
Es ist die Art von Missgeschick, die sich kein Alfist vorstellen kann, schon gar nicht am Tag des Kaufs. Vor einigen Tagen nimmt in den USA ein texanischer Hausbesitzer seinen Alfa Romeo Giulia gegen 12:15 Uhr. Eine italienische Sportlimousine, wahrscheinlich in der Veloce-Ausführung, noch makellos, symbolisch mit einem roten Band auf der Motorhaube geschmückt, als ob sie einen wichtigen Moment markieren wollte. Eine Stunde später verwandelte sich der Traum in einen Albtraum.

Als seine Frau auf einem Highway in Houston gemütlich nach Hause fuhr, wurde die Giulia von hinten gerammt. Ein Aufprall, der stark genug war, um die gesamte rechte hintere Seite zu beschädigen ... optisch jedoch weit entfernt von dem, was viele als irreparabel bezeichnen würden.

"Totalverlust": das Urteil fällt
In seinem Facebook-Post einige Tage nach dem Unfall macht der Besitzer keinen Hehl aus seinem Unverständnis und seiner Verbitterung. Das Auto wurde schnell untersucht und von der Versicherung als "Totalschaden" deklariert. Mit anderen Worten: wirtschaftlich irreparabel. Noch schlimmer für ihn: Die angebotene Entschädigung deckt den auf der Kaufrechnung angegebenen Betrag nicht vollständig ab. Das Ergebnis war ein Verlust von etwa 1.000 Dollar. Diese Summe ist für sich genommen nicht sehr hoch, aber das Prinzip dahinter kommt sehr schlecht an. Ein Auto und Geld verlieren ... in einer einzigen Stunde, weil ein anderer Fahrer einen Fehler gemacht hat.
Welle des Unverständnisses in den Kommentaren
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzester Zeit gingen Dutzende von Kommentaren ein, und ein Gefühl dominierte weitgehend: Ungläubigkeit. Für viele europäische Internetnutzer, egal ob Italiener, Franzosen, Niederländer oder Spanier, ist die Giulia eindeutig reparierbar. Einige sprechen von einem einfachen Stoßstangenschaden, andere schätzen die Rechnung auf 2.000 bis 3.000 US-Dollar oder sogar noch etwas mehr, wenn Sensoren oder interne Teile betroffen sind. In Italien fasst einer der Kommentare die Situation zusammen: "Hier sind es nur ein paar Kratzer". Selbst einige Versicherungs- und Karosseriefachleute sind offen erstaunt über die Entscheidung. Ihrer Meinung nach hätte ein solcher Schaden niemals zu einer Totalschadenmeldung führen dürfen.
Die amerikanische Logik
In den USA ist die Logik jedoch eine andere. Mehrere Kommentare werfen ein anderes Licht auf das Thema: Das Fahrzeug ist ein Modell aus dem Jahr 2018, und die Entscheidung über einen "Totalschaden" beruht auf einer rein wirtschaftlichen Kalkulation. Wenn die geschätzten Reparaturkosten einen bestimmten Prozentsatz des Fahrzeugwerts übersteigen, zieht es die Versicherung vor, zu entschädigen und das Auto auf einer Auktion weiterzuverkaufen. Hinzu kommt ein weiteres Schlüsselelement: der "Rettungsstatus". Hätte der Besitzer das Auto behalten, um es selbst zu reparieren, hätte seine Giulia drastisch an Wert verloren und wäre teurer in der Versicherung geworden. Eine Entscheidung, die finanziell auf lange Sicht nicht mehr viel Sinn machte. Genau das erklärt der Besitzer in einer späteren Antwort: Das Auto zu behalten hätte bedeutet, einen hohen Wertverlust und dauerhafte administrative Komplikationen in Kauf zu nehmen.

Ironischerweise machen mehrere Internetnutzer aus Ost- und Südeuropa keinen Hehl aus ihrem Interesse. Einige scherzen halb im Scherz und erklären, dass sie bereit wären, die Giulia zu ersteigern, sie schnell zu reparieren und sie wieder auf die Straße zu bringen, ohne dass jemand etwas merkt. Ein Szenario, das alles andere als fiktiv ist. Jedes Jahr kommen viele Autos, die in den USA zu Schrott erklärt werden, über den Atlantik, um in Polen, Litauen oder Georgien wieder instand gesetzt zu werden.