Dieser Audi-Profi-Fahrer hat den Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio getestet und trotz eines Mangels ist er "der beste SUV, den ich je gefahren bin".

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Wenn ein professioneller Rennfahrer, der mit einem Audi im Wettbewerb steht, behauptet, dass der SUV Alfa Romeo einfach das Beste ist, was er je gefahren ist, verdient die Aussage Aufmerksamkeit. Und diese Aussage ist alles andere als eine Marketingrede. Sie stammt von Matteo Poloni, einem italienischen Rennfahrer, der in der TCR Italia einen Audi RS3 fährt und eine auf Getriebe spezialisierte Werkstatt betreibt.

Unerwartete Konfrontation

Alles beginnt fast zufällig. Eines Abends steht Matteo Poloni in seiner Werkstatt Gear Works, die sich auf die Überholung und Reparatur von Automatik- und Schaltgetrieben spezialisiert hat, vor einem ganz besonderen Auto: einem Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio in Vesuvio-Grau mit gelben Bremssätteln. Eine Konfiguration, die mit dem Auto, das er zwei Jahre lang besessen hat, absolut identisch ist. Er kennt dieses Auto nicht nur in- und auswendig, sondern vor allem, weil er es wirklich gefahren ist: über 30.000 km unter allen Bedingungen, auf der Straße, in den Bergen, im Alltag. Genug, um sich eine ungefilterte Meinung zu bilden.

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Eine außergewöhnliche Maschine, auch heute noch

Schon nach den ersten Worten ist die Feststellung unmissverständlich. Für Poloni war der Stelvio Quadrifoglio schon bei seinem Erscheinen "außer Rand und Band" und ist es auch heute noch. SUVs, die ein solches Fahrwerk, eine solche Fahrpräzision und ein solches mechanisches Gefühl bieten können, hat er nach eigenen Angaben fast alle ausprobiert. Keiner hat bei ihm den gleichen Eindruck hinterlassen. Was den Fahrer beeindruckt, ist das Gefühl eines kompromisslos konzipierten Autos mit echter Mechanik, natürlicher Balance und einer direkten Verbindung zwischen Fahrer und Straße. Die Giorgio-Plattform, die zu Zeiten von Sergio Marchionne entwickelt wurde, steht hier im Mittelpunkt. Für Poloni symbolisiert sie ein goldenes Zeitalter, das nun vorbei ist.

Auf der Straße macht der Stelvio Quadrifoglio keine Geschenke. Seine ultradirekte Lenkung, die extrem präzise Front und die bewusst aggressive Abstimmung erfordern Erfahrung. Bei niedrigen Geschwindigkeiten überrascht er mit seiner Agilität. Bei hohen Geschwindigkeiten kann er einschüchternd wirken, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Aber auf einer Bergstraße passt alles zusammen. Poloni beschreibt einen SUV, der Kurven mit verblüffender Geschwindigkeit durchfahren, sehr stark bremsen, die Massen heftig verlagern und dann mit einem leichten, perfekt kontrollierbaren Übersteuern aus den Kurven herausfahren kann. Diese Effizienz vergleicht er ohne Umschweife mit der des Ferrari Purosangue, erinnert aber daran, dass der Italiener von Alfa Romeo ein viel roheres, weniger gefiltertes Gefühl vermittelt.

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Unter bestimmten Bedingungen effizienter als eine Giulia Quadrifoglio

Interessanter Fakt von einem Puristen: Poloni behauptet, dass der Stelvio Quadrifoglio in bestimmten Kontexten, insbesondere in den Bergen und bei winterlichen Bedingungen, schneller fahren kann als eine Giulia Quadrifoglio. Der Grund dafür? Sein Allradantrieb, der bis zu 50 % des Drehmoments an die Vorderachse schicken kann, sodass Sie viel früher aus Kurven heraus beschleunigen können. Wo ein Heckantrieb um Grip kämpft, katapultiert der SUV von Alfa Romeo seinen Fahrer förmlich aus der Kurve, mit einer Vorderachse, die das Auto "herauszieht".

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Die dunkle Seite

Dennoch ist nicht alles perfekt. Poloni weist auf typisch italienische Mängel hin: die Qualität einiger Teile des Innenraums, Sitze, die sich vorzeitig entspannen, und kleine, schlecht verarbeitete Details. Vor allem aber deckt er ein viel schwerwiegenderes Problem auf: die Aerodynamik bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 240-250 km/h wird das Auto instabil und es kommt zu besorgniserregenden Turbulenzen. Laut Maserati-Ingenieuren, mit denen er sich ausgetauscht hatte, lag das Problem an ... den Rückspiegeln. Sie sind zu groß, schlecht geformt und erzeugen Luftwirbel, die zu heftigen aerodynamischen Resonanzen führen. Ein Fehler, der bei der Entwicklung erkannt, aber nie behoben wurde. Für Poloni ein undenkbarer Fehler bei einem deutschen Hersteller.

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Symbol einer untergegangenen Epoche

Am Ende bleibt ein melancholisches Fazit. Für Matteo Poloni ist der Stelvio Quadrifoglio, ebenso wie die Giulia, wahrscheinlich der letzte Alfa Romeo, der von echten Enthusiasten entworfen wurde, ohne Zugeständnisse, mit einer Obsession für Fahrspaß vor allen anderen Überlegungen. Ein unvollkommenes, manchmal übertriebenes, aber zutiefst fesselndes Auto. Und vor allem ein starkes Symbol für eine Zeit, in der italienische Automobile es noch wagten, die Emotionen vor alles andere zu stellen.

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