
Es gibt Autos, die eine Epoche prägen, und andere, die zeitlos werden. Der Alfa Romeo 8C Competizione gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Hinter seinen sinnlichen Kurven und seiner fast mythologischen Aura verbirgt sich eine Geschichte von Leidenschaft, Kühnheit und manchmal schmerzhaften Entscheidungen. Eine Geschichte, die Daniele Gaglione, einer seiner Designer, seit kurzem auch von innen heraus erzählen möchte.
Daniele Gaglione wurde 1974 in Imperia geboren und durchläuft eine klassische Laufbahn für einen leidenschaftlichen Industriedesigner. Nach seiner Ausbildung an der Fakultät für Architektur in Genua verfeinerte er seinen Blick und seine Methoden im florentinischen Studio Des-Tech. Seine Karriere nahm 2001 einen Wendepunkt, als er dem Centro Stile beitrat. Alfa Romeo zu Arese als Außendesigner. In dieser Zeit war er an mehreren wichtigen Modellen der Marke beteiligt, vom 166 bis zur Giulietta, aber es war der 8C, der als einer der Höhepunkte seiner Karriere in Erinnerung bleiben wird.
Als der Alfa Romeo 8C Competizione 2003 auf der Frankfurter Automobilausstellung als Konzept vorgestellt wurde, war die Begeisterung sofort groß. Schon der Name ist eine Absichtserklärung und bezieht sich auf die legendären Alfa Romeo 8C Rennwagen und den 6C 2500 Competizione, der Ende der 1940er Jahre bei der Mille Miglia angetreten war. Doch hinter dem Überraschungseffekt des Konzepts blieb noch alles offen.
Auf seinem Instagram-Account hat Daniele Gaglione kürzlich eine Reihe von Videos veröffentlicht, in denen er Kapitel für Kapitel die tatsächliche Geburt des 8C nachzeichnet. Alles beginnt im Jahr 2004 in Arese. Der Prototyp befand sich noch in der Entstehungsphase, als sich das Team auf den Concours d'Elegance der Villa d'Este vorbereitete. In dieser Phase ist das Auto nicht nur ein Stilobjekt: Es muss zum Leben erweckt werden. Die ersten Sequenzen zeigen die Vorbereitungen in den Prototypenwerkstätten und dann einen entscheidenden, fast intimen Moment: das erste Anlassen des Motors. Ein schwebender Moment, in dem das Konzept beginnt, sich in ein echtes Automobil zu verwandeln.
Einer der symbolischsten Momente, die Gaglione mit anderen teilt, ist das, was er als "Verbeugung" bezeichnet. Der Prototyp wird unter der technischen Leitung dem gesamten Team vorgestellt. Er ist keine Skulptur mehr, sondern ein dynamisches Auto, das bereit ist, sich den Blicken der Öffentlichkeit zu stellen. Die Rückkehr zum Centro Stile, um den Transport zur Villa d'Este zu organisieren, schließt diese intensive Phase der Vorbereitung ab.
Im Jahr 2004 war der Lohn der Mühe angemessen. In der Villa d'Este gewann der 8C Competizione-Prototyp den ersten Preis in der Kategorie Konzept, bevor er am nächsten Tag auch in der Villa Erba siegte. Ein doppelter Erfolg, der bestätigt, dass das Projekt mehr als nur eine Stilübung war.


Dabei hätte die Geschichte des 8C ganz anders verlaufen können. Gaglione enthüllte die Existenz eines einzigartigen, fahrenden und voll funktionsfähigen Prototyps, der heute im Museum von Arese aufbewahrt wird. Dieser Prototyp verwendete ein völlig neues Fahrgestell, das es ermöglichte, die Proportionen und das Volumen des Konzepts von 2003 fast exakt beizubehalten. Eine ehrgeizige Entscheidung, die schließlich nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus industriellen Gründen verworfen wurde. Die Lösung war das Maserati M145 Chassis, das Chassis des GranTurismo, das den Weg für die Serienproduktion ebnen sollte.

Der Rest gehört zur bekannten Geschichte: Die Produktionsversion wurde auf dem Pariser Autosalon 2006 angekündigt. Der 8C Competizione wird in einer Auflage von 500 Stück produziert und von einem 4,7-Liter-V8-Saugmotor mit 450 PS angetrieben, der aus der Maserati Organbank stammt. Ein automatisiertes Sechsganggetriebe, vier Farben im Katalog und schon jetzt die Aura einer zukünftigen Ikone. Die Videos gehen weiter bis zu den Testfahrten auf der Rennstrecke von Balocco im Jahr 2006, während des "8C Competizione day", dem letzten Schritt vor dem Produktionsstart.
Heute setzt Daniele Gaglione seinen Weg fernab von Alfa Romeo fort. Nachdem er 2008 zum Chief Exterior Designer ernannt wurde, zeichnete er auch für exklusive Projekte wie den Porsche Moncenisio für Studiotorino verantwortlich. Seit 2021 leitet er das Jac Italy Design Center in Turin. Doch durch diese Bilder und geteilten Erinnerungen wird eines klar: Der 8C Competizione ist nicht nur ein außergewöhnlicher Alfa Romeo, er ist für Daniele Gaglione: "Die beste Zeit meines Berufslebens".
