierter Form.
Der künftige 1.6 Multijet Euro 7-Motor soll in Verbindung mit einem leichten Hybridantrieb über das eDCT6-Getriebe Sparsamkeit, Reichweite und die Einhaltung künftiger Umweltstandards miteinander verbinden. Ein Diesel der neuen Generation, der nicht mehr als Übergangsalternative, sondern als nachhaltige Lösung in einem realistischeren Energiemix gedacht ist. Vor diesem Hintergrund ist die Tatsache, dass ein Alfa Romeo 156 mit einem der ersten JTD-Motoren 800.000 km zurückgelegt hat, eine ganz besondere Dimension.
Eine stille Demonstration
Natürlich hängt diese außergewöhnliche Langlebigkeit ebenso sehr von der Wartung wie von der Konstruktion ab. Aber sie erinnert an eine Wahrheit, die die Automobilindustrie heute wieder zu entdecken scheint: Diesel kann, wenn er gut konzipiert ist, für Langlebigkeit stehen.
Während Stellantis eine neue Ära für seine elektrifizierten Verbrennungsmotoren vorbereitet, setzt dieser 156 seine Fahrt fort, fast wie eine rollende Demonstration dessen, was italienische Ingenieurskunst um die Jahrhundertwende hervorgebracht hat.
