Dieser deutsche Alfa Romeo Alfetta GTV, der für die Gr5 entwickelt wurde, erreichte 400 PS... mit einem 1.3L Vierzylindermotor!

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Für die Saison 1976 führte die FIA eine neue Kategorie der Gruppe 5 ein, die "Special Production Cars", die umfangreiche Änderungen an den in den FIA-Gruppen 1 bis 4 zugelassenen Serienfahrzeugen zuließ. Die Deutsche Rennsport Meisterschaft (DRM), die Vorgängerin der DTM, nutzte diese Regelung von 1977 bis 1981, bis die Kategorie Ende 1982 zugunsten der Gruppe B abgeschafft wurde, doch Gr.5-Fahrzeuge nahmen noch einige Jahre lang an der IMSA GTX und anderen nationalen Sportwagenmeisterschaften teil.

Die Regeln begrenzten die Standardbreite der Karosserien, erlaubten aber verbreiterte Kotflügel. Nur die Motorhaube, das Dach, die Türen und die Schwellerverkleidung mussten unverändert bleiben. Ansonsten war alles dem Ermessen des Ingenieurs überlassen. Kurz gesagt, die Konstrukteure hatten völlige Freiheit, mit der Aerodynamik zu spielen, ultraleichte Materialien zu verwenden oder riesige Turbolader einzubauen. Ein hervorragendes Beispiel war der monströse Ford Capri Zakspeed, dessen 1,7-Liter-Biturbo-Version, die von einem KKK-Turbo angetrieben wurde, 600 PS leisten konnte. Für ein Auto mit einem Gewicht von weniger als 800 kg bedeutete diese Leistung eine außergewöhnliche Performance.

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Ein deutsches Projekt

Viele Hersteller haben sich daran gerieben, mit mehr oder weniger starker Werksunterstützung: Lancia mit dem Stratos und später dem Beta Monte Carlo, BMW mit dem 320 Turbo, Porsche mit dem 935, Lotus mit dem Esprit und sogar Toyota mit dem Celica! Und in der Partie Alfa Romeo hatte auch einige Auftritte! Ein Alfetta GTV wurde in der Version Grp.5 für die DRM entwickelt und lief dort zwischen 1979 und 1981. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit von Isert Motorsport (die das Auto bauten), Sachs Racing (Fahrwerk) und Dr. Schrick, der zur Entwicklung des Motors beitrug, durchgeführt. Alfa Romeo Deutschland finanzierte das gesamte Projekt, ohne jedoch offiziell daran beteiligt zu sein.

400 PS mit einem 1,3-L-Motor!

Der Motor hatte einen Kurzhub von 67,5 mm und eine Bohrung von 81 mm, der als Basis eine Kurbelwelle und einen Vierventil-Zylinderkopf aus dem GTA 1300 verwendete. Mit seinem Hubraum war das Auto in der Division 2 der Gruppe 5 startberechtigt. Die erste Testversion hatte eine Kettensteuerung und wurde dann 1981 auf eine Riemensteuerung umgestellt. Dieses Auto war auch das einzige DRM-Auto, das mit elektronischer Einspritzung experimentierte, bevor es schließlich mit einer mechanischen Kugelfischer-Einspritzung ausgestattet wurde. Der Alfetta GTV leistete in dieser Konfiguration etwa 400 PS, was zwar beeindruckend war, aber weit entfernt von den 600 PS, die ein Ford Capri Zakspeed und ein anderer Porsche 935 erreichen konnten!

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Er besaß eine Vierlenker-Hinterradaufhängung (wie die damaligen Ford Escort und Capri) mit einem Anti-Hopping-Balken. Dieser GTV Gr5 war ein echtes Alfa-Patchwork, mit Hinterradbremsen im Stil der Rallye Alfetta Gr.4 und Bremssätteln, die vom Tipo 33 übernommen wurden.

Ein seltsamer Look, erst recht im Jahr 1981!

Alle äußeren Karosserieteile sind aus Kunststoff, mit Ausnahme des Dachs. Neben der breiteren Spur hat die Frontpartie einen riesigen Spoiler, der dem Spoiler des Gruppe-B-Quattro S2, der einige Jahre später herauskam, zum Verwechseln ähnlich sieht. Dieser unansehnliche und massive Spoiler sollte dem GTV den Spitznamen "Schneeschaufel" einbringen.

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Später ändert sich das Design auf seltsame Weise, denn der GTV erhält eine neue Front im Porsche-935-Look. Nebenbei wird die weiße (und laut einigen Fotos auch gelb dominierte) Lackierung auf Rot umgestellt! Dieser 1981 gefertigte Bausatz erhält eine abfallende Nase und Scheinwerfer, die der deutschen Bombe ziemlich ähnlich sind. Das Ergebnis war sehr fragwürdig, abgesehen davon, dass es seine charakteristische Identität nahm! Nur ein kleiner Scudetto erinnert daran, dass es sich unter diesem bizarren Kleid um einen Alfa Romeo handelt.
 
Da der Wagen keine nennenswerten Ergebnisse erzielte (und auch kein einziges Rennen beendete, weil seine Mechanik durch die 400 PS und den Turbo geschwächt war), wurde er Anfang 1982 nach dem Verschwinden der DRM auf Eis gelegt. Der Wagen war lange Zeit außer Betrieb, bevor er in den letzten Jahren nach mehreren Besitzerwechseln restauriert wurde. Nach letzten Informationen soll es sich in Portugal befinden! 


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